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Meisterwerk von Depeche Mode: "Sounds of the Universe"

Depeche Mode Sounds Of The Universe

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Auf die Treue ihrer Hörerschaft schwören ja viele. Aber U2 hin, Metallica und AC/DC her, wohl keine andere Band dieses Kalibers wird - gerade in Deutschland - so kultisch und bedingungslos von ihren Fans verehrt wie Depeche Mode. Und so stellt sich mit jedem ihrer neuen Alben seit Jahren eigentlich nur eine Frage: Hat das legendäre Elektro-Pop-Trio auch für Hörer außerhalb der großen Anhängerschar irgendeine Relevanz? Für "Sounds Of The Universe" gilt dies auf jeden Fall.

Natürlich erfinden auch Depeche Mode sich und ihren Sound nach fast 30 Jahren Bandgeschichte nicht mehr neu. Aber finden womöglich besser zusammen als jemals zuvor. Die kreativen Spannungen und Animositäten, die in der Vergangenheit immer wieder zwischen Sänger Dave Gahan und Hauptsongwriter Martin L. Gore gemeldet und von den beiden Depeche-Mode-Protagonisten auch bestätigt wurden, scheinen endgültig der Vergangenheit anzugehören. Und sich in absolutem Wohlgefallen aufzulösen. "In einem Blindtest hätte man Schwierigkeiten herauszufinden, wer welchen Song geschrieben hat", wird Gore bezüglich des neuen Albums zitiert.

Erwähnenswert ist diese bandinterne Harmonie deshalb, weil sie sich auch ganz offensichtlich und hörbar musikalisch auf "Sounds Of The Universe" niederschlägt. Das gegenseitige Vertrauen führt offenbar dazu, dass Gore und Gahan sich trauen, den bandeigenen Elektro-Popsound an den Rändern ihres Klanguniversums ausfransen zu lassen. Und zwar ohne dass diese Bemühungen erzwungen oder modernistisch klingen. Eher schon erlauben sich Depeche Mode, mit Hilfe der eigens für die Aufnahmen zu "Sounds Of The Universe" angeschafften Uraltsynthesizer und Drummaschinen, sich beim Sound hemmungslos in der Popgeschichte zu bedienen. Bis zum offensichtlichen Selbstzitat.

Am deutlichsten geschieht dies bei "Come Back", das Depeche Modes 80er-Jahre-Industrialeinflüsse zurückbringt. "In Sympathy" hingegen spielt mit Acht-Bit-Computersounds, noch weiter in die Vergangenheit führt das gospelige "Peace", in dem die Synthies schwer nach Seventies-Soundvisionär Jean-Michel Jarre klingen. Das hypnotische "Little Soul" erinnert mit Loops und experimentellen Gitarren an die TripHopper von Portishead. Glanzlicht des Albums ist definitiv "Wrong". Die vorab ausgekoppelte Song überzeugt als zeitgemäßer und frischer, mit düsteren Beats dröhnender Groove-Pop - und ist sicher die beste Single des Trios seit "It's No Good". Das wirklich Unerhörte an "Sounds Of The Universe" sind aber die Gesangsparts: Gahan und Gore teilen sich Vocals, harmonieren auch stimmlich perfekt. Und erreichen so bei vielen Songs eine ungeahnte Tiefe - ja sogar Würde.

Eben jene dürfte Gelegenheitshörer wie auch Fans überraschen. Und Letztere werden begeistert sein, dass "Sounds Of The Universe" mit 13 Songs und fast 61 Minuten Spielzeit einmal mehr treue Anhänger belohnt.

Stefan Weber


Datum: 19.04.2009

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