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Cannes 2009: Mariah Carey, die Schauspielerin, hält Hof

Cannes 2009: Die ersten Stars an der Croisette

Dass das Filmfestival in Cannes nicht die Oscar-Verleihung ist, merkt man schon daran, dass das Star-Aufgebot in Cannes zumindest an den ersten drei Tagen zu wünschen übrig lieβ. Doch das Festival dauert ja auch nicht nur einen Tag, sondern ganze elf. Das Gute daran: Man hat die Möglichkeit, Stars gleich mehrere Male in verschiedenen Looks zu erblicken.

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Und doch: Langsam kommen sie alle an und zeigen sich gut aussehend und vor allem gut gelaunt: Höhepunkte für die Glamour-Gierigen waren ohne Zweifel Mariah Carey und Lenny Kravitz, die in Lee Daniels‘ Jugenddrama „Precious“ zu sehen sind, Quentin Tarantino, Desperate Housewife Eva Longoria, die ihren Ehemann küssend vor den Kameras posierte, Tilda Swinton, Monica Bellucci, Ex-Miss World und Bollywood-Queen Aishwarya Rai, Robin Wright Penn u.a.

Es geht entspannt und fröhlich zu. Denn: „Wir sind nicht hier, um über Filme zu urteilen. Wir sind hier, um Filme zu lieben“, sagte Isabelle Huppert („Die Klavierspielerin“), die diesjährige Vorsitzende der Jury. Das sieht man allen auch an.

Erwartet werden in den kommenden Tagen Brad Pitt (mit oder ohne Angelina), der in Tarantinos „Inglourious Basterds“ endlich mal wieder einen wilderen Charakter verkörpert, Penélope Cruz (in Almodovars neuem Film „Zerrissene Umarmungen“ zu sehen), Sharon Stone und sogar Bill Clinton. Und natürlich Paris Hilton. Kein Event ohne die prominente Hotel-Erbin. Sie wollte eigentlich schon am 13. Mai da sein, hat aber ihren Flug verpasst. In Cannes will sie das Paris-Hilton-Kurz-Biopic „Paris, Not France“ promoten.

Es ging auch ohne Paris ganz gut los: 15.000 bunte Luftballons stiegen zu Beginn des Festivals in den Himmel, passend zum Eröffnungsfilm des Festivals, dem 3D-Zeichentrickabenteuer „Up“ (Cannes wurde übrigens zum ersten Mal in der Geschichte des Festivals von einem Animationsfilm eröffnet).

Für gute Stimmung sorgte auch Regisseur Ang Lee (Oscar-Preisträger für „Brokeback Mountain“), der seine Komödie „Taking Woodstock“ mit Emile Hirsch („Speed Racer“) und Liev Schreiber („Defiance“) am 16. Mai zeigte. Vor der Vorführung dröhnte in Cannes passend zu seinem Film Musik von The Doors und Jimi Hendrix. Lee sah man die gute Laune förmlich an. Er erklärte sie damit, dass er sich nach sechs tragischen Dramen sehr danach gesehnt habe, endlich eine Komödie zu drehen.

Rührend: Mariah Carey, die mit ihrem jüngeren Ehemann Nick Cannon erschien, konnte nach der Premiere des aufwühlenden Dramas „Precious“, in dem sie selbst mitspielt, ihre Tränen nicht mehr zurückhalten. Gerührt umarmte Mariah Carey mehrmals den Regisseur des Films Lee Daniel, und machte Werbung für den Film. Für „Precious“ lieβ sich die sonst stets glamourös gekleidete Sängerin zu einer unscheinbaren Sozialarbeiterin aus Harlem komplett umstylen. Der Film wurde minutenlang vom Publikum mit Standing Ovations und "Bravo"-Rufen gefeiert. Bei einem kurzen Spaziergang an der Croisette, der Meerespromenade von Cannes, wurde Mariah Carey, umsorgt von Leibwächtern, von Presse und Fans regelrecht belagert. Kaum ein Durchkommen gab es für sie auch abends bei der Präsentation "ihres" Films. "Mariah", "Mariah"-Rufe von allen Seiten - eine schöne Bestätigung für den Popstar, der auch schon mal die dunkleren Seiten des Showbusiness erlebt hat.

Für den ersten Skandal in Cannes sorgte das Filmteam um den belgischen Regisseur Felix van Groeningen. Völlig nackt radelte der Filmemacher zusammen mit vier seiner Schauspieler über die Cannes-Promenade, um für seinen neuen Film („La merditude des choses / etwa: „ Abscheuliche Dinge“) zu werben.

Vanya Müller


Zum Schreien: Paris Hilton stellt in Cannes den Dokumentarfilm "Paris, Not France" vor, der den Versuch unternimmt, das Medienphänomen Paris Hilton zu erklären. Foto: Warner (Szene: Paris Hilton in "House of Wax")
Zum Schreien: Paris Hilton stellt in Cannes den Dokumentarfilm "Paris, Not France" vor, der den Versuch unternimmt, das Medienphänomen Paris Hilton zu erklären. Foto: Warner (Szene: Paris Hilton in "House of Wax")

Als große Diva präsentiert sich Mariah Carey in ihrem neuesten Film-Auftritt nicht. In "Precious" verkleidet und schminkt sie sich bis zur Unkenntlichkeit. Ein neuer Versuch, Fuß zu fassen in Hollywood. Foto: Universal (DVD-Cover)
Als große Diva präsentiert sich Mariah Carey in ihrem neuesten Film-Auftritt nicht. In "Precious" verkleidet und schminkt sie sich bis zur Unkenntlichkeit. Ein neuer Versuch, Fuß zu fassen in Hollywood. Foto: Universal (DVD-Cover)

Szene aus "Taking Woodstock" von Ang Lee, der seinen Film in Cannes der Weltpresse vorstellte und damit voll ins Schwarze traf. "Taking Woodstock" ist der Kritikerliebling der ersten Festival-Woche von Cannes. Foto: Tobis
Szene aus "Taking Woodstock" von Ang Lee, der seinen Film in Cannes der Weltpresse vorstellte und damit voll ins Schwarze traf. "Taking Woodstock" ist der Kritikerliebling der ersten Festival-Woche von Cannes. Foto: Tobis

Datum: 18.05.2009

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