Dreieinhalb Stunden lang: "Das Boot - Director's Cut"
Das Boot - Director's CutDieser Film war Wolfgang Petersens Eintrittskarte für Hollywood. Nach seinem 1981er-Meileinstein "Das Boot" drehte der Regisseur Großprojekte mit Stars wie George Clooney ("Der Sturm"), Brad Pitt ("Troja") oder zuletzt Kurt Russell ("Poseidon"). Doch natürlich ist das Weltkriegsepos vor allem auch ein Stück jüngerer deutscher Kulturgeschichte geworden. Ein so bedeutendes, dass 3sat anlässlich des 60. Jahrestages der Bundesrepublik Deutschland (23.05.) an Petersens Sternstunde erinnert. Der Kultursender wiederholt "Das Boot - Director's Cut" - also jene Version, die der Regisseur 1997 als überarbeitete Fassung des Originals ins Kino brachte. Anzeige Mit 25 Millionen Mark Produktionskosten war der wahrhaft "amphibische" Film 1981 der teuerste Streifen, der bis zu diesem Zeitpunkt in Deutschland gedreht wurde. Der Aufwand lohnte sich: Verkauft wurde er in beinahe alle Länder der Erde. Dazu ebnete er Petersen den Weg nach Hollywood und Schauspielern wie Jürgen Prochnow, Martin Semmelrogge, Uwe Ochsenknecht, Klaus Wennemann und natürlich auch Herbert Grönemeyer, der in jungen Jahren in einer Hauptrolle als Kriegsberichterstatter mit im "Boot" saß, die große Karriere. Petersen fertigte zunächst zwei Versionen an: eine zweieinhalbstündige fürs Kino und eine sechsstündige fürs Fernsehen. Im "Director's Cut" wurden daraus knapp dreieinhalb Stunden. Der Regisseur verbrachte Monate im Schneideraum und im Tonstudio, um Schnitt und Sound an die 90er-Jahre anzupassen. Noch mehr als früher pfeifen dem Fernsehzuschauer nun die Wasserbomben um die Ohren, und auch das Knirschen der Rohre bei 270 Meter Tiefe wird keiner so schnell vergessen können. Hinzu kommen ein besseres Bild und deutlich rasantere Schnitte. Die Faszination des Films ist ungebrochen: Den "Director's Cut" wollten 1997 im Kino immer noch 215.000 Zuschauer sehen. An der Geschichte selbst hat sich nichts geändert. Nach ausgelassenen Feiern an Land sticht das deutsche U-Boot U-96 unter dem Kommando des "Alten" (Jürgen Prochnow) 1941 wieder in See, um feindliche Transportschiffe zu versenken. Die Enge an Bord, die Langeweile und bald schon die britischen Zerstörer verlangen der Mannschaft alles ab. Nach glücklich überstandenen Gefahren trifft eine neue Hiobsbotschaft ein: Das Boot wird vom Atlantik ins Mittelmeer beordert. Einziger Weg dahin: die von den Briten kontrollierte Meerenge von Gibraltar. Johann Ritter |
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