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Dr. Seltsam oder Wie ich lernte, die Bombe zu lieben(mb/tsch) Wenn man einen Film mit dem Titel „Klassiker“ schmückt, ist das oft nur ein Synonym für „langweilig, aber unantastbar“. Denn viele sogenannte „Klassiker“ kann man sich heutzutage wirklich nicht mehr anschauen. Deshalb distanziert man sich lieber von diesem Begriff, wenn es um Stanley Kubricks „Dr. Seltsam“ geht, obwohl der Film alt und bekannt genug wäre, um diesen Titel zu tragen. „Dr. Seltsam“, eine äußerst skurrile Kalter-Krieg-Satire, entstand 1964, hat aber bis heute nichts von ihrer Wirkung eingebüßt. Anzeige Bevor sich Regisseur Stanley Kubrick (gestorben 1999) auf die "Odyssee im Weltraum" (1968) begab, schuf er mit "Dr. Seltsam oder Wie ich lernte, die Bombe zu lieben" (1964) eine bitterböse Groteske, die bis heute nichts von ihrer Schärfe verloren hat. Die beißende Satire um den geisteskranken US-General Jack Ripper (Sterling Hayden), der mitten im Kalten Krieg den Atomangriff auf die Sowjetunion inszeniert, basiert auf dem durchaus ernsten Roman "Red Alert" des NASA-Wissenschaftlers Peter George und ist nun auf einer erstaunlich guten Blu-ray-Disc erhältlich. General Ripper fühlt sich nach misslungenem Beischlaf durch eine vermeintliche kommunistische Verschwörung globalen Ausmaßes bedroht. In seinem Wahn, die Sowjetunion wolle die "kostbaren Körpersäfte" der US-Bürger verunreinigen, indem sie das Wasser mit Potenz hemmenden Stoffen vergiftet, schickt der Kommandant eines Luftwaffenstützpunktes eine Staffel Atombomber auf den Weg nach Russland. Den Geheimcode, der notwendig ist, um die Piloten zurückzuordern, kennt nur er. Die gemeinsamen Bemühungen der beiden Supermächte, den übergeschnappten General zu stoppen und die Katastrophe abzuwenden, scheinen Früchte zu tragen. Doch einer der Bomber kommt durch. Wie kaum ein anderes Werk in der Filmgeschichte karikiert "Dr. Seltsam oder Wie ich lernte, die Bombe zu lieben" den Kalten Krieg und all seine abstrusen Begleiterscheinungen (Bombenhysterie, Soldatentugenden, Antikommunismus). Wenngleich Fiktion, so bleibt der Film doch hart an der Realität: Der berühmte, von Ken Adam gestaltete "War Room" des Pentagon wirkt derart echt, dass spätere Besucher des Verteidigungsministeriums in eben diesen nicht existenten Raum geführt werden wollten. Das Schwarz-Weiß-Bild der Blu-ray ist erstaunlich rauschfrei, klar und damit noch immer sehr ansehnlich. Der Transfer bringt den von Kubrick mit Meisterhand inszenierten Kontrastreichtum sowie seine Licht- und Schattenspiele gut zur Geltung. Der remasterte Sound liegt in High-Def-Qualität vor und wirkt dadurch etwas voller als auf der DVD-Edition. Wirkliche Räumlichkeit kann er aber nicht vermitteln. Ebenso wie bei der technischen Überarbeitung wurde sich mit den Extras Mühe gegeben. Das Bonusmaterial enthält vielfältigen Hintergrunddokus, einen BD-live-Zugang sowie Interviews und Bild-in-Bild-Informationen. Vera Seeberg bewertungsbox
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Credits:
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