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"Terminator: Die Erlösung" erfüllt die hohen Erwartungen

Terminator

(cg/tsch) Eins vorweg: Der neue "Terminator" hat es in sich. Reines Actionkino, gepaart mit einer klugen Story, minus die hektischen Schnitte, die bisher so typisch für das Adrenalingenre des neuen Jahrtausends waren. Doch in "Terminator: Die Erlösung" geht es vor allem um die Geschichte, nicht um das Potenzgehabe der Cutter. Es gibt viel zu erzählen, die Schlagzahl der Action-Szenen ist ungemein hoch. Und der Mann, der es richten soll, hat bereits Batman reanimiert. Mit Christian Bale als John Connor könnte "Terminator: Die Erlösung" tatsächlich der ersehnte Anfang einer neuen Serie sein.

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Dass es ausgerechnet der Regisseur Joseph McGinty Nichol , genannt McG, ist, der diesen Film hinlegt, überrascht. Zweimal "3 Engel für Charlie" hat er gedreht, dazu früher Videos für die MTV-Generation und für Modeketten. In seiner Filmografie als Produzent steht die TV-Teenie-Serie "O.C. California". Viel Buntes also. Aber: In "Terminator - Die Erlösung" ist nichts bunt.

Nach einem kurzen Ausflug ins Jahr 2003 beginnt die Erz�hlung 2018. Der Krieg zwischen den Menschen und den Maschinen ist erwacht. Und in seinem Zentrum steht John Connor (Christian Bale). Klar: Wer noch nie einen "Terminator"-Film gesehen hat, wird sich schwertun mit der recht komplexen Figurenkonstellation. Nur wer die Geschichte von John Connor kennt und mit ihr die seiner Mutter Sarah Connor, einst gespielt von Linda Hamilton, wird die gesamte Faszination dieses neuen Films nachvollziehen können.

Auch wenn dieser Connor noch nicht der offizielle Anführer des Widerstands gegen die Maschinen ist, so steht er trotzdem schon an seiner Spitze. Sein Ziel: Er bekämpft die künstliche Intelligenz des Netzwerks Skynet, und er sucht nach Kyle Reese (Anton Yelchin) - jenem Mann, den er in einigen Jahren zurück durch die Zeit senden wird, damit er Sarah Connor beschützt. Dieser Kyle Reese wird mit Sarah dann ein Kind zeugen: John Connor. Bedeutet: Gelingt es John nicht, seinen Vater zu finden und ihn vor dem Zugriff von Skynet zu retten, ist sein eigenes Leben in Gefahr und damit der Erfolg des Widerstands.

Eine Schlüsselrolle kommt bei alldem Marcus Wright (Sam Worthington) zu. Einem Mann, der 2003 als Mörder hingerichtet wurde, aber seinen Körper der Forschung zur Verfügung stellte. Nun, 2018, taucht er plötzlich wieder auf. Der Zuschauer darf rätseln, welche Rolle er tatsächlich spielt. Dieser ambivalente Marc Wright ist es, der einen Großteil der Faszination des Films ausmacht. Es ist ein Genuss, Worthington und Bale, diesem fulminanten Männer-Duo auf Augenhöhe, zuzusehen.

Es ist eine intelligente, durchdachte und, sofern das überhaupt in diesem komplizierten Raum-Zeit-Geflecht möglich ist, logische Geschichte, die erzählt wird und die sich glänzend einfügt in die "Terminator"-Saga, die 1984 mit Arnold Schwarzenegger und dem Regisseur James Cameron ihren Anfang nahm. Dass der vierte Film der Reihe aber zu einem Meisterwerk wurde, hat vor allem auch formale Gründe.

"Die Erlösung" ist Action, Science-Fiction, aber verpackt in einem Look, der mehr an "Mad Max" denn an den legendären "Terminator 2" erinnert. Die vermeintlich moderne Seh-Kultur wird kaum bedient. Will sagen: Die Kameras halten auch mal still, der Schnittmeister wurde nicht zum alleinigen Erzeuger des Films. Wohl wurde viel mit Handkamera aufgenommen, und auch das blo�e Tempo der Ereignisse ist ungemein hoch. Aber stellten sich eben alle, Crew, aber auch der Cast, in den Dienst der Story und des Ziels, einen Actionfilm für die "Terminator"-Generation zu machen. Jene also, die in den 80-ern mit Schwarzenegger und Stallone cineastisch eingeführt wurden.

Alles ist Staub, alles ist Dreck, alles ist postapokalyptisch in diesem Film, der meist vor düsterem Himmel spielt und die Wüste als Ort des Geschehens hat. Und dort mittendrin: gefährliche T-600-Roboter, aber auch Maschinenriesen, wie man sie im Kino selten bedrohlicher gesehen hat.

Das Humorvolle, das Selbstironische, für das einst die bloße Existenz von Arnold Schwarzenegger sorgte, ist vollkommen verschwunden - von wenigen Ausnahmen abgesehen, in denen "Die Erlösung" vor allem verbal das Kinophänomen "Terminator" bedient: Die Schlüsselsätze kommen vor. Aber, viel wichtiger: Kann sich jemand einen "Terminator" so ganz ohne Arnold Schwarzenegger vorstellen? Keine Sorge: He's back ...

Kai-Oliver Derks

Credits:
V:Sony Pictures, USA 2009, R: McG, D: Christian Bale, Sam Worthington, Anton Yelchin u.a.

Laufzeit: 115 Min.

Kinostart:
04. Juni 2009


"Terminator - Die Erlösung" spielt im Jahr 2018. John Connor muss darin seine eigene Vergangenheit sichern. (2009 Sony Pictures Releasing GmbH)

Im Kampf gegen die Maschinen wird John Connor (Christian Bale) zum Helden.
Im Kampf gegen die Maschinen wird John Connor (Christian Bale) zum Helden. (2009 Sony Pictures Releasing GmbH)

Marcus Wright (Sam Worthington) weiß nicht, wie ihm geschehen ist: Gerade wurde er noch hingerichtet, im Jahr 2003. Nun kehrt zurück und blickt auf die neue Welt.
Marcus Wright (Sam Worthington) weiß nicht, wie ihm geschehen ist: Gerade wurde er noch hingerichtet, im Jahr 2003. Nun kehrt zurück und blickt auf die neue Welt. (2009 Sony Pictures Releasing GmbH)

Datum: 01.06.2009

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