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"Der Pornograph" fragt, warum moderne Pornos so schlecht sind

Der Pornograph

(cg/tsch) Gibt es den noch, den guten Pornofilm? Das anspruchsvollere Publikum trauert den Pornos aus den 70ern nach, die Diskussion darüber, warum in der Porno-Industrie Qualität mittlerweile nicht von Bedeutung ist, wird bereits seit Jahrzehnten geführt. Der französische Regisseur Bertrand Bonello widmet sich in seinem Film mit dem unmissverständlichen Titel „Der Pornograph“ dieser Thematik, indem er das Set eines modernen Pornofilms zum Diskussionspodium macht. „Der Pornograph“ erzählt von den Schwierigkeiten eines ehemaligen Porno-Regisseurs, sich nach 20 Jahren Pause wieder im Milieu zurechtzufinden.

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Nach 20 Jahren nimmt Jacques Laurent wieder einen Auftrag an. Der Porno-Regisseur findet sich aber im Milieu mittlerweile genauso wenig zurecht wie in seinem Leben. "Der Pornograph" (2001) flieht, wie einst sein Sohn vor dem Beruf des Vaters floh. Wehmut und nackte Haut, Sehnsucht und Verweigerung - es sind die krassen Gegensätze, die diesen großartigen Film über die Würde und die Wege, sie zu erlangen, bestimmen. Hauptdarsteller Jean-Pierre Léaud erweist sich als Glücksgriff, der der nun auf DVD erscheinenden Geschichte Glaubwürdigkeit verleiht.

Jacques Laurent (Jean Pierre Léaud) galt in den 70er-Jahren als Meister des anspruchsvollen Pornos. In den 80-ern gab er sein Metier auf und hinterließ einen unvollendeten Streifen. Nach gut 20 Jahren kehrt er nun wieder auf den Regiestuhl zurück - diesmal, um seine Schulden zu tilgen. Bei den Dreharbeiten kommt es zu einem Zusammentreffen mit seinem erwachsenen Sohn Joseph (Jérémie Rénier). Dieser kehrte sich vor einigen Jahren vom Vater ab, als er erfuhr, womit dieser sein Geld verdiente. Nun steht die längst fällige Diskussion über Werte und Wertewandel zwischen zwei Generationen an.

"Es ist extrem schwierig für mich, auf Pasolini, Eustache und Godard zu folgen", erklärte der junge Regisseur Bertrand Bonello seinem Star Jean-Pierre Léaud zu Beginn der Dreharbeiten von "Der Pornograph". So unterschiedlich der Ausgangspunkt der beiden auch war - es gelang ihnen, eine eigene künstlerische Ebene zu finden. Das Set der Produktion eines modernen Pornofilms mit abgebrühten Darstellern wird bei Bonello zur Plattform für Diskussionen um das Genre und um die Sehnsucht nach dem "guten Pornofilm" der goldenen 70-er.

Die nicht immer scharfen Bilder der Digi-Cam sind farblich entsättigt, was der authentischen Atmosphäre aber zuträglich ist. Auch der spartanische Sound setzt auf Realismus und legt vor allem Wert auf klare Dialoge. Im Bonsuteil der DVD gibt es lediglich einen Kurzfilm von Regisseur Bertrand Bonello.

Claas Nielsen

bewertungsbox

bildformat 1,66:1 (anamorph)
sprachen Deutsch (5.1), Französisch (2.0)
untertitel Deutsch
extras Kurzfilm: "Abenteuer von James & David"
laufzeit 106 Min.
tonsystem Dolby Digital
regionalcode Regionalcode 2
preis ca. 17 Euro
bewertung bild befriedigend
bewertung ton befriedigend
bewertung extras befriedigend

Credits:
(F 2001, R: Bertrand Bonello, D: Dominique Blanc, Jean-Pierre Léaud, Jérémie Renier u.a.)


Regisseur Bertrand Bonello inszenierte mit "Der Pornograph" einen mutigen Film über die untergegangene Porno-Kultur.
Regisseur Bertrand Bonello inszenierte mit "Der Pornograph" einen mutigen Film über die untergegangene Porno-Kultur. (Alamode Film)

Jeanne (Dominique Blanc) soll die Hauptrolle in Jaques' Film spielen und ist von der Zurückhaltung des Regisseurs überfordert.
Jeanne (Dominique Blanc) soll die Hauptrolle in Jaques' Film spielen und ist von der Zurückhaltung des Regisseurs überfordert. (Alamode Film)

Jacques Laurent (Jean-Pierre Léaud, rechts) muss in die Pornobranche zurückkehren.
Jacques Laurent (Jean-Pierre Léaud, rechts) muss in die Pornobranche zurückkehren. (Alamode Film)

Datum: 04.04.2009

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