"Snakes on a Plane" bietet nur Hollywood-Hausmannskost
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Snakes on a Plane
Wäre dieser Film doch nie in die Kinos gekommen. Hätte er sich weiterhin auf einer hypothetischen Ebene bewegt: Nichts hätte seinem legendären Status im Weg gestanden. "Snakes on a Plane" heißt der Actionthriller, um den in den Wochen und Monaten vor Kinostart im September 2006 reichlich Wind gemacht wurde. Hunderte von Internetnutzern errichteten digitale Schreine in Form von Weblogs oder selbst gedrehten Videos. Doch es kam anders, als sich das die Produzenten und die letztendlich als Minorität entlarvte Fanschar erhofft hatten: Die "Schlangen im Flugzeug" gingen im Kino kläglich zugrunde, denn das heiß erwartete Werk entpuppte sich als simpler Horrorfilm. In Deutschland wollten nur rund 73.000 Zuschauer "Snakes on a Plane" sehen, den RTL nun als Free-TV-Premiere zeigt.
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Dabei bietet der Film mehr als - wie "Entertainment Weekly" zynisch feststellte - einen unterhaltsamen Titel. Immerhin ist die Inszenierung von Regisseur David R. Ellis grundsolide, orientiert sich aber eben an üblichen Vorbildern des Katastrophenfilms aus den 70er-Jahren. Von der Eröffnungssequenz an, die mit einem Kameraflug über Hawaii beginnt und schließlich damit endet, dass der Sohn eines Staatsanwalts dabei zusehen muss, wie sein Vater von einem Mafiaboss mit einem Baseballschläger ermordet wird, lebt der Film eben jene Erwartungen aus, die zuvor im Internet wuchsen: eine beinahe schmerzhaft vorhersehbare Handlung, ein uninspirierter, dafür krachend-lauter Soundtrack und Dialoge, die den Darstellern teils direkt von den Fans auf die Lippen geschrieben wurden - und die sich auch so anhören.
Samuel L. Jackson führt als FBI-Agent und Heldenfigur die sonst wenig bekannte Darstellerriege mit Julianna Margulies ("Emergency Room") als Stewardess und Nathan Phillips ("Wolf Creek") als Zeuge des Mordes an. Letzterer wird von Hawaii nach Los Angeles geflogen, um seine Beobachtungen vor Gericht wiederzugeben und den Mafioso hinter Gitter zu bringen. Um das zu verhindern, lässt dieser aggressive Giftschlangen an Bord des Linienfluges schmuggeln, die in 10.000 Metern Höhe bald Angst und Schrecken verbreiten.
Der Actionthriller ist keineswegs so schlecht, dass er im Augenschein des Betrachters wieder gut wirkt. Eine B-Movie-Qualität ist "Snakes on a Plane" nicht zuzusprechen. Es ist ein klassischer Horrorfilm mit einer angemessenen Dosis an Schockeffekten und dem heutzutage üblichen Anteil von Ekelszenen, der seine Geschichte routiniert abspult. Nicht schlecht, aber eben nicht der Rede wert. - Kommerziell erfolgreicher wird wohl Samuel L. Jacksons nächstes Werk werden: Der 60-Jährige steht derzeit für die Fortsetzung der Comic-Verfilmung "Iron Man" (Kinostart: 06.05.2010) vor der Kamera.
Bernd Fetsch
FBI-Agent Neville Flynn (Samuel L. Jackson) soll einen wichtigen Zeugen nach Los Angeles bringen. (RTL)
Flynn (Samuel L. Jackson) kämpft mit allen Mitteln gegen die aggressiven Giftschlangen. (RTL)
Flugbegleiterin Claire Miller (Julianna Margulies) spürt, dass die Situation eskaliert. (RTL)
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