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In jeder Hinsicht herausragend: "Leaving Las Vegas"

Leaving Las Vegas

(cg/tsch) „Leaving Las Vegas“ (1995) ist einer der besten Liebesfilme der Kinogeschichte. Wohl auch deshalb, weil er traurig ist. Ein Alkoholiker, der sich „zu Tode saufen“ will, wie er allen erzählt, und eine Prostituierte (übertrifft sich selbst: Elizabeth Shue) aus Las Vegas verlieben sich ineinander. Jeder weiβ, was der andere tut, und keiner will den anderen davon abhalten. Sie steuern ganz bewusst aus das Unvermeidliche zu, jeder auf seine Weise. „Leaving Las Vegas“ wurde 1996 für vier Oscars nominiert und hat einen davon bekommen: Nicholas Cage wurde für seine meisterhafte Leistung ausgezeichnet, die bis heute einen der Höhepunkte seiner Karriere darstellt, zumal er in letzter Zeit bedauerlicherweise für Popcorn-Kino abonniert zu sein scheint.

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Hin und wieder geschieht ein Wunder. Jemand hält sich nicht an die eisernen Regeln. Dann will Kino ehrlich sein. Die schöne Lüge gibt es nicht, und Ehrlichkeit wird zum höchsten Prinzip. Wenn der Film dazu noch die Liebe zum Thema hat, kann kleines Kino großes werden. Es bewegt, stimuliert, beunruhigt und bohrt sich tief in die Seele. Und die Träume werden nicht wahr, sondern bleiben das, was sie wirklich sind: Träume eben. Mike Figgis hat 1995 einen solchen Film gedreht: "Leaving Las Vegas" ist nun auch in hochauflösender Qualität auf Blu-ray-Disc erhältlich. Allerdings mit technischen Defiziten.

Große Bühne für Nicolas Cage, der beschließt, sich systematisch zu Tode zu saufen: Ben Sanderson (Cage) verliert seinen Job, verbrennt sein Hab und Gut und geht nach Las Vegas. Nicht, wie der Filmtitel vorgaukeln könnte, um es im realen Leben eines Tages wieder zu verlassen. Ben wird sich im Alkohol ertränken, daran besteht nie ein Zweifel. Und die neue Liebe, der er in der Glitzerstadt begegnet, wird daran nichts ändern können.

Sera (Elisabeth Shue) ist eine Prostituierte, die er sich gönnen will. Auch ihr Dasein liegt in Trümmern. Ob die Beziehung der beiden aus der Not geboren wird, ob sie Wahrheit ist oder Flucht - ein Thema ist das nicht. Sie genießen einander inmitten ihrer enttäuschten Hoffnungen, geplatzten Träume und im Bewusstsein, ihre Chance auf das Leben verspielt zu haben. So wird "Leaving Las Vegas" vor allem zu einem Film über die gegenseitige Toleranz und den Respekt.

Das alles hat Kameramann Declan Quinn in eindrucksvollen Bildern eingefangen. Die Stadt, Las Vegas, lässt er zu jedem Zeitpunkt nur schemenhaft erscheinen. Die Glitzerwelt verschwimmt zu einem bedrohlich flackernden Wirr-Warr an Farben und Formen, das nur in mäßiger Qualität wiedergegeben wird. Dem VC-1-Transfern mangelt es an Schärfe, zudem ist ein überaus deutliches Bildrauschen erkennbar. Auch beim Sound überwiegen die Schattenseiten. Weiß die englische HD-Spur noch einigermaßen zu überzeugen, fallen die Synchronfassungen deutlich ab. Hier werden vor allem die Frontboxen bedient, aus denen sich ein dumpfer Ton quält. Mit mäßigem Making Of, Interviewausschnitten und einem nur leidlich interessanten Blick hinter die Kulissen ist auch der Bonusteil alles andere als überragend.

Claas Nielsen

bewertungsbox

bildformat 1,85:1 (1080p24, VC-1)
sprachen Deutsch (DTS 5.1), Englisch (DTS-HD Master Audio 5.1), Französisch (DTS 5.1), Italienisch (DTS 5.1), Spanisch (DTS 5.1), Portugiesisch (DTS 5.1)
untertitel Deutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Holländisch, Japanisch
extras Making Of; Interviews; Hinter den Kulissen
laufzeit 111 Min.
tonsystem DTS
regionalcode Regionalcode 2
preis ca. 22 Euro
bewertung bild ausreichend
bewertung ton befriedigend
bewertung extras befriedigend

Credits:
(USA 1995, R: Mike Figgis, D: Nicolas Cage, Elisabeth Shue, Julian Sands u.a.)


"Leaving Las Vegas" ist vor allem ein Film über die Toleranz, die selbst in der Liebe oberstes Gebot ist.
"Leaving Las Vegas" ist vor allem ein Film über die Toleranz, die selbst in der Liebe oberstes Gebot ist. (Kinowelt)

Es ist vorbei, aber es war gut: Sera (Elisabeth Shue) und Ben (Nicolas Cage).
Es ist vorbei, aber es war gut: Sera (Elisabeth Shue) und Ben (Nicolas Cage). (Kinowelt)

Noch ein Schnaps: Der gescheiterte Hollywood-Autor Ben (Nicolas Cage) trinkt sich bewusst zu Tode.
Noch ein Schnaps: Der gescheiterte Hollywood-Autor Ben (Nicolas Cage) trinkt sich bewusst zu Tode. (Kinowelt)

Datum: 18.05.2009

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