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The Limits Of Control(cg/tsch) Symbolik, hypnotische Musik, poetische Bilder: Das wird oft für Kunst verkauft. Doch wenn Filme nur noch daraus bestehen, schleicht sich beim Zuschauer langsam die Frage ein, ob das Ganze nicht doch nur dazu da ist, um über einen fehlenden Plot hinwegzutäuschen. „Limits of Control“, der neue Jim-Jarmusch-Film, ist so eine Meditationsübung. Der Hauptdarsteller (Isaac de Bankolé) heißt einfach „geheimnisvoller Fremder“, befindet sich auf einer geheimnisvollen Reise und spricht insgesamt nicht mehr als fünf Sätze aus. Mit der namhaften Besetzung, zu der u.a. Tilda Swinton, Bill Murray, John Hurt und Gael Garcia Bernal gehören, verhält es sich genauso: Sie alle sind nur seltsame Stationen auf dem Weg des Fremden, dessen Ziel bis zum Schluss unbekannt bleibt, ständig aber den Eindruck erzeugen will, es sei äußerst philosophisch. Ob nun Kunst oder nicht: „Limits of Control“ stellt den Zuschauer auf eine Geduldsprobe. Anzeige Ein Mann, eine Aufgabe, ein Weg. Mehr inhaltliches Konzept hat Jarmusch nicht nötig. Also schickt er einen schweigsamen Namenlosen (Isaach de Bankolé) zu einem Treffen auf einen französischen Flughafen. Dort trifft er auf einen französischen Vielredner und seinen Dolmetscher, die ihn mit dem rätselhaften Hinweis, dass es im Universum weder Begrenzung noch Zentrum gibt, auf eine Mission nach Spanien schicken. Erklärt wird nichts, die Etappenziele sind als kryptische Zahlenkombinationen in altmodischen Streichholzschachteln versteckt, aber de Bankolé, der als "geheimnisvoller Fremder" auf der Besetzungsliste steht, bekommt unterwegs das Wesen von Musik, Film und molekularen Gesetzmäßigkeiten - kurz: die Welt - erklärt. Auf seiner Reise zum Showdown mit Bill Murray trifft er unter anderem auf Tilda Swinton, John Hurt, Gael Garcia Bernal - sie alle führen in symbolische Bilder eingebettet Monologe über das Wesen der Existenz, über Wichtigkeiten und Nichtigkeiten des Daseins, wobei die Texte erst während der Dreharbeiten entstanden sind, wie Jarmusch zu Protokoll gab. Der Regisseur hatte sich mit einem Handlungsgerüst begnügt, um die Arbeiten am Film zu beginnen, der ohne wesentliche Spannung zu erzeugen vor allem zu einer philosophischen Reflexion wird, an deren Ende die Erkenntnis steht, dass "Realität arbiträr ist". Dafür schickt Jarmusch seinen Protagonisten ins Museum, um sich genau ein Bild zu betrachten, lässt ihn in einer sinnlichen Flamenco-Probe in Melancholie versinken und einer Nachbarin widerstehen, die sich aus unerklärlichen Gründen nackt vor ihm räkelt. Es ist - in zweifacher Hinsicht - ein Puzzle, das Jarmusch inszeniert. Einerseits fügt sein Protagonist eine Zündholzpackung an die nächste - und bekommt dabei die Welt erklärt -, anderseits sind unheimlich viel innere Ruhe und Entspannung notwendig, um seiner Reise zu folgen. Praktischerweise wird sie aber gleich mitgeliefert: im hypnotischen Soundtrack, poetischen Bildern von Christopher Doyle, der erstmals mit Jarmusch zusammenarbeitete, und den wiederkehrenden Thai-Chi-Übungen Isaac de Bankolés, der sich an jedem neuen Ort zunächst ausgiebig entspannt. Und dann zwei Espressi trinkt. Der Grat zwischen Genie und Wahnsinn ist ein schmaler, und Jarmusch kümmert sich nicht darum. "Limits of Control" will nicht gefallen und wird vermutlich mehr Feinde als Freunde finden. Der symbolisch überfrachtete Film ist vor allem ein formales Erlebnis, die Variationen im Prinzip immer der gleichen Szenen sind durchaus verstörend, weil zu keinem Zeitpunkt greifbar. Aber eben auch eine Faszination ausübend, in einem magischen Sog aus Bildern, Musik und der unheimlich lässigen Kraft seines Protagonisten. Und natürlich dem Jarmusch eigenen Humor, der sich in skurrilen Szenen und abstrusen Running Gags äußert. Ob er denn Spanisch spreche, wird sein Reisender zum Beispiel immer wieder gefragt. Der schweigsame Mann äußert auf seiner ganzen Mission nicht mehr als eine Handvoll Wörter. Andreas Fischer |
Credits: Laufzeit: 117 Min. Kinostart:28. Mai 2009 |
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