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"Jenseits des Regenbogens" zeigt Südafrika heute

Jenseits des Regenbogens

Die Welt blickt auf Südafrika. Wenn am 24. April, in der erst vierten demokratischen Wahl seit dem Ende der Apartheid vor 15 Jahren, ein neues Parlament gewählt wird, dann kann sich der "Regenbogenstaat" allergrößter Aufmerksamkeit gewiss sein. Der Grund ist so banal wie monströs: In einem Jahr wird am Kap die Fußball-Weltmeisterschaft ausgetragen. Wie weit ist das Land noch von der dazu nötigen inneren Stabilität entfernt? Der zweistündige Dokumentarfilm "Jenseits des Regenbogens", der nun bei ARTE in Erstausstrahlung läuft, beleuchtet die parteipolitische Historie und den Ist-Zustand in einem Land, das noch immer von sozialen Gegensätzen und Missständen geprägt ist.

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Die große Frage, die derzeit alle interessiert, lautet: Wie sicher ist das Land? Dieter Kronzucker, der renommierte deutsche Fernsehjournalist, der schon vor einem Jahr für eine N24-Dokumentation das WM-Gastgeberland bereiste, erklärte dazu in einem Interview: "Sobald Sie sich in einer großen Gruppe und innerhalb der Sicherheitszonen der Stadien, in den Hotels oder auch bei Gruppenreisen im Land aufhalten, kann Ihnen nichts passieren. Aber wenn Sie sich individuell da rausbegeben, sind Sie meiner Ansicht nach nicht nur in Gefahr, sondern in sehr großer Gefahr. Die Besucher der Fußball-Weltmeisterschaft werden darunter wohl nicht so sehr zu leiden haben, wie jene, die vorher oder nachher Individualreisen geplant haben."

Die ägyptische Filmemacherin Jihan El Tahri mit Wohnsitz in Paris hat die Entwicklung des ANC und vor allem den Bruderkampf zwischen Nelson Mandelas politische Erben, Thabo Mbeki (von 1999 bis 2008 Staatspräsident Südafrikas) und Jacob Zuma (löste nach einem innerparteilichen Machtkampf Mbeki ab), in den vergangenen vier Jahren recherchiert und später aus nächster Nähe beobachten können. Sie lebte über ein Jahr in Johannesburg, wo der Film auch in Koproduktion mit dem südafrikanischen Fernsehen fertiggestellt wurde. Ihre Doku liefert erstaunliche Einblicke in die noch junge und noch einigermaßen fragile politische Kultur Südafrikas. Insbesondere beleuchtet er die Regierungspartei ANC.

Der ANC, die revolutionäre Untergrundorganisation, wurde zur führenden Partei des demokratischen Südafrika. Er bereitete den Boden für eine Entwicklung, die allerdings beides ist: positiv wie verheerend. Das ganze Land scheint in Aufbruchstimmung, gleichzeitig sind mehr als zehn Prozent der über 45 Millionen Südafrikaner HIV-positiv - auch eine Folge jahrelanger, skandalöser Ignoranz durch führende Politiker in ANC und Regierung, wie der Film deutlich macht.

Im Protest haben viele Mitglieder die regierende Partei ANC, den "African National Congress", verlassen und eine neue Partei gegründet, "Cope", den "Congress of the People". Die neue Partei, die von dem früheren Verteidigungsminister und Vorsitzenden des ANC, Mosiuoa Lekota, angeführt wird, gilt als ernsthafter Herausforderer des bisher souverän herrschenden ANC.

Frank Rauscher


Thabo Mbeki, von 1999 bis 2008 Staatspräsident Südafrikas, auf dem Parteitag des ANC.
Thabo Mbeki, von 1999 bis 2008 Staatspräsident Südafrikas, auf dem Parteitag des ANC. (ZDF / Big World Cinema / Big Sister)

Jacob Zuma löste nach einem innerparteilichen Machtkampf Thabo Mbeki als Vorsitzenden des ANC im Dezember 2007 ab.
Jacob Zuma löste nach einem innerparteilichen Machtkampf Thabo Mbeki als Vorsitzenden des ANC im Dezember 2007 ab. (ZDF / Big World Cinema / Big Sister)

Jacob Zuma und Kgalema Motlanthe (rechts): Kgalema ist seit dem 25. September 2008 Staatspräsident Südafrikas. Der ehemalige Gewerkschaftler ist Angehöriger des südafrikanischen Parlaments und stellvertretender Vorsitzender der Regierungspartei African National Congress (ANC).
Jacob Zuma und Kgalema Motlanthe (rechts): Kgalema ist seit dem 25. September 2008 Staatspräsident Südafrikas. Der ehemalige Gewerkschaftler ist Angehöriger des südafrikanischen Parlaments und stellvertretender Vorsitzender der Regierungspartei African National Congress (ANC). (ZDF / Big World Cinema / Big Sister)

Datum: 14.04.2009

Artikel ID 214481

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