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Matthew McConaughey über seinen Charakter in "The Womanizer"

Hollywoods Quarterback

Schauspieler Matthew McConaughey

Es gibt unzählige Witze über Matthew McConaugheys gestählten Körper. Und selbst ein Hollywood-Kollege wie Matt Damon probierte sich öffentlich bei David Letterman an einer McConaughey-Parodie. Zu ihr gehörte der texanische Cowboydialekt ebenso wie die Nachfrage bei einem fiktiven Regisseur, in welcher Szene er denn heute endlich wieder sein Hemd ausziehen könne. Tatsächlich umweht den 39-jährigen Beau, der mehrfach Titel der Güteklasse "Sexiest Man Alive" einheimsen konnte, ein wenig das Image des selbstverliebten B-Movie-Helden. Freunde und sogar ehemalige Partnerinnen bezeichnen den Outdoor-Fan hingegen als herzensguten Menschen, der einfach nur seine Freiheit liebt. Klischee hin, Image her - es kann sicher nichts schaden, dass sich Matthew McConaughey in seiner neusten Rolle als "Der Womanizer - Die Nacht der Ex-Freundinnen" (Kinostart: 28.05.) ziemlich unverhohlen selbst auf die Schippe nimmt.

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Glückliche Menschen, die ihr Leben genießen und diesbezüglich von der Natur reich beschenkt wurden, sehen sich einem entscheidenden Nachteil ausgesetzt - sie begegnen einer Welt voller Neider. Manchmal tarnen die sich als wohlmeinende Ratgeber. So prophezeite man Sunnyboy Matthew McConaughey, kurz bevor er im Juli 2008 Vater wurde, ein komplett neues Leben, die Mutation zum Hausmann, Fläschchenerwärmer und Windelexperten - kurzum, man wünschte ihm das Ende aller Abenteuer.

Entsprechend groß war das öffentliche Geschrei der Gossip-Industrie, als der blond gelockte Lebemann samt Freundin, dem brasilianischen Model Camila Alves, und Söhnchen Levi wenige Wochen nach der Geburt bereits bei einem Rock-Konzert gesichtet wurde. Auch am Strand von Malibu hatte man den Surf-Fan da bereits mehrfach mit Brett fotografiert. Ein Skandal - meißelt man so das eigene unstete Image gerade im familienverrückten Amerika geradezu in Stein.

"Viele Freunde warnten mich", erinnert sich McConaughey an die Zeit vor der Geburt seines Sohnes, "dass unser ganzes Leben auf den Kopf gestellt würde, sobald das Baby da ist. Für mich hat sich aber kaum etwas geändert. Wir nehmen Levi überall mit hin. Eltern dürfen sich für ein Kind nicht selbst aufgeben. Wir feiern immer noch und gehen unseren Hobbys nach. Das hält unsere Beziehung frisch!" In der Tat sind auch ein knappes Jahr später keine Risse im Familiengefüge McConaughey / Alves zu erkennen - auch wenn der Hollywoodstar, der im November 40 Jahre alt wird, sich nach wie vor standhaft weigert zu heiraten.

Einen bindungsscheuen Gesellen, ja einen Hochzeits-Phobiker, spielt der Spezialist für romantische Komödien auch in seinem neuesten Film "Der Womanizer". An der Seite von Jennifer Garner verkörpert McConaughey den Promi-Fotografen Connor Mead, der nachdem er die Hochzeit seines Bruders aufmischte, vom Geist seines verstorbenen Onkels (Michael Douglas) auf einen irren therapeutischen Trip geschickt wird. Ihm erscheinen die Geister all der Freundinnen, die Connor einst sitzen ließ. Sie entführen den arroganten Herzensbrecher auf eine irrwitzige Odyssee durch seine verflossenen, aktuellen und sogar zukünftigen Beziehungen.

"Connor provoziert gern und dominiert jede Situation", charakterisiert McConaughey seine jüngste Rolle. "Er will die anderen nicht beleidigen, er will einfach nur seinen Spaß haben. Aber letztlich weiß er gar nicht mehr, was er eigentlich will - doch das ist ihm überhaupt nicht bewusst. Er spielt seine Rolle schon derart lange, dass er sich selbst isoliert hat, ohne es zu merken." Die Rolle zum Klischee des Matthew McConaughey, so könnte man meinen. Doch das Leben zeichnet seine Charaktere oft ein wenig feiner als es die Klatschspalten der Hollywood-Geschichtenjäger zu tun pflegen.

Zu seinen Ex-Freundinnen, darunter Sandra Bullock, Ashley Judd oder Penélope Cruz, habe er fast ausnahmslos ein gutes bis inniges Verhältnis, so McConaughey: "Zum Glück habe ich relativ wenig verbrannte Erde hinterlassen. Viele Leute finden das seltsam, vor allem in den USA ist es unüblich, mit der Ex in Kontakt zu bleiben. Ich konnte nie verstehen, warum man einen Menschen, den man mal geliebt hat, nach der Trennung komplett aus seinem Leben streichen soll."

Auch hier bleibt Matthew McConaughey also ganz der fröhliche American Sunnyboy. Selbstzerfleischung ist ebenso wenig sein Ding wie das Verkomplizieren der Verhältnisse. Der peacige Surfer und Musikfan, der Sport- und Fitness-Maniac, der das Campen in freier Natur jederzeit dem Luxus eines Fünf-Sterne-Hotels vorzieht, er wird wohl noch länger das Klischee der Oberflächlichkeit bedienen müssen.

Nach seinem Durchbruch mit der John-Grisham-Verfilmung "Die Jury" (1996) hat man ihn vor allem immer wieder in romantischen Komödien gesehen. In prototypischen Filmen wie "The Wedding Planner" (2001) oder "Wie werde ich ihn los - in 10 Tagen" (2003). Im vergangenen Jahr stand er in Ben Stillers viel gelobter Kriegsfilmparodie "Tropic Thunder" vor der Kamera, scheiterte jedoch auch mit seiner Sportkomödie "Surfer, Dude" am Box Office.

Das persönliche Lebensmotto "Just Keep Livin" machte McConaughey unter dem Kürzel "j.k. livin" zum Namen seiner Stiftung und Produktionsfirma. Mit Ersterer engagiert sich der Sohn eines texanischen Tankstellenbesitzers für Jugendliche. Auf dem kommerziellen Sektor produziert "j.k. livin" Filme, aber auch Musik wie die des Reggaekünstlers "Mishka". Seiner nächsten großen Herausforderung, dem nahenden vierzigsten Geburtstag, stellt sich der notorisch unbesorgte Schauspieler ebenso lässig wie allen bisherigen Aufgaben des Lebens.

Befragt nach dem Geheimnis seines unverwüstlich blendenden Aussehens antwortete der Prototyp des amerikanischen Football-Quarterbacks: "Ich jogge, gehe schwimmen oder surfen - Hauptsache an der frischen Luft. Die beste Art, seinen Körper in Form zu halten, ist aber immer noch Sex." Besser hätte der umschwärmte Kapitän eines US-Highschool-Teams eine solche Frage wohl auch nicht beantworten können. Matthew McConaughey hat offensichtlich kein Problem mit seinem Image - und als bekennender Kindskopf ist man ohnehin immer ein bisschen stolz auf den eigenen schlechten Ruf.

Eric Leimann


Hollywood-Sexsymbol Matthew McConaughey wird noch in diesem Jahr 40 Jahre alt.
Hollywood-Sexsymbol Matthew McConaughey wird noch in diesem Jahr 40 Jahre alt. (2009 Warner Bros. Ent.)

Champagner statt Tränen: In der Hollywood-Komödie "Der Womanizer" nimmt Matthew McConaughey sein eigenes Image aufs Korn.
Champagner statt Tränen: In der Hollywood-Komödie "Der Womanizer" nimmt Matthew McConaughey sein eigenes Image aufs Korn. (2009 Warner Bros. Ent.)

Spezialist für romantische Komödien: Matthew McConaughey an der Seite von Jennifer Garner in "Der Womanizer".
Spezialist für romantische Komödien: Matthew McConaughey an der Seite von Jennifer Garner in "Der Womanizer". (2009 Warner Bros. Ent.)

Datum: 25.05.2009

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