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Aus den USA in die Ukraine: "Alles ist erleuchtet"

Alles ist erleuchtet

Das Romandebüt "Alles ist erleuchtet" von Jonathan Safran Foer war einer der großen Bestseller der letzten Jahre. In seinem Buch schickte er sein gleichnamiges Alter Ego auf die Suche nach einer Frau, die in der Ukraine seinen Großvater vor den Nationalsozialisten gerettet haben soll. Aus dem Romandebüt wurde dann auch ein Regie-Erstling: Schauspieler Liev Schreiber hat sich der heiklen Holocaust-Geschichte angenommen und ein liebenswert-humorvolles Roadmovie daraus gemacht - mit herzzerreißenden Untertönen und einem Finale, das wohl niemanden kalt lässt. Das ZDF zeigt den Film (2005), der im Kino unberechtigterweise unterging, nun in einer Free-TV-Premiere.

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Jonathan ("Frodo" Elijah Wood) ist ein Messie, kein krankhafter, sondern einer, der sich für die Geschichte seiner Familie interessiert. Er sammelt alles, was auch nur irgendeinen familiären Wert ausstrahlt: Zahnspangen, Schlüssel, Spielfiguren, Amulette. Alles pinnt er säuberlich verpackt an die Wand. Doch lässt sich allein dadurch die Erinnerung aufrechterhalten? Sein Großvater konnte in der Ukraine während des Zweiten Weltkriegs nur knapp dem Tod durch die Nationalsozialisten entrinnen. Gerettet hat ihn damals eine Frau. Nur weiß Jonathan nicht, wer sie ist. Allein ein verblasstes Foto zeugt von ihrer Existenz - und Jonathan macht sich auf, das Rätsel zu entschlüsseln.

Also geht es in die Ukraine. Mit einem fröhlich aufgelegten Übersetzer namens Alex (Eugene Hutz), seinem Trabbi und einem unausgeglichenen Hund auf der Rückbank begibt er sich auf eine ganz besondere Odyssee. Chauffeur ist der skurrile Großvater (Boris Leskin) von Alex, der denkt, er sei blind, aber spätestens am Ende der Geschichte spielt auch er eine ernste, herausragende Rolle. Der Film ist voll von humorvollen Sequenzen. Oft lakonisch kommt der Witz daher in Schreibers Romanadaption, in die er auch autobiografische Elemente einfügte.

Das große Finale ist ein tragisches. Nicht allein das leuchtende Sonnenblumenfeld, das sich am Ende des Films förmlich bis zum Horizont ergießt, zeichnet "Alles ist erleuchtet" aus. Die Tragikomödie kommt ohne platten Witz und forcierte Rührseligkeit aus. Es sind die Geschichte selbst und ihre natürlichen Charaktere, die den besonderen Geist der Erzählung offenbaren: Menschlichkeit ist kein Geschenk. Umso schöner ist es, damit beschenkt zu werden.

"Alles ist erleuchtet" blieb bislang Liev Schreibers einzige Regie-Arbeit. Als Schauspieler ist der 41-Jährige derzeit aber sehr gut ausgelastet. Der Lebensgefährte von Naomi Watts war zuletzt als Bruder von Daniel Craig in "Unbeugsam - Defiance" sowie als Gegenspieler von Hugh Jackman in "X-Men Origins: Wolverine" im Kino zu sehen. Am 3. September folgt Ang Lees Tragikomödie "Taking Woodstock". Derzeit dreht Schreiber den Thriller "Salt" an der Seite von Angelina Jolie.

Franziska Kramer



Der Jude Jonathan Safran Foer (Elijah Wood) sucht in der Ukraine nach Spuren seiner Großeltern.
Der Jude Jonathan Safran Foer (Elijah Wood) sucht in der Ukraine nach Spuren seiner Großeltern. (ZDF / Neil Davidson)

Als Jonathan (Elijah Wood) Lista (Laryssa Lauret) trifft, kommt er bei seinen Recherchen einen großen Schritt weiter.
Als Jonathan (Elijah Wood) Lista (Laryssa Lauret) trifft, kommt er bei seinen Recherchen einen großen Schritt weiter. (ZDF / Neil Davidson)

Alex (Eugene Hutz, rechts) dient Jonathan (Elijah Wood) auf seiner Reise als Dolmetscher.
Alex (Eugene Hutz, rechts) dient Jonathan (Elijah Wood) auf seiner Reise als Dolmetscher. (ZDF / Neil Davidson)

Datum: 01.06.2009

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Artikel ID 216885

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