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Hugh Jackman und Christian Bale kämpfen um ihr "Prestige"

Prestige - Meister der Magie

Der eine darf sich Sexiest Man Alive nennen, tanzte und scherzte als charmanter Moderator der letzten Oscar-Verleihung. Der andere brachte sich zuletzt durch ein im Internet kursierendes Ton-Dokument ins Gespräch, auf dem zu hören war, wie er einen Mitarbeiter am Set von "Terminator - die Erlösung" (deutscher Kinostart: 4. Juni) minutenlang anbrüllte und mit Wortneuschöpfungen rund um das englische F-Wort beeindruckte. Die Publikums-Sympathien zwischen Hugh Jackman und Christian Bale dürften also derzeit klar verteilt sein. Gut, dass ihr erbitterter Konkurrenzkampf nur (ziemlich geniale) Fiktion ist: Im Klasse-Thriller "Prestige" (2006) liefern sie sich ein erbarmungsloses Duell der Illusionisten. Welchen Eindruck man auch immer von Bales Temperament haben mag - auf der Leinwand ist und bleibt der Hollywoodstar ein "Meister der Magie", wie diese Feiertags-Free-TV-Premiere bei ProSieben erneut zeigt.

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Was steckt dahinter? Diese Frage stellt sich bei Regisseur Christopher Nolan ("The Dark Knight") immer wieder. Illusion und doppelte Böden sind das Metier des Briten, der unter anderem mit dem kryptischen "Memento" (2001) ein höchst spannendes Meisterwerk schuf und auch mit "Prestige - Meister der Magie" (2006) die Erwartungen nicht enttäuschte - im Gegensatz zu den Besucherzahlen in den deutschen Kinos: Nur gut 200.000 Menschen ließen sich da von der bemerkenswerten Geschichte verführen.

Als Gehilfen eines etablierten Meisters der Illusion lernen sich Robert Angier (Hugh Jackman, der sich ab 30.04. in der Kino-Fantasy-Action "X-Men Origins" wieder in "Wolverine" verwandelt) und Alfred Borden (Christian Bale) Ende des 19. Jahrhunderts kennen. Cutter ist der Mann, der sich hinter den Kulissen die Zaubertricks ausdenkt und mit viel Charme und Charisma von Sir Michael Caine gespielt wird. Ihn für sich zu gewinnen, kann ein entscheidender Vorteil im Kampf um den Platz als beliebtester Zauberer sein. Und der Beste zu sein, das streben Angier und Borden beide mit großer Leidenschaft und durchaus gegenseitiger Bewunderung an.

Der eine weiß das Publikum mit seiner Raffinesse, eleganten Erscheinung und attraktiven weiblichen Unterstützung (Scarlett Johansson) zu blenden. Der andere punktet mit genialen Tricks, die er allerdings etwas zu ruppig darbietet. Doch zwischen Angier und Borden steht von Anfang an ein fehlgeschlagener Trick, der zum Tode eines geliebten Menschen führte. Ihr Machtkampf erreicht schließlich ein Level, bei dem blinder Hass gepaart mit Neid regiert. Grenzen werden überschritten und Menschen Mittel zum Zweck.

"Schauen Sie genau hin!" - dieser Aufforderung zu Beginn einer Show folgt man auch in diesem Film gerne. Ständig schwebt die Frage im Raum, wie echt die vorgeführte Magie sein kann. Gemeinsam mit der Einführung des "verrückten" Wissenschaftlers Tesla erzeugt sie jenes Spannungsfeld, in dem sich "Prestige" abspielt. Die damals neu entdeckte Elektrizität musste auf manchen Zeitgenossen schon wie Zauberei wirken. Wie passend also, eine historische Figur zu reanimieren, die damals Rätsel aufgab. David Bowie verkörpert - kaum wiederzuerkennen - Nikola Tesla, einen radikalen Erfinder, Ingenieur und Wissenschaftler. Der serbische US-Immigrant forschte an Technologien, die die Vorstellungskraft seiner Mitmenschen dereinst weit überschritt.

Schon der Titel zeigt: Christopher Nolan sieht auch seinen Film zu Recht als einen großen Zaubertrick. Dieser besteht, wie man hier lernt, aus drei Akten: Eröffnet wird mit dem "Versprechen", etwas ganz Gewöhnliches wird präsentiert. Es folgt die "Wendung", bei der das Gewöhnliche für etwas Ungewöhnliches eingesetzt wird. Der dritte Teil, "Prestige" genannt, schockiert mit einem Ereignis, das noch nie jemand zuvor gesehen hat.

Jasmin Herzog


Magier Robert Angier (Hugh Jackman) will sein Publikum mit einem ganz außergewöhnlichen Zaubertrick begeistern.
Magier Robert Angier (Hugh Jackman) will sein Publikum mit einem ganz außergewöhnlichen Zaubertrick begeistern. (ProSieben / Warner Television)

Verblüfft mit seinen großartigen Tricks: Alfred Borden (Christian Bale).
Verblüfft mit seinen großartigen Tricks: Alfred Borden (Christian Bale). (ProSieben / Warner Television)

Die bezaubernde Bühnenassistentin Olivia Wenscombe (Scarlett Johansson) fühlt sich zu Angier hingezogen.
Die bezaubernde Bühnenassistentin Olivia Wenscombe (Scarlett Johansson) fühlt sich zu Angier hingezogen. (ProSieben / Warner Television)

Datum: 13.04.2009

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