logo
Anzeige
Cineastentreff Kino Film Fernsehprogramm Kino Film Berühmt für sadistische Szenen: Mel Gibsons "Die Passion Christi"
Berühmt für sadistische Szenen: Mel Gibsons "Die Passion Christi"

Die Passion Christi

Mel Gibsons kontroverses Drama "Die Passion Christi" (2004) ist zweifellos der Karfreitagsfilm schlechthin. Weil er seiner dargestellten Grausamkeiten wegen jedoch für ein größeres (und jüngeres) Publikum kaum geeignet ist, zeigt ihn Sat.1 nun erst spät am Abend, um 23.30 Uhr, in gekürzter Version (ursprüngliche Dauer: 127 Minuten). Mit seiner brutalen, aber eindringlichen Inszenierung des Leidensweges Christi sah sich der Regisseur bei der Premiere scharfer Kritik ausgesetzt. Darüber hinaus wurde Gibson beabsichtigter Antisemitismus vorgeworfen.

Anzeige

 

Lange Minuten dauert eine Folterszene, bei der sich selbst gewalterprobten Kinogängern der Magen umdreht. Stück für Stück wird Fleisch aus dem Körper des Gepeinigten gerissen. Es vergeht nicht einmal eine halbe Stunde, und Jesus ist auf einem Auge mehr oder minder blind, weil die Schwellung nach den vielen Schlägen nicht aufzuhalten ist. Dann der Kreuzgang, ewig lang und ewig qualvoll. Unzählige Male bricht Jesus in sich zusammen. Und schließlich die Kreuzigung. Die Kamera zeigt schonungslos, wenn die Nägel eingeschlagen werden.

"Die Passion Christi", der zu den erfolgreichsten und meistdiskutierten Filmen vergangener Jahre zählte, ist nichts für Zartbesaitete. Von den Spekulationen über angeblichen Antisemitismus, den der Film schüre, einmal abgesehen, wurde ihm vor allem die schonungslose Grausamkeit seiner Bilder vorgeworfen. Doch ist ja die Leidensgeschichte Jesu an sich ein blutiges und äußerst düsteres Kapitel des Evangeliums. Genau das versuchte Mel Gibson umzusetzen. Der Domkapitular Wolfgang Sauer sagte anlässlich der deutschen Premiere in einer Stellungnahme des Erzbischöflichen Ordinariats Freiburg über den Film: "Die tägliche Berichterstattung in den Medien führt uns eindrücklich vor Augen, welch dunkles Gesicht die Passion in unserer Zeit hat" und verteidigte ihn so gegen die harsche Kritik.

"Die Passion Christi" ist ein beeindruckendes Drama, es wird von exzellenten Darstellern geprägt: James Caviezel als Jesus überzeugt ebenso wie Monica Bellucci als Maria und Maia Morgenstern als Maria Magdalena. Die letzten zwölf Stunden Jesu sind ausschließlich in der Originalsprache Aramäisch und Latein gedreht und deutsch untertitelt. Das verleiht der "Passion Christi" den Eindruck von Authentizität. Einblick in das Wesen Jesu Christi gibt der Film allerdings kaum. Schuld und Sühne bestimmen das Bild. Vergebung, Liebe und Hoffnung kommen nur in spärlichen Rückblenden vor.

Die Katholische Filmkommission stufte "Die Passion Christi" denn auch als "extrem problematisch" ein und sah einen "völlig überzogenen Wahrheitsanspruch, die Bibel authentisch wiedergeben zu wollen". Das "besessene Ausmalen der Grausamkeiten" stehe in keinem Verhältnis zu der "auf einen minimalen Zitatenschatz geschrumpften Botschaft der Liebe".

Jan Treber


Als Jesus von Nazareth (James Caviezel) bekennt, der Messias zu sein, liefert ihn Pilatus an die Juden aus. Diese beschließen, seinen Anspruch, der Heilsbringer zu sein, mit dem Tode zu bestrafen.
Als Jesus von Nazareth (James Caviezel) bekennt, der Messias zu sein, liefert ihn Pilatus an die Juden aus. Diese beschließen, seinen Anspruch, der Heilsbringer zu sein, mit dem Tode zu bestrafen. (Sat.1 / Icon Film Distribution Ltd.)

James Caviezel gibt als Jesus eine herausragende schauspielerische Leistung, die jedoch in der allgemeinen Diskussion um den Film kaum Beachtung fand.
James Caviezel gibt als Jesus eine herausragende schauspielerische Leistung, die jedoch in der allgemeinen Diskussion um den Film kaum Beachtung fand. (Sat.1 / Icon Film Distribution Ltd.)

Petrus (Francesco De Vito, links) beim Abendmahl mit Jesus (James Caviezel) - der Film zeigt das Ereignis in einer kurzen Rückblende.
Petrus (Francesco De Vito, links) beim Abendmahl mit Jesus (James Caviezel) - der Film zeigt das Ereignis in einer kurzen Rückblende. (Sat.1 / Icon Film Distribution Ltd.)

Datum: 09.04.2009

Facebook aktivieren
Artikel ID 214063

Weitere Artikel, die Sie interessieren könnten:

    Alfred Hitchcock zeigt
    Wenn es um Thrill, Gänsehaut und Spannung geht, fällt den meisten als Erstes der Name Alfred Hitchcock ein. Daran hat sich in all den Jahren nichts geändert: Dass Koch Media mit der 3-DVD-Box "Alfred Hitchcock ...

    Godsend
    Genmanipulation, Embryonensortierung, Stammzellenzucht oder das Klonen von kompletten Menschen - was haben diese Themen schon für hitzige Ethik-Debatten in der Politik gesorgt! Doch im Kino wollen die ...

    BBC Exklusiv: The Amityville Horror
    Wenn sich herausstellt, dass im soeben gekauften Haus eine Familie wenige Monate zuvor brutal ermordet wurde, kann man schon mal panisch werden. Aber auch unglaublich erfinderisch? Seit 30 Jahren steht ...

    Ocean's Eleven
    Eigentlich müsste Steven Soderbergh ("Erin Brockovich", "Traffic") der glücklichste Regisseur Hollywoods sein. Es genügt die bloße Nennung seines Namens, um die erste Riege der amerikanischen Schauspieler ...

    The Gathering - Blicke des Bösen
    "The Gathering" ist ein Horrorfilm. Keiner, bei dem der Werwolf durch den Wald heult, sondern einer von der subtilen Sorte. Das Alltägliche wirkt bedrohend. Steckt hinter allem eine Verschwörung? Wem kann ...

    Burn After Reading - Wer verbrennt sich hier die Finger?
    Einfache Menschen, die mehr oder weniger durch Dummheit in Situationen geraten, denen sie nicht gewachsen sind: Das könnte man als Thema der schwarzen Spionage-Komödie „Burn After Reading“ der Coen-Brüder ...


 
Anzeige
livedome
Konzert-DVD im Stream
Gentleman
Gentleman am 27.04. ab 20.00 Uhr als » Musikstream

Anzeige
.
Partner von Fantastic Zero


itemid = 35 - id = 6867 - task = view - option = com_content - limitstart= 0