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Über Billiglohn: "Die wundersame Welt der Waschkraft"

Die wundersame Welt der Waschkraft

(vm/tsch) "Das Leben ist, wie es ist", heißt es irgendwann in „Die wundersame Welt der Waschkraft“. Wenn dieser Satz fällt, ist es klar, dass das besagte Leben nicht viel zu bieten hat. So ist das im deutsch-polnischen Grenzland: kleine Träume, große Sorgen. Regisseur Hans-Christian Schmid entdeckte diesen Landstrich für sich bereits 2002 und drehte sein Drama „Lichter“. Dieses Mal beobachtete er mehr, anstatt zu inszenieren. Und so entstand eine einfühlsame und realitätstreue Doku über polnische Billiglöhner in einer Wäscherei, wo nur die schmutzige Wäsche, die aus Deutschland kommt, von einem besseren Leben erzählt.

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Die einen betten sich in luxuriösen Fünf-Sterne-Hotels, die anderen erledigen die Drecksarbeit: Schmids Film über die Menschen, die in einer Wäscherei kurz hinter der Grenze arbeiten, ist ein Film der Kontraste. Der Wohlstand kommt hier nur in Lkw-Ladungen voller schmutziger Wäsche an, die Billiglöhner in Polen aber schuften und können ihr Leben dennoch nicht verbessern.

Aber die Menschen, die dort leben, müssen mit dieser Wirklichkeit zurechtkommen. Kein Wunder, dass sie große Träume haben. Träume, die sie am Leben erhalten, Träume, die ihnen immer wieder Kraft geben, Träume, mit denen die scharfen Kanten der Realität entgratet werden können. Meistens sind die Träume klein und handeln von einem gemeinsamen Familienleben, von einer gesicherten Existenz oder einfach einer besseren Zukunft.

Natürlich fragt sich Schmid, was Arbeit heute wert ist, zeigt das real existierende Wohlstandsgefälle innerhalb der EU, bezieht politisch Stellung mit seinem Film. Aber er macht das mit einer sensiblen Beiläufigkeit. Weil er aus dem Leben seiner Protagonisten Augenblicke des Alltags festhält, weil er sie nicht inszeniert, sondern einfach beobachtet. "Das Leben ist, wie es ist", heißt es dann auch an einer Stelle im Film.

Andreas Fischer

Credits:
V:Piffl Medien, D 2009, R: Hans-Christian Schmid

Laufzeit: 97 Min.

Kinostart:
07.Mai 2009


In der "Wundersamen Welt der Waschkraft" ist alles sauber, aber längst nicht porentief rein.
In der "Wundersamen Welt der Waschkraft" ist alles sauber, aber längst nicht porentief rein. (23/5 + RBB/ARTE, 2008)

Dienstbesprechung der Schichtarbeiterinnen: Sie machen den Job, weil es keinen anderen gibt.
Dienstbesprechung der Schichtarbeiterinnen: Sie machen den Job, weil es keinen anderen gibt. (23/5 + RBB/ARTE, 2008)

Büglerin Beata (rechts) verabschiedet ihre Mutter nach England: Sie will auf der Insel ihrem Sohn unter die Arme greifen.
Büglerin Beata (rechts) verabschiedet ihre Mutter nach England: Sie will auf der Insel ihrem Sohn unter die Arme greifen. (23/5 + RBB/ARTE, 2008)

Datum: 05.05.2009

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