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Meditationstechno: Mobys "Wait For Me"

Moby Wait For Me

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Mit "Nightlife" versuchte Moby zuletzt so etwas wie ein Zurechtrücken der Tatsachen. Hedonismus als Lebensart, Feierei der Feierei wegen - das war im Prinzip die Botschaft des letzten Albums, das der New Yorker Techno-Veteran für den Unterhaltungskonzern EMI einspielte. Das Problem an der Geschichte: Wie Moby zum Beispiel am Interviewtag da saß, neben sich tatsächlich die Einkäufe aus einem nahegelegenen Biosupermarkt - das Hotel führte auf dem Frühstücksbuffet vermutlich nicht das richtige Müsli -, wirkte das Ganze eher wie eine zwanghafte Zielgruppenerweiterung zurück in die U-30-Generation. Funktionierte natürlich nicht so wirklich - sodass sich Moby auf "Wait For Me" wieder auf seine alten Kernkompetenzen besinnt.

Das Talent, die Dinge irgendwie als neu zu verkaufen, besitzt der 43-Jährige dabei immer noch. Die Botschaft von "Wait For Me" ist: zurück zu den Ursprüngen. Moby ist, zumindest was Label- und Vertriebswege angeht, wieder sein eigener Herr und zog sich auch für die Aufnahmen komplett in sein Heimstudio zurück.

Wer nun irgendwelche musikalischen Querschläge erwartet - man erinnere sich an den Punk-Ausfallschritt "Animal Rights" -, dürfte sich von "Wait For Me" enttäuscht abwenden. Moby entwirft auf seinem neunten Album einen zwar verblüffend analogen, in seiner Wirkung aber völlig konventionellen Mix aus Gospel- und Meditationstechno mit leicht esoterisch müffelndem Einschlag. Im Prinzip wiederholt er dabei altbekannte Schemata, bedient sich bei Melodien, die er selbst zumindest so ähnlich schon mal verwendete. Anders ausgedrückt: Wer die großen Moby-Hits der Jahrtausendwende wie "Why Does My Heart Feel So Bad" oder "We Are All Made Of Stars" mochte, wird auch hier zugreifen.

Erwähnung finden sollte aber auch, dass manchmal, wie etwa in "Shot In The Back Of The Head", auch Postrock- und Ambient-Gitarren angespielt werden, und dass niemand Geringeres als David Lynch das zugehörige Video drehte. Und natürlich die Tatsache, dass Stücke wie "Division", "Pale Horses" oder "Wait For Me" als angenehme Klangtapete durchaus funktionieren.

Jochen Overbeck


Datum: 03.07.2009

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