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Placebo werfen alles in ein "Box Set" zusammen

Placebo Box Set

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Alles muss raus bei Placebo - erst der Drummer, dann die alten Platten. Parallel zur Veröffentlichung ihres neuen Albums "Battle For The Sun" werfen die Alternative-Rocker all ihre vorherigen Werke noch einmal gebündelt auf den Markt - in einer Box, die nicht nur dekorativ ist, sondern vor lauter Bonusmaterial bald aus den Nähten zu platzen droht. Wird hier ein Kapitel abgeschlossen? Schließlich trennten sich Sänger Brian Molko und Bassist Stefan Olsdal 2007 nach zehn Jahren von ihrem Schlagzeuger Steve Hewitt, bevor sie sich wieder ins Studio begaben.

Obwohl Steve Hewitt das unauffälligste Drittel der internationalen Combo war, ging mit seinem Ausstieg irgendwie eine Ära zu Ende. Dennoch stellt die petrolfarbene Box keine reine Zusammenfassung des Hewitt-Jahrzehnts dar - schließlich schwang auf dem Debütalbum "Placebo" (1996) noch Robert Schultzberg die Drumsticks, bevor dieser 1997 abgelöst wurde. Damals wie heute wurde der Ausstieg mit internen Differenzen begründet - Trommler scheinen also tatsächlich ein besonderer Menschenschlag zu sein.

Doch Drummer hin oder her, am Ende ist es doch Brian Molkos markante, kühle Stimme, die die Fans in Erinnerung schwelgen lässt: Mit "Every You Every Me" aus "Without You I'm Nothing" gelang 1998 der Durchbruch, mit den Nachfolgern "Black Market Music" (2000) und "Sleeping With Ghosts" (2003) eroberten Placebo den Mainstream. "Meds", das 2006 erschien, wirkte hingegen wieder düsterer, Songs wie "Infra-Red" oder "Post Blue" waren deutlich aggressiver als beispielsweise zuvor "This Picture" oder etwa "Slave To The Wage".

Dabei sind die Jungs doch eigentlich ganz nett und friedlich. Dass merkt man nicht nur im auf DVD beigelegten Interview und Dokumentarfilm, sondern auch daran, dass das Trio beim Schnüren des Päckchens an alles dachte: Die Musikvideos von 1996 bis 2004 sind dabei, ein Konzertmitschnitt, B-Seiten, Live-Versionen und selbstverständlich auch die immer wieder gern gehörte Variante von Kate Bushs "Running Up The Hill". Wie heißt es so schön in "Every You Every Me": "Sucker love, a box I choose, no other box I choose to use."

Annekatrin Liebisch


Datum: 06.07.2009

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