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Tarantinos blutrünstige „Inglourious Basterds“

Cannes: Tarantinos Punk-Rock-Heavy-Metal-Spaghetti-Western-Kriegsfilm „Inglourious Basterds“

Am Mittwoch, den 20. Mai 2009, war es soweit. Der meisterwartete Film des Filmfestivals von Cannes 2009 wurde im Grand Théatre Lumière gezeigt: Tarantinos blutrünstiger Vergeltungsfilm „Inglourious Basterds“, ein zweieinhalbstündiges Gewaltepos, das schon im Teaser sein einziges Thema vorgibt: „Nazis töten“.

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In „Inglourious Basterds“ gehen jüdische Soldaten aus Amerika während des Zweiten Weltkriegs auf Nazi-Jagd in Frankreich.



Ursprünglich sollte der Film „Once Upon A Time in Nazi-Occupied France“ heißen, womit für jeden Filmkenner klar ist, in welche Richtung das Ganze geht. „Once Upon Time in The West“ ist der englische Titel des legendären Spaghetti-Westerns „Spiel mir das Lied vom Tod“. Tarantino redete von Anfang an stets davon, dass „Inglourious Basterds“ kein reiner Kriegsfilm sein sollte, sondern eher ein Spaghetti-Western im Gewand eines Kriegsfilms. Aber wahrscheinlich war Tarantino der Bezug zum großen Vorbild dann wohl doch etwas zu platt und er entschied sich, nur das erste Kapitel seines neuen Films „Once Upon A Time in Nazi-Occupied France“ zu nennen.

Ja, Kapitel, auch diesmal wählt Quentin Tarantino sein berühmtes Stilmittel, das er bei „Pulp Fiction“ in Perfektion nutzte, bei „Kill Bill“ andererseits vielleicht aber etwas arg offensichtlich. Und auch sonst steht ein typischer Tarantino-Film zu erwarten, diese unübertroffene Mischung aus Gewalt und Humor, die seit „Reservoir Dogs“ und „Pulp Fiction“ zum Markenzeichen des Regisseurs geworden ist.

Man muss nur einmal versuchen, sich vorzustellen, was Produzent Lawrence Bender damit gemeint haben könnte, als er „Inglourious Basterds“ als „Punk-Rock-Heavy-Metal-Kriegsfilm“ ankündigte. Cannes steht am Mittwoch also einiges bevor.

70 Mio. Dollar durfte St. Quentin für „Inglourious Basterds“ ausgeben, dafür bekam er nicht nur Brad Pitt für die Hauptrolle und eine riesige Besetzung mit den meisten Sprechrollen seiner Karriere, sondern auch genügend Geld für gewaltige Action-Szenen in die Hand.

Und wer auch nur einen Tarantino-Film gesehen hat, der weiß: Wenn der Mann etwas macht, dann richtig. (Kleine Erinnerungsstütze: die Martial-Arts-Szenen in „Kill Bill“, der Autocrash in „Death Proof“). Und nachdem Tarantino letztes Jahres mit „Death Proof“ in Cannes baden ging (wie leider danach auch an der Kinokasse), steht für das Filmfestival in diesem Jahr hoffentlich die große Wiedergutmachung an: der größte Punk-Rock-Heavy-Metal-Spaghetti-Western-Kriegsfilm aller Zeiten.

Christian Gehl


Til Schweiger ist ein "Basterd". Foto: Universal
Til Schweiger ist ein "Basterd". Foto: Universal

Brad Pitt ist der Ober-"Basterd". Foto: Universal
Brad Pitt ist der Ober-"Basterd". Foto: Universal

Die Tarantino-Version der "Woman in Red". Foto: Universal
Die Tarantino-Version der "Woman in Red". Foto: Universal

Datum: 18.07.2009

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