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Nicht der beste Coen-Film, denn "Burn After Reading" ist harmlos

Burn After Reading - Wer verbrennt sich hier die Finger?

(vm/tsch) Die Coen-Brüder kann man nur an ihnen selbst messen. Deshalb der Vergleich: “Burn After Reading” ist nicht ihr bester Film, ist aber dennoch sehr intelligent, witzig und verrückt, ein typischer Coen-Film also. Typisch für die Regie-Brüder ist auch die geniale Besetzung: Brad Pitt (leider viel zu kurz zu sehen), John Malkovich, George Clooney, Tilda Swinton und Frances McDormand schlüpfen in ihre skurrilen Charaktere in einer abgefahrenen Geschichte über eine CD mit CIA-Daten, die das Leben aller Beteiligten für immer verändern wird.

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Die Coen-Brüder albern intelligent herum und schauen einmal mehr, wie es Amerika geht: "Burn After Reading - Wer verbrennt sich hier die Finger?" heißt der zweite Filmaufsatz über die USA, den Joel und Ethan Coen nach ihrem Oscar-Gewinner "No Country For Old Men" 2008 in die Kinos brachten. Mit Erfolg: Allein in Deutschland untersuchen sie Herz und Hirn der Vereinigten Staaten vor 1,3 Millionen Zuschauern. Das Chaos im Alltag der Supermacht wird jetzt auch auf DVD und Blu-ray-Disc gezeigt.

Es beginnt mit der Degradierung des CIA-Sachbearbeiters Osborne (John Malkovich) Cox. Der schmeißt seinen Job gleich ganz hin. Seine Frau ist erleichtert. Auch sie kann nun guten Gewissens kündigen, und zwar die Ehe. Sie vergnügt sich - wie davor auch schon - mit ihrem Liebhaber Harry Pfarrer: Tilda Swinton und George Clooney kennen sich bereits bestens aus "Michael Clayton".

In einem Fitnessstudio am anderen Ende der Stadt arbeiten Linda Litzke und Chad Feldheimer, zwei Prototypen des Unterschichtenamerikas. Gute Menschen, harmlose Durchschnittsbürger, nicht besonders helle - gespielt von Frances McDormand und einem unglaublich blondierten Brad Pitt. Sie finden eine CD mit CIA-Daten des gefeuerten Ozzie Cox. Heiße Ware, heißer Plan: Linda will Geld für diverse Schönheits-OPs rausschlagen. Und Chad? Der freut sich auf ein Abenteuer. Also spielen sie Geheimdienst, so wie sie es aus Filmen kennen. Erpressen, tricksen, drohen und rausholen, was geht.

Wer ein Genre bemühen will: Agenten-Persiflage trifft's wohl am ehesten. Die Coens kennen als ausgefuchste Filmemacher natürlich alle Konventionen, und bedienen diese auch. Andererseits sind sie viel zu intelligent und viel zu gewitzt, um sich darin zu erschöpfen. "Burn After Reading" ist ein süffisanter, hintersinniger Spaß, voller verrückter Einfälle und Hintergedanken.

Die fast eine Stunde Bonusmaterial gibt es leider nur auf der Doppel-DVD und der Blu-ray-Disc. Wer sich für die DVD ohne Extras entscheidet, verpasst allerdings nicht viel: Die Interviews, Featurettes sowie das arg PR-lastige Making Of enttäuschen.

Besser sieht es in technischer Hinsicht aus: Vor allem die detailreiche, scharfe Optik überzeugt mit authentischen Farben und ordentlichen Kontrasten. Das häufig auftretende Bildrauschen wurde von der Vorlage übernommen und stört nicht so sehr, wie die fehlende Räumlichkeit des wahlweise als Dolby Digital 5.1 oder DTS abgespeicherten Sounds, der allerdings mit perfekter Dialog- und Musikwiedergabe punktet.

Andreas Fischer

bewertungsbox

bildformat 1,85:1 (anamoprh)
sprachen Deutsch (DD 5.1 / DTS), Englisch (DD 5.1)
untertitel Deutsch, Englisch
extras Keine
laufzeit 92 Min.
tonsystem Dolby Digital 5.1 / DTS
regionalcode Regionalcode 2
preis ca. 16 Euro
bewertung bild gut
bewertung ton gut
bewertung extras keine Wertung

Credits:
(USA 2008, R: Joel & Ethan Coen, D: George Clooney, Brad Pitt, Frances McDormand u.a.)


"Wer braucht schon Moral?" fragen sich die Coen-Brüder in ihrer witzigen USA-Betrachtung "Burn After Reading - Wer verbrennt sich hier die Finger?"
"Wer braucht schon Moral?" fragen sich die Coen-Brüder in ihrer witzigen USA-Betrachtung "Burn After Reading - Wer verbrennt sich hier die Finger?" (Universum (Tobis))

Endlich Erpressung: Linda (Frances McDormand) und Chad (Brad Pitt) finden eine Möglichkeit, viel Geld zu "verdienen".
Endlich Erpressung: Linda (Frances McDormand) und Chad (Brad Pitt) finden eine Möglichkeit, viel Geld zu "verdienen". (Universum (Tobis))

Affären gehören zum guten Ton: Harry Pfarrer (George Clooney) und Katie Cox (Tilda Swinton) kopulieren außerhalb ihres ehelichen Rahmens.
Affären gehören zum guten Ton: Harry Pfarrer (George Clooney) und Katie Cox (Tilda Swinton) kopulieren außerhalb ihres ehelichen Rahmens. (Universum (Tobis))

Datum: 28.03.2009

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