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"Transformers - Die Rache": nicht so gut wie der Film

Krawall und Robo-Remmidemmi

Gigantisch im Kino, gewöhnlich auf der heimischen Konsole: Das Spiel zum Film zum Plastikspielzeug besitzt zwar einen ordentlichen Krawallfaktor, bietet aber bei weitem nicht das Spektakel der Vorlage.

Laut, hirnlos, erfolgreich. Michael Bays Kinospektakel "Transformers - Die Rache" setzt mal wieder Maßstäbe. Tricktechnisch und kommerziell. Innerhalb der ersten Woche wurden bereits alleine in den USA die horrenden Produktionskosten von fast 200 Millionen Dollar locker wieder eingespielt. Und auch in Deutschland strömen die Besucher zuhauf in das zweieinhalbstündige Heavy-Metal-Getöse, bei dem sich gute und böse Riesenroboter um das Schicksal der Erde zanken - und die aufrechten Autobots am Ende natürlich siegen. Im obligatorischen Game zum Blockbuster hat der Spieler dagegen die freie Wahl und kann auch den fiesen Decepticons unter die Metallarme greifen ...

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Der Action-Titel, den ActivisionBlizzard für nahezu jedes System auf den Markt bringt und zum Testen in der PS3-Verson vorlag, folgt lose der Handlung des Kinofilms. Je nach Fraktionswahl stehen Shanghai, die Westküste der USA, eine Flugzeugträgerflotte mitten im Pazifik oder Ägypten auf dem Reiseplan der Riesenrobos. Über 20 Missionen bietet jede der Kampagnen. Und während die Autobots rund um ihren Anführer Optimus Prime gelegentlich noch ein paar Techniker oder die hübsche Mikaela, im Film von Hollywood-Hottie Megan Fox verkörpert, eskortieren müssen, sind die Decepticons meist nur auf tumbe Zerstörung programmiert und wollen der Erde buchstäblich das Licht ausknipsen.

Was im Kino dank bahnbrechender Tricktechnik schlicht gigantisch wirkt, verkommt auf der der heimischen Konsole zur gewöhnlichen Action-Sause. Die besitzt zwar einen ordentlichen Krawallfaktor, bietet grafisch aber bei weitem nicht das Spektakel der Vorlage. Dafür bieten die Locations zu wenige Details und zu grobe Texturen. Bis auf ein Intro-Video muss sogar auf Film- und Rendersequenzen verzichtet werden. Stattdessen wird die Handlung in Missionsbesprechungen und innerhalb des Spiels eingeblendeter Dialoge vorangetrieben. Selbst ein furioses Finale sparte Activision aus.

Dabei hätte es sich der Spieler mehr als verdient, musste er in den rund zehn Stunden zuvor nicht nur allerlei feindliche Autobots oder Deceptions in glühendes Altmetall verwandeln, sondern in erster Linie mit der überfrachteten Steuerung kämpfen. Nahezu alle Buttons wurden doppelt belegt, um besondere Nah- und Fernattacken zu ermöglichen - was im Eifer des Gefechts ziemlich verwirrend sein kann. Vor allem aber die rechte Schultertaste hat es in sich: Wer sie drückt und gedrückt hält, lässt seinen Transformer in seine Fahrzeuggestalt wechseln. Das sieht gewiss cool aus, nur: Gleichzeitig ist die Taste auch fürs Beschleunigen zuständig. Mit Vollgas lässt's sich jedoch mitunter schwer durch die verwinkelten Häuserschluchten navigieren. Und wer bremst, verwandelt sich automatisch wieder zurück ...

Sonderlich anspruchsvoll ist das Spiel zum Film zum Plastikspielzeug dennoch nicht. Die Zeitlimits zum Erledigen bestimmter Aufgaben sind großzügig bemessen, Begegnungen mit besonders dicken Brocken wie dem Demolisher, Devastator oder dem Oberschurken The Fallen lassen sich meist auf Anhieb bewältigen. Und dank der doofen Künstlichen Intelligenz sind selbst die Heerscharen von No-Name-Standard-Gegnern kein Problem. Die klettern mitunter stur Hauswände hoch und lassen sich dabei wie Moorhühner mühe- und wehrlos abballern.

Bei "Transformers - Die Rache" von Lizenzschrott zu sprechen, wäre allerdings zu viel des Schlechten. Das temporeiche Game bietet auf allen Plattformen solide und kurzweilige Action-Kost mit zig Transformern, unzähligen freischaltbaren Boni (darunter alte Zeichentrickfolgen) und wirklich launigen Multiplayer-Modi. Und auch wenn die Grafik sicherlich etwas spektakulärer hätte sein können, lässt zumindest die Sound- und Musikuntermalung kaum Wünsche offen. Für die Orginal-Version des Games traten die Schauspieler Megan Fox und Shia LaBeouf sowie allerlei Voice-Actors wie Peter Cullen vor das Mikro. In der deutschen Version griff man auf anständige Soundalikes zurück.

Bernd Fetsch




Datum: 06.07.2009

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