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Die Berlinale

Bären für die Filmwelt

(tsch) Zahlen lügen ja bekanntlich nicht. Und wenn Berlin seinen Anspruch, eine Kulturmetropole von Weltrang zu sein, mal mit Fakten untermauern kann, dann zur Berlinale: Rund 19.000 Fachbesucher aus 120 Ländern werden zum wichtigsten deutschen Filmfest jährlich erwartet, darunter 4.000 akkreditierte Journalisten. Und mit über 200.000 verkauften Eintrittskarten darf man sich überdies rühmen, das weltweit größte Publikumsfestival zu sein. Doch nicht alleine die Zahlen lassen die Brust des Hauptstadtbären anschwellen, sondern vor allem Namen: Wenn vom 5. bis 15. Februar die Internationalen Filmfestspiele Berlin in die 59. Auflage gehen, werden unter anderem Renée Zellweger, Gael Garcia Bernal, Clive Owen, Monica Belucci, Keanu Reeves, François Ozon und Stephen Frears auf dem roten Teppich erwartet. Im Internet ist die Vorfreude bereits greifbar.

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Alles Entscheidende zum Filmfest findet man auf den offiziellen Festivalseiten unter www.berlinale.de. Vorgestellt werden die unterschiedlichen Sektionen, die Jury und natürlich das Programm. Berlinale-Besucher werden vor allem den handlichen Festivalkalender zu schätzen wissen. Außerdem bietet die Rubrik Service allerlei Wissenswertes für Berlinreisende. Videostreams und Bildergalerien vermitteln auch einen optischen Eindruck von der glamourösen Veranstaltung. Im Archiv lässt sich durch die Festivalgeschichte, zurückreichend bis ins Jahr 1951, stöbern.

Verlinkt wird überdies zu den Seiten zweier parallel laufender Events. Der Branchentreff European Film Market (www.efm-berlinale.de) präsentiert sich gediegen und seriös, der Berlinale Talent Campus (www.berlinale-talentcampus.de) grell und jugendlich und alle beide ganz weltoffen englischsprachig.

In dramaturgischer Hinsicht erscheint das fast ein wenig ungeschickt: Der vielleicht mit der größten Spannung erwartete Beitrag der diesjährigen Berlinale läuft gleich am Anfang. Der Finanzthriller "The International" des deutschen Vorzeigeregisseurs Tom Tykwer ("Lola rennt", "Das Parfüm") wird die Berlinale, so ist zu hoffen, mit einem Paukenschlag eröffnen. Unter anderem Clive Owen ("Sin City"), Naomi Watts ("Mulholland Drive"), Armin Mueller-Stahl ("Night On Earth") und Ulrich Thomsen ("Adams Äpfel") wurden für die deutsch-britisch-amerikanische Koproduktion besetzt.

Unter www.theinternational-derfilm.de hat Verleiher Sony bereits eine Filmhomepage eingerichtet. Neben dem Trailer und Fotodownloads begeistert die unfassbar aufwendig programmierte Seite auch mit zwei komplexen Online-Spielen. Die zu begreifen, ist auf Anhieb nicht ganz einfach, aber das Gefühl der Ratlosigkeit ist den Protagonisten im Film ja auch nicht unbekannt.

Ein Programmhöhepunkt dürfte auch die Vorführung des mehrfach Oscar-nominierten Dramas "Die Vorleserin" (www.thereader-movie.com) werden. Bislang gibt es nur eine offizielle US-Site zum Film, in dem Kate Winslet in der weiblichen Hauptrolle glänzt. Die geschmackvolle Seite schmückt sich mit euphorischen Pressereaktionen. Außerdem stehen zahlreiche Bilder sowie gestreamte Filmszenen und Darstellerinterviews bereit. Auch der aussichtsreiche Wettbewerbsbeitrag "Ricky" des französischen Starregisseurs François Ozon ("Swimming Pool", "8 Frauen") hat bereits eine offizielle Domain. Unter www.rickylefilm.com sind allerdings Französischkenntnisse vonnöten.

Nicht nur die Wettbewerber tragen berühmte Namen, auch die Jury ist bei der Berlinale stets prominent besetzt. Den Juryvorsitz hat in diesem Jahr die britische Schauspielerin Tilda Swinton ("Burn After Reading", "Michael Clayton"). Eine offizielle Künstlerseite unterhält die scheue Oscar-Preisträgerin nicht. Allerdings ist unter www.tildaswinton.net eine ansprechende Fanseite zu finden. Die Werkschau ist mit umfangreichen Kommentaren, Erläuterungen und Hintergrundinformationen versehen. Andere Inhalte wie die Bildergalerie sind nur registrierten Usern zugänglich.

Filmkunst hin oder her: Anlässe wie die Berlinale sind auch immer große Socializing-Events. Zum Diskutieren, Tratschen und Networken hat sich in den vergangenen Jahren ein Festival-Blog etabliert. Unter www.festivalblog.com findet man Rezensionen, Interviews, Berichte von Pressekonferenzen und Hintergrund-News. Im Grunde also alles wie in Hollywood, trotz Finanzkrise. Etwas sparsamer vielleicht, aber mindestens so sexy.

Jens Szameit


Unter www.berlinale.de findet man die offizielle Webpräsenz der 51. Internationalen Filmfestspiele Berlin.
Unter www.berlinale.de findet man die offizielle Webpräsenz der 51. Internationalen Filmfestspiele Berlin. (www.berlinale.de)

Die Filmhomepage www.theinternational-derfilm.de ist so aufwendig, komplex und rätselhaft gestaltet wie der Finanzthriller selbst.
Die Filmhomepage www.theinternational-derfilm.de ist so aufwendig, komplex und rätselhaft gestaltet wie der Finanzthriller selbst. (www.theinternational-derfilm.de)

Über www.tildaswinton.net stößt man auf eine ansprechende Fanpage der Schauspielerin und Festivaljurorin.
Über www.tildaswinton.net stößt man auf eine ansprechende Fanpage der Schauspielerin und Festivaljurorin. (www.tildaswinton.net)

Datum: 09.02.2009

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