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Alexandre Aja überzeugt mit "Mirrors" ein weiteres Mal

Mirrors

(mb/tsch) In Sachen Splatter gilt Alexandre Aja als Fachmann. Er machte sich mit seinen zwei letzten Horrorfilmen bei den Genrefans beliebt: „High Tension“ (2003) und „The Hills Have Eyes“ (2006) setzten sich von der übrigen Horror-Masse ab. Nicht ganz so meisterlich, jedoch sehr gekonnt und solide inszenierte der Filmemacher nun den mit Kiefer Sutherland hervorragend besetzten Gruselfilm „Mirrors“, ein Remake des koreanischen Gruslers "Into the Mirror".

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"Mirrors" (2008) ist das US-Remake des koreanischen Gruslers "Into the Mirror". Der Franzose Alexandre Aja führte bei dieser Neuauflage Regie. Er gilt unter Genrefans spätestens seit seinem Kracher "High Tension" als Fachmann für deftige Splatterkost. Diesem Image bleibt Alexandre Aja auch in seinem nun auf DVD und Blu-ray-Dic erhältlichen neuen Film treu und sorgt nicht nur bei Hauptdarsteller Kiefer Sutherland für Schweißausbrüche.

Sutherland spielt den Ex-Polizisten Benjamin Carson, der sich von dem mitverschuldeten Tod seines Partners nicht mehr erholt hat. Mit Alkohol und Tabletten versucht er, seine Gewissensbisse zu verdrängen. Seine Frau Amy schmeißt ihn aus der Wohnung, die gemeinsamen Kinder darf er nur noch selten sehen. In seiner Verzweiflung zieht Carson bei seiner Schwester ein und übernimmt einen mäßig bezahlten Job als Wachmann im baufälligen Mayflower Building in Manhattan. Auf seinen nächtlichen Touren macht er in den Spiegeln des Gebäudes erschreckende Entdeckungen. Von diesem Zeitpunkt an entwirft Aja ein rätselhaftes und packendes Szenario mit der Frage, ob Spiegel ein Eigenleben führen können.

Bei seinen Recherchen nach dem Ursprung der gefährlichen Reflexionen wird Carson erst von allen ausgelacht, bis sein eigener Sohn Michael ähnliche Erfahrungen macht und Carsons Schwester sich nach einem Blick in den Badezimmer-Spiegel umbringt. Bis zu dieser Szene inszeniert Regisseur Aja "Mirrors" als schleichenden, atmosphärischen Horrorfilm. Doch dann setzt sich Ajas Splatter-Faible durch. Auf den ersten, heftigen Schock folgen weitere, die zwar vordergründig für Entsetzen sorgen, aber die anfänglich subtil erzählte Geschichte ihre Glaubwürdigkeit verlieren lässt.

Trotzdem gelingt Alexandre Aja bis zum spektakulären Showdown ein überzeugender Gruselfilm, der sich besser schlägt als Horror-Remakes wie "Unbekannter Anrufer" oder "The Eye". Großen Anteil daran haben die hervorragenden Darsteller, allen voran Kiefer Sutherland, der seine zerrissene Figur Benjamin Carson vielschichtig verkörpert.

Warum es eine große Herausforderung ist, einen Film voller Spiegel zu drehen, erklärt Regisseur Alexandre Aja in einem interessanten 18-minütigen Making Of, dem Kernstück des ansonsten nur durchschnittlichen Bonusmaterials. Entfallene Szenen, Audiokommentar und die fünfminütige "Geschichte von Anna Esseker" sind eher gewöhnliche Extras. Auch die Bildqualität der DVD ist nicht immer überzeugend. Die Farben wirken blass, in den dunklen Szenen wird's schnell schwammig. Der insgesamt zurückhaltende Sound setzt in den entscheidenden Momenten dynamische Surrounds ein, sodass eine schön-schaurige Atmosphäre entsteht.

Alfred Kunze

bewertungsbox

bildformat 2,35:1 (anamorph)
sprachen Deutsch (5.1 / 2.0), Englisch (2.0)
untertitel Deutsch
extras Audiokommentar Alexandre Aja (Regie); "Die Geschcihte von Anna Esseker"; Entfallene Szenen; Alternatives Ende; Storyboard-Vergleich
laufzeit 106 Min.
tonsystem Dolby Digital
regionalcode Regionalcode 2
preis ca. 18 Euro
bewertung bild befriedigend
bewertung ton gut
bewertung extras ausreichend

Credits:
(USA 2008, R: Alexandre Aja, D: Kiefer Sutherland, Paula Patton, Cameron Boyce u.a.)


In "Mirrors" muss sich Ben Carson (Kiefer Sutherland) mit tödlichen Spiegelbildern auseinandersetzen.
In "Mirrors" muss sich Ben Carson (Kiefer Sutherland) mit tödlichen Spiegelbildern auseinandersetzen. (Kinowelt)

Ben Carson (Kiefer Sutherland) muss in seiner Arbeit als Nachtwächter durch viele finstere Gänge gehen.
Ben Carson (Kiefer Sutherland) muss in seiner Arbeit als Nachtwächter durch viele finstere Gänge gehen. (Kinowelt)

Selbst der hauseigene Spiegel führt bei den Carsons ein Eigenleben.
Selbst der hauseigene Spiegel führt bei den Carsons ein Eigenleben. (Kinowelt)

Datum: 04.04.2009

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