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Nicholas Cage über den SciFi-Thriller "Knowing"

"Man muss Visionen haben, um die Welt zu verändern"

Schauspieler Nicolas Cage

(vm/tsch) "Wenn man nicht hängen bleiben, sondern im Leben vorankommen möchte, dann sollte man darauf achten, nicht immer nur auf Sicherheit zu setzen. Man muss Visionen haben, um die Welt zu verändern", so erklärt Nicholas Cage die unterschiedliche Wahl seiner Rollen. Mittlerweile gehört der Schauspieler zu den gröβten Stars Hollywoods. Eigentlich könnte er es sich leisten, auch an kleineren Projekten teilzunehmen, doch in letzter Zeit war Nicholas Cage fast ausschlieβlich in Blockbustern zu sehen. Sein neuer Film macht da keine Ausnahme: Der SciFi-Thriller „Knowing“ des „I, Robot“-Regisseurs Alex Proyas ist typisches Popcorn-Kino mit viel Pathos und einer gehörigen Portion Kitsch. Über den Endzeit-Blockbuster sagt Nicholas Cage nichtsdestotrotz: "Dieser Film hat die Möglichkeit, seine Zuschauer zu verändern". Ob das so ist, wird sich bald zeigen, denn der Film läuft am 09. April in den deutschen Kinos an.

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Cage spielt in "Knowing" den alleinerziehenden Vater und Astrophysiker John Koestler, der in den Besitz eines mysteriösen Papiers kommt, das durch einen Zahlencode die verheerendsten Unglücke der letzten 50 Jahre mit erstaunlicher Präzision vorausgesagt hat. Das Dokument stammt aus einer Zeitkapsel, die vor einem halben Jahrhundert von ein paar Schülern vergraben wurde. Drei Ereignisse stehen noch bevor, und Caleb sucht nach einer Lösung, um die Katastrophen zu verhindern und seinen Sohn zu beschützen.

Ein Grund, warum Cage die Rolle zusagte, sei gewesen, dass "Knowing" von einem alleinerziehenden Vater und seinem Sohn handelt: "Er ist unglaublich hingebungsvoll und kämpft gleichzeitig mit den Schwierigkeiten des Daseins als alleinerziehender Vater. Die Sorgen, die Väter um ihre Kinder haben, sieht man nicht besonders oft im Kino." Dass man alles tun würde, um sein Kind vor einem Unglück zu bewahren, kann der Schauspieler als Vater zweier Söhne sehr gut nachvollziehen.

Nicolas Cage zählt heute zu den bestbezahltesten Schauspielern Hollywoods. Schon früh war klar, dass er vor die Kamera wollte. Bereits mit 15 Jahren nahm er Schauspielunterricht, seinen Abschluss machte er schließlich an der UCLA School of Theater. Nach ersten eher unbedeutenden Rollen hatte Cage seinen ersten großen Erfolg in "Wild At Heart" (1990) von Kultregisseur David Lynch, der in Cannes als bester Film mit der "Goldenen Palme" ausgezeichnet wurde. Cage ließ in der Folge sein Image als Jungstar hinter sich und arbeitete an der Seite verschiedener Hollywoodgrößen.

Seinen endgültigen Durchbruch hatte er mit der oscarprämierten Rolle als lebensmüder, alkoholabhängiger Schriftsteller im Drama "Leaving Las Vegas" (1995). Inzwischen kann Cage eine lange Filmografie vorweisen, auf ein bestimmtes Genre ließ er sich bei der Vielzahl der Produktionen aber nie festlegen. Er drehte Actionfilme wie "The Rock - Fels der Entscheidung" (1996), Comicverfilmungen wie "Ghost Rider", Abenteuerfilme wie die "Vermächtnis"-Reihe und romantische Publikumserfolge wie "Stadt der Engel" (1998). Ein Lebensmotto beeinflusste dabei die Auswahl seiner Rollen: "Wenn man nicht hängen bleiben, sondern im Leben vorankommen möchte, dann sollte man darauf achten, nicht immer nur auf Sicherheit zu setzen. Man muss Visionen haben, um die Welt zu verändern."

Cage hat sich einen Namen gemacht und kann es sich leisten, die Rollen anzunehmen, die ihm etwas bedeuten. Dennoch muss er sich immer wieder dem Vorwurf der Kritiker stellen, er spiele hauptsächlich in Filmen mit, die nicht unbedingt sein schauspielerisches Talent herausforderten, sondern das größte Erfolgspotenzial als Kassenschlager hätten. Derzeit arbeitet er gemeinsam mit dem Team der "Vermächtnis"-Reihe am Fantasyfilm "The Sorcerer's Apprentice", bei dem Cage nicht nur die Hauptrolle als Zauberer übernehmen wird, sondern auch mit seiner Produktionsfirma "Saturn Films" beteiligt ist.

Im wahren Leben würde der Schauspieler gerne die Rolle eines Schlossherren übernehmen. Schon lange träumte er von einem Märchenschloss im Wald, und kaufte schließlich 2006 Schloss Neidstein in der Oberpfalz (28 Zimmer). Cage plante, regelmäßig die Ferien mit seiner Familie in Deutschland zu verbringen und auch die deutsche Sprache zu lernen, um sich mit seinen neuen Nachbarn unterhalten zu können. Das Schloss sollte ein Refugium für ihn und seine Familie werden. Gewohnt hat er dort jedoch nie, denn das Gebäude, das einer Grundsanierung bedarf, verkaufte er inzwischen ebenso wie mehrere seiner Immobilien, da auch er von der derzeitigen Finanzkrise nicht verschont bleibe. Den Traum vom eigenen Schloss hat er allerdings noch nicht aufgegeben: Angeblich hat er bereits ein neues Objekt in Österreich im Auge. Obwohl er sich selbst als "Weltbürger" bezeichnet, fühle er sich in Europa einfach wohler als in Hollywood, gestand Nicolas Cage in einem Interview.

Das mag an seinen europäischen Wurzeln liegen. Seine Mutter, Tänzerin und Choreografin Joy Vogelsang, war eine Deutsche, sein Vater ist der italienischstämmige Literaturwissenschaftler August Coppola. Geboren wurde Cage als Nicholas Kim Coppola. Als er jedoch zu Beginn seiner Schauspielkarriere immer nur nach seinem berühmten Onkel, dem Regisseur Francis Ford Coppola, gefragt wurde, beschloss er schließlich seinen Namen zu ändern. Zwar verhalf sein Onkel ihm anfangs zu Filmrollen ("Rumble Fish", 1983; "Cotton Club", 1984), letztlich wollte Cage aber nicht durch "Vitamin B", sondern mit seinem eigenen Talent überzeugen. Namensgebend für sein Künstlerpseudonym sollen einerseits Nicolas' Lieblingsmusiker, John Cage, zum anderen der Marvel-Comicheld Luke Cage gewesen sein. Verwundern würde das nicht, schließlich ist Nicolas Cage bekennender Comicfan. Seinem Sohn aus der Beziehung mit seiner dritten Ehefrau Alice Kim gab er den Geburtsnamen von "Superman": Kal-El. Wie John Koestler in "Knowing" würde sicher auch Nicolas Cage seinem Sohn versprechen, dafür zu sorgen, dass ihm nichts passiert.

Elisabeth Singer


In "Knowing" versucht Nicolas Cage, die Welt zu retten.
In "Knowing" versucht Nicolas Cage, die Welt zu retten. (Concorde)

Glaubt, mit seinem Endzeit-Film "Knowing", die Zuschauer verändern zu können: Nicolas Cage.
Glaubt, mit seinem Endzeit-Film "Knowing", die Zuschauer verändern zu können: Nicolas Cage. (2009 Concorde Filmverleih GmbH)

Eine Nacht genügt John Koestler (Nicolas Cage), die geheimnisvollen Zahlenreihen zu entschlüsseln und von der kurz bevorstehenden Apokalypse zu erfahren.
Eine Nacht genügt John Koestler (Nicolas Cage), die geheimnisvollen Zahlenreihen zu entschlüsseln und von der kurz bevorstehenden Apokalypse zu erfahren. (2009 Concorde Filmverleih GmbH)

Datum: 04.04.2009

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