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Episodische Fortsetzung: "Public Enemy No.1 - Todestrieb"

Public Enemy No. 1 - Todestrieb

(cg/tsch) Nach dem exzellenten „Public Enemy No.1 – Mordinstinkt“ kommt nun der zweite Teil des Films ins Kino. Die Geschichte Jaques Mesrines, des berühmtesten Verbrechers Frankreichs, soll nun zu Ende erzählt werden. Eins merkt man sofort: Die Leichtigkeit ist verflogen. Das liegt daran, dass Mesrine nicht mehr derselbe ist. Der junge, sympathische Anarchist aus dem ersten Teil ist weg. Er ist nun ein selbstgefälliger, arroganter Medienstar, der unantastbar zu sein glaubt. Das überschäumende Leben des Berufsverbrechers hätte locker auch für einen dritten Teil gereicht. Das ist vielleicht auch der Grund dafür, dass der zweite Teil manchmal etwas zu episodisch und überladen wirkt. Obwohl nicht so stark wie sein Vorgänger, ist „Public Enemy No.1 – Todestrieb“ immer noch erstklassiges Kino.

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Der Mann ist ein Phänomen, herzloses Ekelpaket und beliebter Promi. Smart und wortgewandt brachte sich der Ausbrecherkönig immer wieder ins Gespräch, foppte und neckte Journalisten, war nie um ein einprägsames Zitat verlegen. In den 70er-Jahren avancierte Mesrine daher in Frankreich zu einer Popikone.

Der zweite Teil zeigt den smarten, charismatischen Bankräuber und Dieb auf dem Höhepunkt seiner Karriere als Opfer seiner Allüren. Im ersten entwickelte er seine Fähigkeiten, nun erstickt er an seiner Arroganz. Er wird besser, er wird aber auch immer dreister und glaubt, alle manipulieren zu können. Mit dem Desinteresse der Gesellschaft an ihm will er sich nicht zufriedengeben. Als ihn das Pech ereilt und er eine Weile sitzen muss, schreibt er seine Memoiren, um sich wieder ins Gespräch zu bringen.

Die Spannung nimmt Richet heraus, indem er das Ende verrät. Es ist klar, dass dieser Mann sterben wird. Doch so richtig ist der Weg nicht mehr das Ziel, nicht mehr so wie beim Vorgänger ("Mordinstinkt"). Der Entwicklung des Protagonisten ähnlich, wird der Krimi zu einem Schaulaufen.

Der Regisseur hat größere Schwierigkeiten, alle Elemente unterzubringen, man merkt dem Film an, wie gestopft wurde. Die Leichtigkeit ist verflogen. Seine Komplizen sind tot oder wütend auf ihn. Mesrine wird hektisch und fahrig. Cassel muss in eine nicht enden wollende Reihe von Kostümen und Verkleidungen schlüpfen, mindestens doppelt so viele wie einst Bruce Willis als "Der Schakal".

Obwohl sich der Strick um den Hals des Verbrechers zuzieht, kommt wenig Dramatik auf. Die exzentrischen Unterfangen wurden teilweise in arg gerafften Episoden inszeniert. Dabei nimmt der Protagonist immer mehr an Gewicht zu, aalt sich in vermeintlicher Selbstzufriedenheit. Eine furchtbare Quälerei für Vincent Cassel, der zeit seines Lebens immer ein Hungerhaken war, wie er selbst sagt, und seinen Körper für den Dreh in die Fettleibigkeit quälen musste.

Der zweite Teil fällt stark ab. Das Drehbuch hätte mehr Akzente setzen sollen, statt so viel Material so schnell abzuhandeln. Das liegt wahrscheinlich daran, dass das aufregende Leben Jaques Mesrines locker auch für einen dritten Teil gereicht hätte. „Public Enemy No.1 – Todestrieb“ ist schwerer verdaulich und sperriger als sein Vorgänger. Wenig Erfolgschancen also für den Thriller, zumal dessen erstem Teil in den deutschen Kinos mit nicht einmal 40.000 Zuschauern viel weniger Aufmerksamkeit zuteil wurde, als er verdient hätte.

Claudia Nitsche

Credits:
V:Senator, F 2008, R: Jean-François Richet, D: Vincent Cassel, Ludivine Sagnier, Mathieu Amalric u.a.

Laufzeit: 133 Min.

Kinostart:
21. Mai 2009


Im zweiten Teil der Lebensgeschichte von Jacques Mesrine wird der Ausbrecherkönig zum Opfer seiner eigenen Arroganz.
Im zweiten Teil der Lebensgeschichte von Jacques Mesrine wird der Ausbrecherkönig zum Opfer seiner eigenen Arroganz. (Senator)

Er wusste, dass er sterben wird. Jacques Mesrine (Vincent Cassel) spricht sein Testament auf Band.
Er wusste, dass er sterben wird. Jacques Mesrine (Vincent Cassel) spricht sein Testament auf Band. (Senator)

Er gibt nicht auf: Jacques Mesrine (Vincent Cassel) kämpft auf verlorenem Posten.
Er gibt nicht auf: Jacques Mesrine (Vincent Cassel) kämpft auf verlorenem Posten. (Senator)

Datum: 17.05.2009

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