"Mystic River" brachte Sean Penn seinen ersten Oscar
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Mystic River
Als Sean Penn im Februar den Oscar als bester Hauptdarsteller für "Milk" entgegennahm, wusste er bereits, wie sich das anfühlen würde. Fünf Jahre zuvor wurde er an gleicher Stelle für seine Rolle in "Mystic River" gefeiert. Dass damals außerdem Tim Robbins als bester Nebendarsteller belohnt wurde, war auch eine Bestätigung für Regisseur Clint Eastwood. Für das düstere Krimi-Drama hatte er drei der renommiertesten Darsteller Hollywoods vor die Kamera geholt. Wie in einer griechischen Tragödie liefert er die Charaktere einem Schicksal aus, das ihre Leidensfähigkeit und Menschlichkeit auf die Probe stellt.
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Der heute 78-jährige Eastwood, der bei der diesjährigen Verleihung der "Goldenen Kamera" für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde, schreibt aktuell mit dem Opus "Gran Torino" die eigene Hollywood-Legende als Regisseur und Darsteller fort. Als einsamer Reiter oder düsterer City-Cop in Sachen Gewalt und Rachefeldzüge hinterließ er bereits seine Spuren in der Filmgeschichte. In "Mystic River" (2003), den kabel eins nun wiederholt, übertrug er die Rolle des Inquisitors an Sean Penn.
East Buckingham heißt die Gegend, in der Jimmy, Dave und Sean aufwachsen und in der selten etwas passiert. Eines Tages sehen Jimmy und Sean tatenlos zu, wie Dave entführt wird. Was da geschehen ist, begreifen sie erst später. Dave überlebt, die Freundschaft der drei hält den Vorfall allerdings nicht aus.
Ein weiteres tragisches Ereignis führt sie 25 Jahre später wieder zusammen. Jimmys 19-jährige Tochter wurde brutal ermordet, und Cop Sean (Kevin Bacon, "Frost / Nixon") übernimmt den Fall. Eine Reihe von Umständen bringt Dave (Tim Robbins) mit dem scheinbar sinnlosen Verbrechen in Verbindung. Aus ihm ist ein unsicherer Mann geworden, dem im Leben nichts richtig glückte. Wurde das Opfer von damals nun zum Täter?
Eastwood forscht auf mehreren Ebenen nach: Dave muss sich seiner verdrängten Vergangenheit stellen. Sean quält die Frage, wie sein Leben und das der Freunde heute aussähe, wenn sie sich damals anders verhalten hätten. Besonders kraftvoll zeigt sich Sean Penn im Wechselbad dieser Gefühle: Jimmy lebt seine Trauer aus, starrt stoisch vor sich hin oder glaubt in ohnmächtigem Zorn an das Recht auf Selbstjustiz.
Geschickt führt Clint Eastwood viele Bausteine zusammen und überrascht mit einem archaischen Schlussgedanken. "Mystic River" ist zwar ein langatmiger Film, der die Frage nach dem Mörder raffinierter lösen könnte. Sein Ziel, großes Schauspielerkino von shakespeareschem Ausmaß zu bieten, erfüllt er jedoch mit Bravour.
Jan Treber
Jimmys (Sean Penn) Tochter wird Opfer eines brutalen Verbrechens. (kabel eins / Warner Bros. Pictures)
Der Cop und ehemalige Sandkastenfreund von Jimmy, Sean (Kevin Bacon, links), übernimmt den Fall. (kabel eins / Warner Bros. Pictures)
Dave (Tim Robbins, rechts) gerät unter Verdacht. Was hat er mit dem brutalen Mord zu tun? (kabel eins / Warner Bros. Pictures)
Datum: 22.04.2009
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