007-Fans dürfen sich geschmeichelt fühlen: EA schickt ihnen "Liebesgrüße aus Moskau".
(tsch) Brosnan war gut, ziemlich gut sogar. Der Neue, Daniel Craig, wird sich an ihm messen müssen. Den besten Bond aller Zeiten gab jedoch Sean Connery. Es war an der Zeit, eine Story aus den 60er-Jahren herzunehmen und ein Videospiel darum zu stricken - da sind sich die wohl 007-Fans einig. Mit "Liebesgrüße aus Moskau" ist die Wahl zudem auf einen der besten Bond-Streifen überhaupt gefallen. Die DVD dürfte in keinem Schrank von Freizeit-Agenten fehlen. Nun können sich Xbox-, PS2- und GameCube-Besitzer auch virtuell ins Abenteuer stürzen - EA sei Dank.
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Sean schleicht, ballert, rast und prügelt sich durch insgesamt 18 Missionen, die ihrerseits nochmals in kleinere Häppchen unterteilt sind. Entsprechend der Filmvorlage führen die Entwickler den Wodka-Martini-Liebhaber durch die Kanalisation Konstantinopels, die britische Botschaft in der Türkei, London und den Orientexpress. Dennoch ist die Bindung an das Original von 1963 nur vage: So finden sich Figuren im Spiel wieder, die dort scheinbar aus reinen Marketing-Zwecken platziert wurden - wie etwa die Pop-Sängerin Natasha Bedingfield, die ihre Stimme und ihr Aussehen der Tochter des englischen Premiers Stark lieh. Allerdings wird das blonde Luxux-Luder prompt entführt, woraufhin ein ziemlich eindrucksvoll in Szene gesetzter Bond zur Rettung schreiten muss.
Überhaupt beweisen die Entwickler bei der Präsentation jede Menge Stil. Grafik und Sounduntermalung sind erstklassig, die zahlreichen Zwischensequenzen sehenswert. Einige Ruckler trüben das Spielerlebnis jedoch.
007 darf während seines Abenteuers ausgiebig von seiner Lizenz zum Töten gebraucht machen und mit einem Dutzend Waffen herumfuchteln. Das halbautomatische Zielsystem hilft ungemein beim Kampf gegen die Verbrecherbande Phantom. Mit dem Bond-Fokus können zudem bestimmte Stellen eines Kontrahenten getroffen werden, wie zum Beispiel ein von den üblen Burschen mitgeführtes Funkgerät (einmal beschossen kann der Scherge keine Kollegen mehr zur Hilfe holen, und die Mission nimmt eine entspanntere Wendung). Rücken die Feinde James etwas zu nah auf die Pelle, wird automatisch in den Nahkampfmodus umgeschaltet. Dann gilt es, die passenden Tasten zu drücken, um den Gegner aufs Kreuz zu legen.
Das Missionsdesign ist äußerst abwechslungsreich: Ob zu Lande, zu Wasser oder in der Luft: James macht motorisiert, mit umgeschnallten Jet-Pack oder rein auf sich gestellt stets eine gute Figur. Der Spielverlauf selbst ist ziemlich linear geraten, was aber der Freude am Bespitzeln nicht raubt - zumal Erfinder-Genie Q Bond mit einer Reihe von abgefahrenen Gadgets wie der Laseruhr oder dem Q-Copter versorgt.
Es war tatsächlich an der Zeit, einmal einen Klassiker der Bond-Videothek als Videospiel aufzubereiten. "Goldfinger" und "Moonraker", wir warten auf Euch - schließlich war Roger Moore doch auch ein ordentlicher 00-Agent.
Joachim Sinner
Datum: 26.11.2005
Diskussion: "James Bond 007 - Liebesgrüsse aus Moskau"
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