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Erfolgreich und engagiertSchauspielerin Emma Thompson "Ich möchte Menschen auf der Leinwand sehen, von denen ich glauben kann, dass sie tatsächlich existieren, die mir vage ähneln." Realitätsnähe also ist es, die Emma Thompson von den Rollen erwartet, die sie spielt. Keine perfekten Menschen will sie darstellen, sondern Personen mit Ecken und Kanten. Gerade deshalb hat sie sich dafür entschieden, in "Liebe auf den zweiten Blick" (Kinostart: 16.April) eine der Hauptrollen zu übernehmen. Der Film handelt von zwei Menschen, die sich ineinander verlieben, obwohl sie die Hoffnung auf eine neue Liebe schon fast aufgegeben hatten. Anzeige Harvey (Dustin Hoffman) und Kate (Thompson) haben ihre "besten" Jahre bereits hinter sich. Er wäre gerne Jazz-Musiker geworden, schreibt stattdessen aber Werbejingles. Seine Ehe ging genauso in die Brüche wie die Beziehung zu seiner Tochter, die sich lieber vom Stiefvater zum Altar führen lässt. Kate, von ihrer Mutter tyrannisiert, hat etliche Versuche hinter sich, den Mann fürs Leben zu finden. Aus einer zufälligen Begegnung der beiden wird schließlich Liebe. Das Thema Alter rückt im Film gleich auf zwei Arten in den Vordergrund. Zum einen, weil beide nicht mehr die Jüngsten sind. Zum anderen, weil Harvey rund 20 Jahre älter ist als Kate. Gerade das Thema Liebe im Alter reizte Emma Thompson an ihrer Rolle als Kate: "Ich finde, es ist verheerend, sich zu verlieben, wenn man älter ist. Es ist eine gewaltige Sache, besonders wenn man nicht glaubt, dass es einem passieren könnte. Eine Liebesgeschichte wie unsere sieht man sonst nie. Es geht immer nur um sehr attraktive Menschen, die sich ineinander verlieben, und das langweilt mich zu Tode. Das interessiert mich nicht!" Thompson, die am 15. April ihren 50. Geburtstag feiert, hat ihr privates Glück bereits gefunden. Seit 2003 ist sie mit dem sieben Jahre jüngeren Schauspieler Greg Wise verheiratet. Kennengelernt haben sich die beiden während der Dreharbeiten zu der mehrfach preisgekrönten Romanze "Sinn und Sinnlichkeit" (1995), für deren Drehbuchadaption Emma Thompson mit dem Oscar ausgezeichnet wurde. Ihren ersten Academy Award erhielt die Schauspielerin 1992 als beste Hauptdarstellerin für ihre Rolle als Margaret Schlegel in "Wiedersehen in Howard's End". Den Zwängen gesellschaftlicher Konventionen widersetzte sich die Britin schon seit ihrer Jugend. Wie ihre Mutter, Schauspielerin Phyllida Law, einmal äußerte, war das Leben mit Emma oftmals eine Herausforderung: "Emma großzuziehen war, wie von einer dieser Maschinen überrollt zu werden, die den Teer auf der Straße glätten." Als Jugendliche war Thompson zeitweise Punkrockerin, auf dem College eine militante Feministin mit kahl rasiertem Kopf und Latzhosen. Schon damals sträubte sie sich gegen das Bild der Frau, die nur durch äußere Schönheit glänzt und den Männern gefallen will. Die Grenzen einer Männerdomäne sprengte Emma Thompson während ihrer Zeit an der Cambridge University mit ihrer Mitgliedschaft im "Footlights Dramatic Club". Obwohl sie als Studentin der englischen Literatur anfangs andere Pläne für ihr berufliches Leben hatte, entdeckte sie dort die Schauspielerei für sich und agierte an der Seite von erfolgreichen Schauspielern wie Hugh Laurie ("Dr. House") oder Stephen Fry ("Black Adder"). "Ich wollte eine Frau sein, die stark und unabhängig ist, aber die Leute zum Lachen bringen konnte" - so sagt sie im Rückblick auf ihre Schauspielanfänge. Neben ihrer Tätigkeit als Schauspielerin schreibt Emma Thompson Drehbücher, wie etwa zur Komödie "Eine zauberhafte Nanny" (2006), in der sie auch die Hauptrolle übernahm. Darin bewies sie Mut zur Hässlichkeit und zeigte einmal mehr, dass sie keine perfekten Menschen darstellen will. Aber auch politisches und soziales Engagement liegt der Britin am Herzen: "Ursprünglich dachte ich, ich würde eine Sozialarbeiterin, die sich um behinderte Kinder und alte Leute kümmert." Obwohl sie beruflich andere Wege eingeschlagen hat, setzt sie sich als Greenpeace-Aktivistin für die Gesellschaft und den Umweltschutz ein. Erst Anfang des Jahres kaufte die Schauspielerin gemeinsam mit anderen Mitgliedern der Organisation ein Stück Land, um den geplanten Ausbau des Londoner Flughafen Heathrow zu verhindern. Elisabeth Singer |
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