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Kunterbunt und zuckersüß: "Hannah Montana - Der Film"

Hannah Montana - Der Film

(vm/tsch) Schon „High School Musical“ demonstrierte eindrucksvoll, wie man eine TV-Serie in einen Kino-Kassenschlager verwandelt. Nun ist „Hannah Montana“ dran. Der Disney-TV-Erfolg schaffte auch den Sprung ins Kino und spielte in den USA schon am ersten Tag 17,4 Millionen Dollar ein: ein viel versprechender Start. Das kunterbunte Treiben in „Hannah Montana – Der Film“ und das süße Disney-Idol Miley Cyrus werden sicher auch die deutschen Teenies zum Kreischen bringen. Ob aber die doch sehr biedere Aussage des Films hierzulande zu überzeugen vermag, ist eine andere Frage.

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Hannah Montana ist die Superheldin des "Superstar"-Zeitalters. Seit 2006 verkörpert Miley Cyrus auf dem Disney Channel (hierzulande auch bei Super RTL, ein Konzertfilm kam 2008 in die Kinos) das ganz normale Mädchen von nebenan, Miley Stewart, das wie Peter Parker, Clark Kent und Co. ein geheimes Doppelleben führt. Allerdings verwandelt sie sich nicht in eine Wonderwoman mit Mega-Kräften, sondern - für Teenies viel erstrebenswerter - in eine gefeierte Sängerin. Wenn sie ihre blonde Perücke aufsetzt, wird die brünette Schülerin zur allseits angehimmelten Hannah Montana.

Dass großer Erfolg vor allem in jungen Jahren nicht leicht zu verkraften ist, zeigt der Werdegang von echten Stars wie Britney Spears oder Lindsay Lohan. Und auch Miley Stewart / Hannah scheint der ganze Trubel zu Kopfe zu steigen. Sie will am liebsten nur noch Hannah Superstar sein - singen, shoppen und sich feiern lassen. Würde sie ihre wahre Identität aber der Öffentlichkeit preisgeben, wäre es gleichzeitig auch vorbei mit der unbeschwerten Jugend, in der sie "the best of both worlds" genießen kann.

Soweit die Ausgangssituation von "Hannah Montana - Der Film". Klar, dass Daddy Robby Stewart (auch im echten Leben Mileys Papa: Sänger und Schauspieler Billy Ray Cyrus) einschreiten muss. Die politisch korrekte Message des Films ist mehr als deutlich: Was wirklich zählt im Leben, sind Freunde und Familie!

Und so geht es mit dem Privatjet nicht wie Miley glaubt zu einem Auftritt nach New York, sondern zur Oma (Margo Martindale) nach Tennessee (auch Heimat der echten Miley). Papa Robby verdonnert seinen "Teenager außer Kontrolle" zu einer Zwangspause auf dem Land, wo die Familie früher einmal lebte. Manchmal muss man eben an den Ort der Kindheit zurückkehren, um zu sich selbst zu finden und schließlich ein Stück erwachsener zu werden, so der Plan des bodenständigen Witwers. Nach anfänglichen Akklimatisierungsschwierigkeiten (das junge Publikum wird sicher nicht nur bei Mileys Slapstickeinlagen im Hühnerstall krähen) trägt die Mission "back to the roots" auch Früchte.

Dass Miley plötzlich wieder das Country-Girl in sich entdeckt, ist wohl hauptsächlich einem jungen Cowboy (Lucas Till) zu verdanken, der das Herz des Mädchens erobert, ohne zu wissen, dass er da einen waschechten Popstar vor sich hat. Ihre wahre Identität aufdecken will wiederum ein fieser und ziemlich vertrottelter Paparazzo (Peter Gunn), der von Hannahs Aufenthaltsort Wind bekommen hat. Außerdem soll Miley als Hannah mit einem Charity-Konzert den Bau eines riesigen Einkaufszentrums in der charmanten Kleinstadt Crowley Corners verhindern. Für Teenies gibt es also genügend Stoff zum Mitlachen, Mitleiden, Mitfiebern und Mitschmachten in diesem durchaus liebenswerten, bunten, flotten und selbstverständlich völlig züchtigen und kinderfreundlichen Disney-Werk von Regisseur Peter Chelsom ("Darf ich bitten?").

Um die Fans noch mehr zu erfreuen, wurden unter anderem zwölf neue Songs (von poppigen Mitkreisch-Belanglosigkeiten über langsame Balladen bis hin zu urigen Country-Klängen) in die Handlung integriert, die sich leicht im Gehörgang festsetzen können. Neben Hannah / Miley sorgen auch Vater Billy Ray, Country-Popsängerin Taylor Swift sowie die Country-Band Rascall Flatts für die musikalische Untermalung des Coming-of-Age-"Heimatfilms".

Disney Superstar Miley Cyrus steht natürlich voll hinter der Geschichte: "Es ist super wichtig, sich selbst und seiner Familie treu zu bleiben", sagt sie. "Der Film zeigt, dass man sich die Zeit nehmen muss, zu erkennen, wer man ist und woher man kommt. Ich weiß, dass ich das in meinem Leben auch manchmal tun muss." Ob es ihr tatsächlich gelingen wird, nicht abzuheben, kann man sicher in den nächsten Jahren beobachten.

Ute Nardenbach

Credits:
V:Walt Disney, USA 2009, R: Peter Chelsom, D: Miley Cyrus, Billy Ray Cyrus, Emily Osment u.a.

Laufzeit: 102 Min.

Kinostart:
04. Juni 2009


Miley Cyrus gelingt mit "Hannah Montana - Der Film" mühelos der Sprung auf die große Leinwand.
Miley Cyrus gelingt mit "Hannah Montana - Der Film" mühelos der Sprung auf die große Leinwand. (Disney Enterprises)

Miley Stewart (Miley Cyrus) führt ein Doppelleben: Auf der Bühne verwandelt sie sich in Superstar Hannah Montana.
Miley Stewart (Miley Cyrus) führt ein Doppelleben: Auf der Bühne verwandelt sie sich in Superstar Hannah Montana. (Disney Enterprises / Sam Emerson)

Zwangspause: Miley (Miley Cyrus) hat Schwierigkeiten, sich an das Leben auf dem Land zu gewöhnen.
Zwangspause: Miley (Miley Cyrus) hat Schwierigkeiten, sich an das Leben auf dem Land zu gewöhnen. (Disney Enterprises / Sam Emerson)

Datum: 31.05.2009

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