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Uninspiriert: "X-Men Origins: Wolverine"

Auf Messers Schneide

Messerscharfe Action: "X-Men Origins: Wolverine" ist das Spiel zum Film zum Comic.

Wieder was gelernt: Messerstechereien sind brutaler als Schießereien. So jedenfalls lautet das Urteil der USK, die dem Comichelden "Wolverine" für seinen Auftritt auf der PS3 und Xbox360 ihr Siegel verweigerte - und damit den Release in Deutschland verhinderte. Allerdings gilt dies nicht für die ab 18 Jahren erhältliche PS2- und Wii-Version. Nicht etwa, weil die schlechtere Grafik der technisch schwächeren Konsolen wie ein Gewaltverharmlosungs-Weichzeichner wirkt, sondern weil sich die getesteten Wii- und PS2-Versionen von der Next-Gen-Variante bei Levelgestaltung und Inszenierung unterscheiden. Auch das Entwicklerteam ist ein anderes.

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Beiden Versionen gemeinsam ist die Anlehnung an den aktuellen "Wolverine"-Kinofilm, in dem gezeigt wird, wie aus einem kränkelnden Jungen der beliebteste aller Comic-Helden wurde. Der Wolfsmann, dessen Skelett im Rahmen eines Militärexperiments mit der unkaputtbaren Legierung Adamantium ummantelt wurde, metzelt darin seine Widersacher mit messerscharfen Klauen zuhauf nieder. Aus Notwehr natürlich, denn eigentlich plante Wolverine alias Logan ein ruhiges Leben in der Abgeschiedenheit der kanadischen Wälder. Nebenbei erfährt der Spieler Hintergründiges über die Vergangenheit Wolverines, unter anderem hinsichtlich des Zwists mit seinem Bruder Sabretooth.

Grob der Filmhandlung folgend, kämpfen sich volljährige PS2- und Wii-Besitzer fortan durch Horden von Gegnern. Klauen-Kombos lockern die monotonen Kloppereien zwar auf, lassen aber bereits früh erahnen, dass "Wolverine" auf PS2 und Wii eine typische, sprich: uninspirierte Filmumsetzung ist, die allein von ihrem prominenten Namen profitieren will.

Rätsel gibt es auch, verdienen aber kaum ihren Namen. Setzt Wolverine seine geschärften Sinne ein, färbt sich sein Blickfeld rot und er kann zerstörbare Hindernisse erkennen. Barrikaden schiebt er mit Leichtigkeit beiseite. Darüber hinaus kann sich der selbstheilende Mutant an Vorsprüngen hochziehen und mit dem sogenannten "Wilden Sprung" größere Abgründe überwinden. Duelle mit Bossgegnern laufen im Stil von simplen, aber rasant inszenierten Reaktionstests ab.

Obwohl sich die Macher Mühe gaben, das Action-Einerlei mit diversen Features zu erweitern, wirkt das Gameplay auf Dauer zu gleichförmig. Noch ärgerlicher aber ist die Kameraführung, die keinen Rundumblick erlaubt. So fühlt sich der Sichtbereich oft unnatürlich eingeschränkt an. Besonders ungünstig wirkt sich das an Abgründen aus, die Wolverine aufgrund der begrenzten Sichtverhältnisse bisweilen ohne Vorwarnung hinabstürzt.

Ganz anders: die hierzulande nur bei Fachhändlern erhältliche PS3- und Xbox-360-Fassung. Die gewinnt zwar auch keinen Innovationspreis, ist aber derart spektakulär und dynamisch in Szene gesetzt, dass dem Spieler kaum Zeit zum Durchatmen bleibt. Allerdings wird in schillernden Rottönen klar, warum die USK eine Kennzeichnung verweigerte.

Michael Eichhammer




Datum: 11.05.2009

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