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Auf "Secret, Profane & Sugarcane" macht Elvis Costello Country

Elvis Costello Secret, Profane & Sugarcane

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Ist es die Abgeklärtheit des Alters? Oder doch einfach eine Qualität großer Songwriter? Wie auch immer man diese Frage beantworten mag, fest steht: Ähnlich wie Bob Dylan setzt sich Songwriter Elvis Costello über Stilgrenzen hinweg, ohne dass es jemals aufgesetzt wirkt. Und der Brite ist dabei fast noch "wahlloser" als Dylan: Punk, Reggae, Rock, Jazz, oder Pop - alles ließ sich bislang in Costellos Songs integrieren. Das gilt ab sofort auch für traditioneller Country- und Bluegrassmusik, der sich der Ausnahmesongwriter auf seinem neuen Album "Secret, Profane & Sugarcane" widmet.

Für dieses Unternehmen ging der 54-jährige Brite standesgemäß in Nashville ins Studio und versammelte an Fiddle, Dobro, Banjo und Akkordeon höchstkarätige Gastmusiker um sich. Vor allem aber tat er sich einmal mehr mit seinem "Freund und Bruder" (Zitat Costello) T Bone Burnett zusammen. Mit dem Songwriter / Gitarristen / Produzenten hatte Costello schon bei seinem allseits anerkannten 1986er-Meisterwerk "King Of America" zusammengearbeitet, Burnett sich später vor allem einen großen Namen mit Soundtrackarbeiten ("Oh Brother Where Art Thou?") gemacht.

Klingt nach höchstmöglicher Perfektion und Geschmackssicherheit? Nun, "Secret, Profane & Sugarcane" tut genau jenes auch. Dass das Album trotzdem nicht in Richtung übertriebenem Muckertum und gepflegter Langeweile umschlägt, liegt an den Costello'schen Songs. In diesem Fall sind es vor allem die Storytelling-Qualitäten des Briten, die durchweg begeistern. Er berichtet von unerfüllter Liebe ("She Handed Me A Mirror") und Schamgefühlen ("Hidden Shame"), erzählt aber auch Geschichten über die Sklaverei der 1850er-Jahre ("Red Cotton"). Und nicht zuletzt mit dem ihm eigenen zynischen Humor von einsamen Nächten voller Verlangen ("My All Time Doll").

Ein Meisterwerk? Naja, nicht wirklich. Aber eine feine Fingerübung in Sachen Country und Bluegrass, die Costello einmal mehr als Ausnahmesongwriter zeigt.

Stefan Weber


Datum: 01.06.2009

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