(tsch) Der Zeitpunkt für diesen Film war sicher nicht der glücklichste: Als der U-Boot-Thriller "U-571" am 14. September 2000 in Deutschland Premiere feierte, war das Drama, das sich wenige Wochen zuvor an Bord des vor Murmansk havarierten russischen U-Boots "Kursk" abgespielt hatte, noch allgegenwärtig. Doch glücklicherweise hatten sich die Macher um Regisseur Jonathan Mostow für ihren Film keinen aktuellen geschichtlichen Hintergrund ausgesucht. "U-571", nun einmal mehr bei kabel eins im Programm, erzählt eine - auf mehreren authentischen Ereignissen basierende - Episode aus den gnadenlosen U-Boot-Schlachten des Zweiten Weltkriegs.
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Frühjahr 1942: Das deutsche U-Boot U-571 versenkt ein Unterwasserboot der Alliierten und wird anschließend von einem Zerstörer unter Beschuss genommen. Das Boot der Deutschen wird schwer beschädigt, doch der Hilferuf der Besatzung wird von den Alliierten aufgefangen. Sie schicken ein als Nazi-U-Boot getarntes US-Submarine, um dem Feind das Codiergerät abzunehmen und endlich die per Enigma-Geheimsprache verschlüsselten Nachrichten der Deutschen entziffern zu können.
Eine "Mission Impossible" für die Crew um Bill Paxton, Harvey Keitel, Matthew McConaughey und Rocker Jon Bon Jovi? Nun, die taffe US-Besatzung schafft es zwar, die Deutschen (mit an Bord: Thomas Kretschmann) zu übertölpeln. Doch nachdem sie deren U-Boot geentert hat, wird ihr eigenes von einem deutschen Torpedo zerstört, und die Männer sind auf dem beschädigten U-571 gefangen.
Akkurate Weltkriegs-Historiker dürften sich mit Grausen abwenden. Aber dafür bietet "U-571" packendes Actionkino. Und wer einen Atem nehmenden Sonar-"Ping"-Nervenkitzel nach dem Strickmuster von "Das Boot" oder "Jagd auf Roter Oktober" erwartet, wird begeistert sein. Dass es 2001 den Oscar für die besten Toneffekte gab, kam nicht von ungefähr. Allerdings fällt der rasanten, spannenden Erzählweise von "U-571" der Tiefgang einer Figurenzeichnung, wie man sie etwa von "Das Boot" kennt, zum Opfer. In dieser Hinsicht treibt Jonathan Mostows actiongeladener U-Boot-Thriller doch eher an der Oberfläche.
Matthew McConaughey, der unlängst in Ben Stillers Vietnamfilm-Verlade "Tropic Thunder" mitmischte, ist demnächst zusammen mit Jennifer Garner in der Komödie "The Ghosts of Girlfriends Past" (Regie: Mark S. Waters) zu sehen. Und auch hier zeigt er jede Menge Selbstironie: Er spielt einen echten Womanizer, der auf der Hochzeit seines Bruders von zahlreichen alten Flammen heimgesucht wird. Darunter befindet sich auch die beste Freundin der Braut. Kinostart soll im Mai sein.
Frank Rauscher
Während des Zweiten Weltkriegs bleibt mitten im Atlantik ein deutsches U-Boot manövrierunfähig liegen. Nun beginnt eine Wettfahrt zwischen Kriegsmarine und Lt. Andrew Tyler (Matthew McConaughey, links) und Chief Klough (Harvey Keitel) von der US Navy. (2000 Universal Pictures. All Rights Reserved Mario Tursi)
Nasse Action: Für Lt. Pete Emmett (Jon Bon Jovi, rechts) und die Crew läuft alles nach Plan. Doch plötzlich taucht ein zweites deutsches Boot auf und nimmt die amerikanische Einheit unter Beschuss. (2000 Universal Pictures. All Rights Reserved Mario Tursi)
Lt. Andrew Tyler (Matthew McConaughey, links) und Mazzola (Erik Palladino) gelingt es, das gegnerische U-Boot als Deutsche verkleidet zu entern und es in ihre Gewalt zu bringen. (2000 Universal Pictures. All Rights Reserved Mario Tursi)
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