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In Cannes 2009 glänzen nicht nur Brad Pitt und Penelope Cruz

Cannes 2009

Cannes ist berühmt für seine Entdeckungen: Das bedeutendste Filmfestival der Welt, das von Mittwoch, den 13. Mai, bis Sonntag, den 24. Mai, ausgetragen wird, hat immer wieder Filme prämiert, die später zu Klassikern wurden. Das berühmteste Beispiel: „Pulp Fiction“. Auch Cannes 2009 hat wieder ein paar Kultfilm-Kandidaten im Wettbewerb. Tarantino kommt mit seinen „Inglourious Basterds“, Pedro Almodovar bietet „Zerrissene Umarmungen“ und Gaspar Noé („Irreversible“) hat „Enter The Void“ am Start.

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Cannes 2009, das sind 20 Filme im Wettbewerb um die Goldene Palme, 16 Filme in der Nebenreihe „Un Certain Regard“, 7 Filme, die außerhalb des Wettbewerbs gezeigt werden und eine Reihe von Kurzfilmen und Sondervorstellungen.

Die Goldene Palme ist neben den Oscars die begehrteste Auszeichnung der Filmbranche. Beim Filmfestival von Cannes 2009 konkurrieren einige der größten Namen der Filmindustrie um die Palme d‘Or, die seit 1955 vergeben wird. Quentin Tarantino z.B., 1994 für „Pulp Fiction“ schon einmal geehrt, hat seinen neuen Film „Inglourious Basterds“ – ein Kriegsfilm mit Brad Pitt – speziell für Cannes in einem halben Jahr aus dem Boden gestampft. Ein guter Bekannter an der Croisette ist auch der Däne Lars von Trier, 2000 für „Dancer in the Dark“ mit der Goldenen Palme geehrt. In Cannes 2009 präsentiert er seinen langerwarteten Film „Antichrist“, ein Horror-Drama über die Urangst einer Frau vor dem Wald. Soweit man allerdings aus einem Trailer Rückschlüsse ziehen kann – besonders vielversprechend sehen leider weder „Inglourious Basterds“ noch „Antichrist“ aus. Als würden Tarantino und von Trier ihre Ideen aus früheren Filmen recyceln…



Aber vielleicht haben ja die anderen Wettbewerbsbeiträge mehr Power. Da ist etwa Pedro Almodovars „Zerrissene Umarmungen“, in dem nach „Volver“ erneut Penelope Cruz die Hauptrolle spielt. Oder Ang Lees „Taking Woodstock“, ein Gesellschaftsporträt, verkappt als Familiendrama, das die 68er Revolution behandelt.

Sehr spannend hört sich auch der neue Film von Gaspar Noé an. Der 45-jährige Argentinier, der mit „Menschenfeind“ (1998) und „Irreversible“ (2002) so berühmt wie berüchtigt wurde, hat mit „Enter the Void“ ein zweieinhalbstündiges Werk gefertigt, das, so die offizielle Pressenotiz aus Cannes, rund um die Themen Visionen, Alpträume und Halluzinationen kreist. Klingt ganz nach der Noé-typischen harten Prüfung für den Zuschauer… nicht die schlechteste Erwartungshaltung für einen Film.

Mit Jane Campion kehrt eine weitere Cannes-Siegern (1993 mit „Das Piano“) an die Croisette zurück. Ihr Film heißt „Bright Star“ und handelt in historischen Kostümen von der heimlichen Liebesaffäre zwischen dem schon damals berühmten Dichter John Keats und der 18-jährigen Studentin Fanny Brawne. Nun sind Kostümfilme seit der Jahrtausendwende etwas aus der Mode geraten in Cannes – zuletzt gewannen stets Filme mit aktuellen, gesellschaftspolitischen Themen – , aber Vorhersagen haben in Cannes noch nie gefruchtet…

Auch Ken Loach muss man immer auf der Rechnung haben. Der Brite gewann 2006 mit „The Wind that Shakes the Barley“ und ist seit 30 Jahren mit fast jedem seiner Filme in Cannes dabei, zuletzt sieben Mal in Folge im Wettbewerb. In Cannes 2009 zeigt er "Looking For Eric".

Stark präsent ist der asiatische Film mit vier Wettbewerbsbeiträgen, hinzu kommen Filme aus Italien, Spanien, Frankreich und Palästina. Der Österreicher Michael Haneke präsentiert „Das weiße Band“, ein Jugenddrama, das kurz vor Ausbruch des 1. Weltkriegs spielt.

1670 Filme wurden in Cannes 2009 für den Wettbewerb um die Goldene Palme eingereicht, ein deutscher Regisseur wurde nicht eingeladen.

Christian Gehl


Das offizielle Plakat des Filmfestivals von Cannes 2009. Foto: Festival de Cannes
Das offizielle Plakat des Filmfestivals von Cannes 2009. Foto: Festival de Cannes

Teaser-Plakat zu Tarantinos Cannes-Beitrag. Foto: Universal
Teaser-Plakat zu Tarantinos Cannes-Beitrag. Foto: Universal

Charlotte Gainsbourg in dem Lars von Triers Horrorfilm "Antichrist". Foto: Zentropa
Charlotte Gainsbourg in dem Lars von Triers Horrorfilm "Antichrist". Foto: Zentropa

Datum: 13.05.2009

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