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"American Outlaws": müder Aufguss der Wild-West-Mythen

American Outlaws

Historisch genau, liebevoll in Detailfragen, aufwendig in der Ausstattung, fast poetisch im Erzählstil: kabel eins hat mit "Into the West" ein Fernsehformat ins Programm geholt, das bei der heiklen Revitalisierung des seit Jahrzehnten totgesagten Western-Genres fast alles richtig macht. Auch die Entscheidung, die jeweilige Episode mit einem Spielfilm jüngerer Prägung in Themenabendmanier einzuleiten, klingt plausibel und ehrenwert. Dumm nur, dass offenbar zusehends das geeignete Material ausgeht. Mit "American Outlaws" wiederholt man nun einen glatt polierten Action-Western, der zu den Qualitäten der Fernsehreihe (die Episode "Wissen ist Macht" beginnt im Anschluss um 22.10 Uhr) gewissermaßen die Antithese bildet.

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Nach dem Ende des Bürgerkriegs machten sie den Westen noch einmal richtig wild: Jesse James (Colin Farrell) und seine Gang, bestehend aus - zumindest in diesem Film - gut aussehenden Jungs. Kaum zu ihren Farmen zurückgekehrt, steht neuer Ärger ins Haus: Ein Eisenbahn-Tycoon will den Leuten in der Gegend ihr Land wegnehmen, und das kann die "Cowboygroup" natürlich nicht zulassen. Schnell den schicken Gürtel wieder umgeschnallt und schon geht's in Robin-Hood-Manier auf zum Banküberfall. Natürlich nur bei den Geldinstituten, bei denen das Vermögen der Eisenbahngesellschaft lagert. Und da Männer bekannterweise mit den Moneten nicht umgehen können, kommt es schnell zu internem Streit. Davon profitieren wiederum ihre Verfolger.

Was als Frischzellenkur gedacht war, entpuppt sich als müder Aufguss. Zum ungezählten Mal erzählt Regisseur Les Mayfield die Legende des ehrenwerten Bankräubers Jesse James. Eine Übung, die der auch nicht tadellosen, etwas phlegmatischen "Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford" (2007) mit Brad Pitt und Casey Affleck zuletzt um Längen besser gelang. Die müden Mythen des Wilden Westens wurden in "American Outlaws" im MTV-Stil aufgepeppt. Blöd nur, dass der Film länger als ein Videoclip dauert. Da können auch die adretten Schauspieler nichts ausrichten.

Dem damaligen Shootingstar Colin Farrell konnte der Kassenflop nicht viel anhaben. Über Blockbuster wie "Alexander" (2004), "Miami Vice" (2006) und "Brügge sehen ... und sterben?" (2008) reifte der Ire zwischenzeitlich zu einem der gefragtesten Darsteller in Hollywood. Ab 3. Dezember wird Farrell im neuen Terry-Gilliam-Film "The Imaginarium of Doctor Parnassus" an der Seite Johnny Depps und des verstorbenen Heath Ledger zu sehen sein.

Johann Ritter


Jesse James (Colin Farrell) kehrt nach dem Bürgerkrieg in seine Heimat Missouri zurück.
Jesse James (Colin Farrell) kehrt nach dem Bürgerkrieg in seine Heimat Missouri zurück. (kabel eins / Warner Bros.)

Die Bürgerkriegsveteranen Frank (Gabriel Macht, links) und Jesse James (Colin Farrell) erleichtern in Robin-Hood-Manier Geldinstitute um Bares.
Die Bürgerkriegsveteranen Frank (Gabriel Macht, links) und Jesse James (Colin Farrell) erleichtern in Robin-Hood-Manier Geldinstitute um Bares. (kabel eins / Warner Bros.)

Jesse James rächt sich mit seiner Gang an einer Eisenbahngesellschaft, indem er ihr Vermögen stielt.
Jesse James rächt sich mit seiner Gang an einer Eisenbahngesellschaft, indem er ihr Vermögen stielt. (kabel eins / Warner Bros.)

Datum: 06.07.2009

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