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Darren Aronofskys bildgewaltiges Märchen "The Fountain"

The Fountain

Regisseur Darren Aronofsky interessiert sich in seinen Filmen für die Figuren, die sich auf Bewusstseinsebenen etwas abseits jener Realität bewegen, die wir als "normal" bezeichnen. Das lag in "Pi" an der Mathematik und in "Requiem For A Dream" an den chemischen Prozessen, die von Drogen ausgelöst werden. In seinem dritten Film, "The Fountain", (2006) ist es die Suche nach dem ewigen Leben, die Hugh Jackman in drei transzendente Ebenen führt. Das Erste zeigt das bildgewaltige, fantasievolle Drama im Sonntagnacht-Programm.

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In diesen Zeitebenen mit immer wiederkehrenden Motiven (die sich allerdings nicht auf den ersten Blick erschließen) geht es um die Suche nach dem ewigen Leben. Im Heute hat das ganz praktische Gründe, Izzy Creo (Weisz) ist krebskrank und wird sterben, sollte ihr Mann Tommy (Jackman) nicht eine Kur finden. Der Arzt steht in der Tat kurz vor der Entdeckung eines Heilmittels, doch der letzte Schritt will ihm nicht gelingen. Er rennt - blind vor Schmerz und Liebe - immer wieder gegen die Wand, in allen drei Zeitebenen.

Im Heute hat Izzy ein Buch geschrieben, das im Kopf Tommys real wird. Es handelt von dem furchtlosen Entdecker Tomas, der, um die spanische Königin Isabella zu schützen, in den neu entdeckten Maya-Gebieten nach dem mystischen Baum des ewigen Lebens sucht. Der furchtlose Retter, der durch die Liebe seiner Königin angetrieben wird, steht dann auch vor dem Hüter des Jungbrunnens. Allerdings hat Izzy die letzten Seiten des Buches weiß gelassen, was Tommy 500 Jahre in die Zukunft führt, wo er als Tom das ewige Leben auf einer transzendenten Ebene erreicht und sich die Liebenden endlich wieder vereinen können. Jedoch muss er dafür akzeptieren, dass der Tod ein Teil der Schöpfung ist und er selbst nur ein Staubkorn im Universum, ein Wimpernschlag in der Ewigkeit.

"The Fountain" ist ein in vielen Punkten gelungener Film, verheddert sich aber in den eigenen Ansprüchen. Aus dem philosophischen Exkurs über Raum, Zeit und Vergänglichkeit wird ein Umherirren in einem metaphysischen Labyrinth. Das allerdings ist wunderschön anzusehen, die einfallsreiche Visualität und Aronofskys im positiven Sinne verstörende Radikalität in der Erzählweise entschädigen für das Fehlen einer klaren Wegbeschreibung.

Bei der Erzählung wird hin- und hergesprungen - in der Zeit und auch zwischen den Realitätsebenen, bis sich der Kreis aus Leben und Tod schließt. Aronofsky weiß, wie man intelligent und doch spielerisch-experimentell mit Zeit, Ort und Perspektive umgeht. Was fehlt, ist der Haken, mit dem der Zuschauer in die Geschichte gezogen wird - der Film schafft stattdessen eine wunderbare Traumwelt, in der mit Mystik, Magie und Esoterik von großer Liebe, dem Umgang mit Verlust und der Suche nach dem ewigen Leben erzählt wird.

Andreas Fischer


Der Wissenschaftler Tommy Creo (Hugh Jackman) ist auf der Suche nach einem Heilmittel, das das Leben seiner krebskranken Frau Izzy (Rachel Weisz) retten kann.
Der Wissenschaftler Tommy Creo (Hugh Jackman) ist auf der Suche nach einem Heilmittel, das das Leben seiner krebskranken Frau Izzy (Rachel Weisz) retten kann. (ARD / Degeto)

Izzy (Rachel Weisz) zeigt ihrem Mann Tommy (Hugh Jackman) das Buch, das sie zu schreiben begonnen hat und das er im Falle ihres Todes vollenden soll.
Izzy (Rachel Weisz) zeigt ihrem Mann Tommy (Hugh Jackman) das Buch, das sie zu schreiben begonnen hat und das er im Falle ihres Todes vollenden soll. (ARD / Degeto)

Das Leben der spanischen Königin (Rachel Weisz) ist in Zeiten der Inquisition in Gefahr.
Das Leben der spanischen Königin (Rachel Weisz) ist in Zeiten der Inquisition in Gefahr. (ARD / Degeto)

Datum: 17.07.2009

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