logo
Anzeige
Cineastentreff Kino Film HomeCinema - Neu auf DVD Kino Film Moderne Gladiatoren spielen in "13 Tzameti" um ihr Leben
Moderne Gladiatoren spielen in "13 Tzameti" um ihr Leben

13 Tzameti

(cg/tsch) „13 Tzameti“ sieht sehr nach Filmhochschule aus: schwarz-weiß, verwirrend, sperrig. Film Noir pur, denkt man anfangs, und vermutet Schlimmes, nämlich, dass es die ganze Zeit so weiter geht. Doch was dann passiert, überrascht einen so positiv, dass man schnell seine ersten kritischen Gedanken vergisst. Denn „13 Tzameti“ erzählt eine Geschichte, die brutaler und intensiver kaum sein könnte, und hält die Kamera so unaufgeregt darauf, dass man schnell versteht, warum der Film erst ab 18 freigegeben wurde.

Anzeige

 

Dieser Film schießt ins Gehirn: Mit einfachen Mitteln und Mut zur Sperrigkeit zeigt "13 Tzameti" (2005), warum man lieber kein Russisches Roulette spielen sollte und wie der Protagonist, der zur Unterhaltung reicher Männer sein Leben aufs Spiel setzt. Abstoßend und anziehend, sperrig und faszinierend - Regie-Debütant Gela Babluani hat mit seinem schwarz-weißen Thriller einen perfiden kleinen Schlag in die Magengrube inszeniert, der sich so leicht nicht vergessen lässt. Der spannende Neo-Noir-Thriller überzeugt auf der jetzt erhältlichen DVD mit interessanten Extras, kunstvoller Optik und geschicktem Sounddesign.

Regisseur Gela Babluani erzählt seinen Thriller mit kunstvoll kadrierten, immer etwas schmutzig wirkenden Schwarz-Weiß-Bildern, die ausgezeichnet transferiert wurden. Kleine Schwächen bei Details und Schwarzabstufungen sind der Kinovorlage geschuldet, die vor allem ein Ziel hatte: die Realität unkonventionell zu zeigen. Dazu trägt auch der prägnante Sound bei, der sich unaufdringlich, aber effektreich und prägnant ins Gehirn bohrt.

Es sind ein paar merkwürdige Figuren, die in einer unwirtlichen Küstenstadt am französischen Atlantik leben. Dort flickt ein Gelegenheitsarbeiter das Dach einer verfallenen Villa. Durch die Löcher sieht dieser Sébastien (Georges Babluani) den Hausherren Jean-François (Phillippe Passon) durch ein verkorkstes Leben taumeln. Er wartet ungeduldig auf einen Brief, der sein Schicksal zum Guten wenden soll. Doch als der Brief eintrifft, stirbt Jean-François und Sébastien, bislang nur stiller Beobachter, wird zur handelnden Person. Er nimmt den Brief an sich und folgt den darin enthaltenen Anweisungen.

Es ist eine Mischung aus Neugier, Abenteuerlust und dem Verlangen, seiner Familie zu helfen, die ihn zu einem verlassenen Haus irgendwo im Wald führt. Dort werden die schlimmsten Befürchtungen, die Regisseur Babluani, der sich in den Interviews im Bonusteil als nachdenklicher und nachdenkender Zeitgenosse präsentiert, bis dahin äußerst geschickt und elegant in den Köpfen der Zuschauer entstehen ließ, weit übertroffen.

In der Einöde wird ein mörderisches Spiel gespielt, ein Russisches Roulette, bei dem ein paar reiche alte Säcke darauf wetten, welche der verzweifelten Gestalten, die sie mitgebracht haben, überlebt. Durchaus als Metapher auf die moderne Welt zu sehen, in der wir leben, offenbart sich in dieser Konstellation die ganze Abscheulichkeit der Gesellschaft, hinter deren zivilisierter Oberfläche sich doch nur Grausamkeiten verbergen.

Unbarmherzig, überwältigend, fesselnd und von einer schlichten Eleganz ist "13 Tzameti" eine intensive Filmerfahrung, ein kaltblütiges, dichtes Regiedebüt. Das blieb in Hollywood nicht unbemerkt. Dort beauftragte man Babluani mit einem US-Remake, das der Regisseur mit Stars wie Sam Riley, Mickey Rourke, Jason Statham und Rapper 50 Cent bereits abgedreht hat.

Andreas Fischer

bewertungsbox

bildformat 1,85:1 (anamorph)
sprachen Deutsch (5.1), Französisch (5.1)
untertitel Deutsch
extras Zusatzszenen, Interviews
laufzeit 90 Min.
tonsystem Dolby Digital
regionalcode Regionalcode 2
preis ca. 17 Euro
bewertung bild gut
bewertung ton gut
bewertung extras befriedigend

Credits:
(F / GE 2005, R: Gela Babluani, D: George Babluani, Aurélien Recoing, Pascal Bongard u.a.)


Mit einfachen Mitteln und Mut zur Sperrigkeit erzählt Regisseur Gela Babluani in "13 Tzameti" warum man lieber kein Russisches Roulette spielen sollte.
Mit einfachen Mitteln und Mut zur Sperrigkeit erzählt Regisseur Gela Babluani in "13 Tzameti" warum man lieber kein Russisches Roulette spielen sollte. (Alamode)

Es gibt für Sébastien (George Babluani, vorn) kein Entrinnen: Der Gelegenheitsarbeiter hat sich in eine mörderische Situation manövriert.
Es gibt für Sébastien (George Babluani, vorn) kein Entrinnen: Der Gelegenheitsarbeiter hat sich in eine mörderische Situation manövriert. (Alamode)

Folge der "13" und Du wirst ein Ende finden.
Folge der "13" und Du wirst ein Ende finden. (Alamode)

Datum: 31.05.2009

Facebook aktivieren

Diskussion: "Moderne Gladiatoren spielen in "13 Tzameti" um ihr Leben"

Um eine Diskussion zu "Moderne Gladiatoren spielen in "13 Tzameti" um ihr Leben" zu beginnen melden Sie sich bitte im Forum an. Wenn Sie noch nicht registriert sind, können sie sich jetzt registrieren um an den Diskussionen teilzunehmen.

Weitere Artikel, die Sie interessieren könnten:

    Alone in the Dark
    "BloodRayne", "Postal", "Schwerter des Königs - Dungeon Siege" - Uwe Boll verfilmt Computerspiele im Akkord. Und das meist mit durchwachsenem Erfolg. Kommerziell mag sich das Engagement des deutschen Regisseurs, ...

    Elektra
    Gut möglich, dass man dieser Elektra schon einmal begegnet ist. Eine Kriegerin, sinnlich und dunkel, mit perfektem Körper und erstaunlichen Kampftechniken, eine melancholische Heldin, von Trauer und Rachegelüsten ...

    Harry Potter und der Orden des Phoenix
    Schluss mit dem Kinderkram, mag sich die Autorin J.K. Rowling gedacht haben. "Harry Potter und der Orden des Phoenix" setzt neue Prioritäten. Hier geht es auch, aber nicht mehr nur um eine Horde Kinder, ...

    SO: King Arthur
    Was haben Jerry Bruckheimer ("Pirates of the Caribbean") und seine Lakaien - Regisseur Antoine Fuqua ("Shooter") und Drehbuchautor David Franzoni ("Gladiator") - nur aus Europas populärstem Mythos gemacht? ...

    Wächter des Tages
    Es ist zweifelsohne ein Feuerwerk. Mögen noch so viele diesen Begriff überstrapaziert haben, bei Timur Bekmambetovs "Wächter des Tages" muss er verwendet werden. Keine Augen, die danach nicht satt wären, ...

    Die Legende von Beowulf
    Robert Zemeckis will’s jetzt wissen. Nach „Der Polarexpress“ ist „Die Legende von Beowulf“ der zweite Film, den er in dem so genannten Performance Capture Verfahren drehte. Und das, nachdem der Weihnachtsfilm ...


 
Anzeige
livedome
Konzert-DVD im Stream
Gentleman
Gentleman am 27.04. ab 20.00 Uhr als » Musikstream

Anzeige
.
Partner von Fantastic Zero


itemid = 39 - id = 7133 - task = view - option = com_content - limitstart= 0