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"Der Pate II" setzt auf unnötige Effekthascherei

Organisiertes Verbrechen mit Schwächen

PC-Spieler dürfen das Angebot von EA dankend ablehnen, der volljährige Konsolen-Rest sollte einen Blick riskieren. Nichtsdestotrotz: "Der Pate 2" hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck.

Familienfehden und Filmklassiker: Die 2006 veröffentlichte Umsetzung "Der Pate" war zwar gut, konnte aber "Mafia", die Referenz bei virtuellen Gangster-Epen, nicht vom Thron stoßen. Der logischerweise "Der Pate II" genannte Nachfolger lehnt sich extrem eng am Vorgänger an - was gut, aber auch ziemlich schlecht ist. Zudem wirkt die PC-Version unfertig.

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Der Spieler schlüpft in die Rolle von Dominic, eines ehemaligen Handlangers von Don Corleone. Seine Aufgabe ist es, die rivalisierenden Mafiaclans zu verdrängen und selbst die Macht zu übernehmen. Dass so etwas nicht ohne Gewalt geht, liegt auf der Hand. Dass EA auf blutige und unnötige Effekthascherei setzt, ist dagegen angesichts der namhaften Vorlage mehr als unverständlich. Aus diesem Grund ist das Spiel keinesfalls für Minderjährige geeignet.

War die kriminelle Karriere im ersten Teil auf die Stadtbezirke von New York beschränkt, stehen diesmal die drei Metropolen New York, Miami und Havanna im Mittelpunkt. Diese Ausweitung hat einen Vorteil: Da die Landkaten kleiner sind, entfallen die nervigen, teils zehn Minuten langen Autofahrten. Will der Spieler in eine andere Stadt, düst er einfach zum Flughafen. Aber auch der Hintergrundstory, in der neben der Mafia auch die CIA und Fidel Castro eine Rolle spielen, kommen die neuen Schauplätze zugute.

Eine zweite Neuerung, die wirklich gelungen ist, sind die sogenannten "gemachten Männer". Dabei handelt es sich um computergesteuerte Gehilfen, die dem Protagonisten zur Seite stehen. Und diese Unterstützung ist von elementarer Bedeutung, da der Protagonist - im Gegensatz zum ersten Teil - kein Multitalent mehr ist. Ob das Knacken von Safes, Aufbrechen von Türen oder Ausschalten von Alarmanlagen - für jede dieser Tätigkeiten ist ein Spezialist nötig. Aber auch bei Angriffen auf feindliche Läden sind sie dank ihrer Feuerkraft eine große Hilfe.

Zu Beginn des Spiels wird Dominic von lediglich einem Helfer unterstützt, im Laufe der Einzelspielerkampagne wächst die Anzahl seiner Untergebenen jedoch auf sieben an. Die lassen sich zudem befördern und erhalten dadurch zusätzliche Spezialfähigkeiten.

Wer will, kann seinen Handlangern aber auch befehlen, Geschäfte zu übernehmen, Gebäude in die Luft zu jagen und eigene Immobilien zu beschützen. Apropos: Der Spieler kann Wachen anheuern, die in den eigenen Läden nach dem Rechten sehen. Das ist wichtig, da der Besitz bestimmter Geschäfte spielentscheidene Vorteile mit sich bringt. Gehören einer Familie etwa alle Läden, in denen mit geschmuggelten Diamanten gehandelt wird, tragen die Gangster Panzerwesten; kontrollieren sie den Drogenmarkt, verdoppeln sich die Einnahmen.

Leider fällt das taktische Katz- und Mausspiel auf einer Übersichtskarte der Städte, hier "Don-Modus" genannt, bereits nach ein oder zwei Stunden negativ auf. Man übernimmt eine Handvoll Geschäfte seiner Gegner, die luchsen einem wieder einige Läden ab. Dazwischen fährt der Spieler durch die Straßen und hält Ausschau nach Zivilisten, denen er Gefälligkeiten erweisen kann. Dies ist insofern wichtig, als dass sich die Familienmitglieder der anderen Clans nicht einfach nur um die Ecke bringen lassen. Was genau zu tun ist, erfährt der Spieler, wenn er einem der Passanten einen Gefallen getan hat.

Während die Grafik der PC-Version völlig veraltet wirkt, können sich die beiden Konsolenvarianten gerade noch sehen lassen. Bauwerke, Fahrzeuge und die Zwischensequenzen sind klasse. Dafür muss der Spieler damit leben, dass andere Fahrzeuge urplötzlich auf der Straße auftauchen und feindliche Mafiosi in Kisten stecken bleiben. Überhaupt ist die Intelligenz der Computer-Gesellen teils lächerlich. Perfekt ist hingegen der Sound - inklusive stimmiger Musik, cooler Effekte und Profi-Synchronsprechern.

Artur Hoffmann




Datum: 19.04.2009

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