Christian Bale über den neuen "Terminator"-Film
Vom Ehrgeiz getriebenSchauspieler Christian Bale Sein Ehrgeiz treibt ihn voran. Wenn sich Christian Bale auf eine Rolle einlässt, dann ist er mit vollem Ernst bei der Sache. Der unbedingte Wille, Höchstleistung abzurufen, und sein Talent ließen den britischen Schauspieler nun endgültig in die Riege der Superstars von Hollywood aufsteigen. Die Verkörperung des John Connor in "Terminator - Die Erlösung" (Kinostart: 4. Juni) ist nach "The Dark Knight" eine Art Ritterschlag. Christian Bale ist der Schwarzenegger für Intellektuelle von heute. Anders als noch beim Actionstar-Prototyp der 80-er steckt in den Figuren, die der 35-Jährige spielt, stets eine Tiefe, die es ihm auch erlaubt, jenseits des temporeichen Genres in differenzierte Rollen zu schlüpfen. So hielt sich Bale zunächst zurück, als er vom Regisseur des vierten Terminator-Films, McG (Joseph McGinty Nichol), die Rolle des John Connor angeboten bekam. Für den Schauspieler war es entscheidend, dass der Film neben der Action auch darstellerisch Qualität abverlangte. Obgleich er zugibt: "Die Terminatoren sind die wahren Stars dieses Films. Und sie werden die Zuschauer von den Sitzen fegen." Bale ist im besten Alter an der Spitze angekommen, der Weg dahin dauerte über 20 Jahre. Als 14-Jähriger debütierte er in Steven Spielbergs "Das Reich der Sonne" (1987) in seinem ersten Kinofilm als Hauptdarsteller. Die Ernsthaftigkeit und seine strikte Disziplin waren dem damaligen Teenager schon deutlich anzusehen: Das wurde mit dem Preis der National Board of Review als bester Jugenddarsteller belohnt. 1974 kam Bale als jüngstes von vier Kindern im walisischen Haverfordwest zur Welt und wuchs in England, Portugal und Kalifornien auf. Mit neun Jahren stand er das erste Mal für eine Fernsehwerbung vor der Kamera, bevor er seiner Schwester auf die Theaterbühne folgte. Das komödiantische Talent von Rowan Atkinson, neben dem der junge Christian für die Komödie "The Nerd" auf der Bühne stand, färbte jedoch nicht auf ihn ab. Wie sehr sich der Ehemann (seit 2000 verheiratet mit Sibi Blazic) und Vater (Tochter Emmaline ist vier) in seine Rollen hineinversetzen will, zeigte er eindrucksvoll in "The Machinist" (2003). Für die Figur des unter Schlaflosigkeit leidenden Fabrikarbeiters Trevor Reznik nahm er 30 Kilo ab und beunruhigte nicht nur seine Ehefrau mit seinem fast fanatischen Rolleneinsatz. Auch für die Rolle als Batman musste sich der meist unnahbar wirkende Bale körperlich abmühen. So legte er für "The Dark Knight" Muskelmasse zu. Das martialische Äußere kam ihm nun im Mensch-gegen-Maschine-Epos sehr gelegen. Denn John Connor ist in erster Linie ein Kämpfer, wie Bale. Den filmischen Hintergrund zur wohl bedeutendsten Action-Reihe des 20. Jahrhunderts erlebte der Ehrgeizling als Teenager mit: "Ich war 17 Jahre alt und gerade in den USA angekommen, als T2 in die Kinos kam. Die Begeisterung im Kino - so etwas hatte ich noch nie vorher erlebt ..." Dass ihm sein Ehrgeiz manchmal einen Strich durch die Rechnung machen kann, erlebte der facettenreiche Leinwandheld, als ein Tonmitschnitt seines Ausrasters am Filmset zu "Terminator - Die Erlösung" an die Öffentlichkeit gelangte. Adressat der wüsten Schimpftirade war der Kameramann Shane Hurlbut, der durch wiederholte Unachtsamkeit eine Szene verpatzte. Der vierminütige Verlust der Contenance geistert unter anderem als fiese Technovariante durch das Internet. "GQ" gegenüber sagte er über seinen Wutausbruch: "Ich würde definitv sagen, dass der Typ, der da so wild herumschrie, mindestens zur Hälfte John Connor war, der Rest war Christian Bale." Den Image-Kratzer versuchte Bale auszubügeln, indem er sich öffentlich für seinen Temperamentsausbruch entschuldigte. Das Bild vom erfolgshungrigen und von einem manischen Eifer besessenen Akteur jedoch wurde nachhaltig gestärkt. Das nächste Projekt des ambitionierten Schauspielers ist das Drama "Public Enemies" (Kinostart: 6. August), in dem er den FBI-Agenten Melvin Purvis spielt, der den Staatsfeind Nr. 1 der 30er-Jahre, John Dillinger (Johnny Depp), jagt. Daniel Heim |
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