Dani Levy macht sich in "Mein Führer" über Hitler lustig
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Mein Führer
Über die Frage, ob man diesen Film machen durfte oder nicht, kann man geteilter Meinung sein. Und so wurde 2006 bereits im Vorfeld heftig über "Mein Führer - Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler" diskutiert, was sich nicht zuletzt positiv auf die Besucherzahlen auswirkte. Rund 800.000 Leute wollten die umstrittene Parodie auf Hitler sehen, in der der 2007 verstorbene Ulrich Mühe ("Das Leben der Anderen") seine letzte Kinorolle spielte. ARTE zeigt Dani Levys Werk nun in einer Free-TV-Premiere. Im Anschluss daran setzt sich das Magazin "Paris, Berlin - Die Debatte" mit der Frage "Was darf Satire?" auseinander (22.30 Uhr).
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Im Winter 1944 steht das Dritte Reich am Abgrund, und Adolf Hitler (Helge Schneider) ist deprimiert. Dabei soll der "Größte Feldherr aller Zeiten" mit einer große Rede das Ruder noch einmal herumreißen. Goebbels (Sylvester Groth) hat eine Idee: Der Schauspiellehrer Grünbaum (Mühe) soll den Führer wieder in Form bringen. Ausgerechnet Grünbaum - ein Jude, der mit seiner Familie im KZ ist. Regisseur Dani Levy versuchte eine mal komische, mal tragische, mitunter brutale Verballhornung Hitlers.
Zwar weckt "Mein Führer" immer wieder die Erinnerung an Charlie Chaplins Meisterwerk "Der große Diktator". Autor und Regisseur Levy, der zuletzt an dem Kompilationsfilm "Deutschland 09" beteiligt war, will sich diesem Vergleich auch gar nicht verschließen. In einigen Passagen erinnert er ganz direkt an den Film, der 1940 entstand. Nur gibt er Adolf Hitler viel offensichtlicher der Lächerlichkeit preis. Er überzieht weit mehr als es Chaplin tat. Und doch finden sich einige Szenen, die auch im Hollywood-Film ihren Platz haben könnten. Hitler im Schaumbad, mit einem Kriegsschiff statt der Gummiente spielend, zum Beispiel.
In der Wanne liegt Helge Schneider. Die Nachricht, dass er es sein würde, der Adolf Hitler spielt, überraschte zu Drehbeginn viele. Levy wählte keinen der bekannten Charakterdarsteller aus. Er setzte auf einen Komödianten und tat gut daran. Schneider geht zwar ab und an über das Ziel hinaus, macht also zu viel Comedy, aber er schafft eine Figur, die keine akribische Kopie sein will, sondern sich auf Originalität statt auf Authentizität gründet. Eine schauspielerisch starke Leistung, zumal Schneider ohne die ihm sonst eigenen Elemente der Komik auskommen musste.
"Herr Grünbaum. Diese Sache mit den Juden - die dürfen Sie nicht persönlich nehmen." Wenn der Film Sätze wie diese anbietet, wird er zur großen Politsatire. Wenn Grünbaum den Führer zu Liegestützen bittet, wird er banal. Wenn er Hitler schließlich beim Beischlaf-Versuch mit Eva Braun (Katja Riemann) zeigt, wird es beinahe unerträglich. Es geht auf und ab, hin und her zwischen Satire und purer bis grenzwertiger Comedy.
Tom Ruder
Im Schaumbad spielt der Führer (Helge Schneider) mit seinem Kriegsschiff. (WDR / Ecki Friz)
Schauspiellehrer Grünbaum (Ulrich Mühe, rechts) soll den Führer (Helge Schneider) auf seine große Rede vorbereiten. (WDR / Ecki Friz)
Der Führer (Helge Schneider) muss auf Vordermann gebracht werden. Ausgerechnet der jüdische Schauspiellehrer Grünbaum (Ulrich Mühe, hinten) soll der richtige Mann für diese Aufgabe sein. (WDR / Ecki Friz)
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