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Who Made Who verzetteln sich in "The Plot"

Who Made Who The Plot

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Dass Who Made Who, sicher die beste Band auf dem Münchner Disco-Label Gomma, überhaupt mit einem zweiten Album um die Ecke kommt, überrascht dann doch. Schließlich ist Produzentenpop mit Disco-Kante oft genug eine Angelegenheit, die Projektcharakter hat und nach dem Wegbrechen einschlägiger Trends nicht mehr so recht funktionieren will. Nachdem in den letzten ein, zwei Jahren der auch von Who Made Who gepflegte Hybrid aus Elektronik, analogem Vintage-Pop und gnadenloser Abfeierei Konsens wurde, wählen die Dänen jetzt den vermutlich einzigen gangbaren Weg und öffnen sich. Das hat viel Gutes, zumal allen Beteiligten immense instrumentale Fähigkeiten nicht abzusprechen sind. Aber die Gefahr des Verzettelns, die ist bei "The Plot" eine, die die Band offenbar unterschätzte.

Als Who Made Who neulich gemeinsam mit ihren Labelkollegen Munk und Errors unterwegs durch die Clubs der Republik waren, knallte das schon ordentlich. Dass dieser Knall aber nicht der Status Quo der Band sein darf, wird auf "The Plot" früh deutlich: Im Opener "TV Friend" wird es skandiert, das ebenso laute wie launige "No, No, No", bevor knietief in der Disco gewatet werden darf. Ein Anfang mit Schrecken, weil der Song früh die Sollbruchstellen der Band aufzeigt: Der stringente und hübsch auf die Zwölf gehende Beat ist nämlich nicht eine Dominante in den weiteren Songs, sondern eher etwas, das aus dem Debüt herübergerettet wurde und jetzt auf der Hebebühne steht und fleißig demontiert wird. Das folgende "The Plot" ist gut strukturierter Indiepop mit lakonischen Gitarren, während "Small Town" hektisch herumirrt und alles bisher aufgebaute mit einem eigenartigen Vocoder-Part in Frage stellt, auch "Trickster" schafft es kaum, eine Stimmung durchzuhalten.

Und so geht's weiter. Bei Who Made Who sind es nicht die Köche, die den Brei verderben, sondern die Zutaten. Aus der Gegenwart zurück in die 70-er, Progressive Rock, Easy Listening, Britpop, in "The Train" sogar bluesiger Hardrock. Auch wenn vor allem Tomas Hoffding mit seinem pointierten Bassspiel eine Konstante darstellt: Irgendwann verliert man den Anschluss und auch die Lust. Am meisten Sinn machen neben erwähntem Opener noch das ebenso flotte wie kühle "Office Clerks" und "I Lost My Voice" mit seinem Kastagnetten-Anfang.

Jochen Overbeck


Datum: 28.03.2009

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