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"Eden Lake" schockiert mit kompromissloser Brutalität

Eden Lake

(cg/tsch) „Eden Lake“ hört sich als Ortsname eigentlich gut an, wenn es um ein romantisches Wochenende geht. Weg von der Stadt, weg vom Stress, ab zum Garten Eden, denken auch Steve und Jenny, als sie sich auf den Weg zum schönen Örtchen machen. Nun weiβ man jedoch, dass „Eden Lake“ ein Horrorfilm ist und man braucht gar nicht lang zu rätseln, ob das nun gut ausgeht. Das junge Pärchen beginnt auch ziemlich bald, daran zu zweifeln, denn die Bekanntschaft mit der verkommenen Landjugend bringt erste Risse des romantischen Bilds mit sich. Und dass mit den Leuten vom Lande nicht zu spaβen ist, weiβ man bereits seit Sam Peckinpahs „Straw Dogs“ (1971). Doch die Brutalität der Jugendlichen übertrifft alle Erwartungen und bald findet man sich inmitten eines Sadisten-Horrors, bei dem man ähnlich wie bei „Hostel“ Zeuge von unmenschlichen Qualen wird.

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Die sprichwörtlichen "Nerven aus Drahtseil" sind beim Horror-Thriller "Eden Lake" (2008) mal wieder gefragt. Nicht, dass es den Zuschauer vor Spannung zerreißen würde, aber die dargestellte Gewalt geht teilweise deutlich über die Schmerzgrenze hinaus. Trotz des durchaus beachtlichen Erfolges ähnlicher Streifen wie "Hostel" hat der Verleih von einer Kino-Auswertung von "Eden Lake" abgesehen. Der Streifen erscheint deshalb nun als DVD-Premiere in gekürzter FSK 18-Fassung.

Wenn sich die Qualität eines Horrorfilms daran bemessen ließe, wie oft der Zuschauer denkt "Nein, tu das nicht", wäre "Eden Lake" definitiv ganz weit vorne. Angefangen bei den Lästereien über die wenig serviceorientierte Landbevölkerung im Pub, machen die Protagonisten Steve (Michael Fassbender) und Jenny (Kelly Reilly) so ziemlich alles falsch, was falsch zu machen ist. Dabei wollen die beiden eigentlich nur ein paar romantische Tage am idyllischen Eden Lake verbringen: Der hat allerdings mehr mit der Vertreibung aus dem Paradies als mit dem Garten Eden zu tun.

Ohnehin hat das Pärchen die Rechnung ohne die verkommene Landjugend gemacht. So liegen die beiden am See, als eine Gruppe Halbstarker in Hörweite ihren Ghetto-Blaster bis zum Anschlag aufdreht. Anstatt sich einfach einen anderen Platz zu suchen, bittet Steve die Clique die Musik leiser zu drehen. Die ist natürlich wenig einsichtig und zersticht kurz darauf die Reifen seines Autos. Auch das ist für Steve nicht Warnung genug: Er will Anführer Brett (Jack O'Connell) zur Rede stellen. Als dieser auch noch Steves Auto klaut, eskaliert die Situation. Bei einem Handgemenge ersticht Steve Bretts Hund. Fortan will Brett nur noch eins: Rache - und zwar bis zum Tod. Dabei werden dann zum Beispiel Menschen bei lebendigem Leib verbrannt, Messer in die Zunge gerammt und die Hände mit Stacheldraht gefesselt.

Überraschend ist bei "Eden Lake" vor allem die kompromisslose Brutalität, mit der Anführer Brett ohne jedes Unrechtsbewusstsein vorgeht. Und selbst das Ende bietet keine Entwarnung. Spannend ist das Ganze nur bedingt, denn der Plot folgt der üblichen Horror-Story. Trotzdem oder gerade deshalb wird "Eden Lake" sein Publikum unter Genre-Fans finden, ist der Sadisten-Horror doch das derzeit angesagteste Sub-Genre dieser Gattung.

Aus technischer Sicht ist die DVD guter Durchschnitt. Das Bild ist anfangs angenehm warm, wechselt später ins Düstere und lässt für den Zuschauer dadurch eine Angst einflößende Atmosphäre entstehen. Der Ton ist solide, aber unspektakulär, wobei der spannende Score die Story gut unterstützt. Die Extras sind ausreichend, wenn auch nicht besonders einfallsreich: Die B-Roll wirkt dabei wie eine billige Amateuraufnahme. Die Interviews mit Cast und Crew gehen nicht über die üblichen PR-Sprüche hinaus.

Daniel Hill

bewertungsbox

bildformat 2,35:1 (anamorph)
sprachen Deutsch (5.1), Englisch (5.1)
untertitel Deutsch
extras Interviews: Darsteller Kelly Reilly, Michael Fassbender und Thomas Turgoose, Regisseur James Watkins und Produzent Christian Colson; B-Roll; Featurette
laufzeit 86 Min.
tonsystem Dolby Digital
regionalcode Regionalcode 2
preis ca. 16 Euro
bewertung bild gut
bewertung ton befriedigend
bewertung extras befriedigend

Credits:
(GB 2008, R: James Watkins, D: Michael Fassbender, Kelly Reilly, Jack O'Connell u.a.)


Sadistischer Horrorfilm um ein Pärchen, das an einem idyllischen See campen will: "Eden Lake".
Sadistischer Horrorfilm um ein Pärchen, das an einem idyllischen See campen will: "Eden Lake". (Universum)

Verstümmelt und blutverschmiert: Jenny (Kelly Reilly) und Steve (Michael Fassbender) suchen Unterschlupf in einem Holzverschlag.
Verstümmelt und blutverschmiert: Jenny (Kelly Reilly) und Steve (Michael Fassbender) suchen Unterschlupf in einem Holzverschlag. (Universum)

Brett (Jack O'Connell, rechts) zwingt einen aus seiner Clique, Steve (Michael Fassbender, Rücken) mit dem Messer in dem Mund zu stechen.
Brett (Jack O'Connell, rechts) zwingt einen aus seiner Clique, Steve (Michael Fassbender, Rücken) mit dem Messer in dem Mund zu stechen. (Universum)

Datum: 19.04.2009

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