Fünf Jahre dauerte das Hickhack um den zweiten Teil des spannungsgeladenen Erotik-Thrillers "Basic Instinct". Doch 2006 war es soweit: "Basic Instinct 2" erreichte die große Leinwand, und wieder durfte die zwischenzeitlich 48-jährige Sharon Stone als Männer verschlingende Sex-Bombe Catherine Tramell lasziv auf Verhörstühlen herumrutschen. Neben einer Handvoll wohlwollender Kritiken gab es für die Blockbuster-Fortsetzung viel Häme und schlimmer: kaum Zuschauerzuspruch. Nur eine Woche, nachdem das ZDF das ungeliebte Sequel in den "Sommernachtsphantasien" in Erstausstrahlung zeigte, darf man sich über das Verhältnis der beiden Teile zueinander ein vergleichendes Bild machen. Denn nun ist in der Erotikreihe auch Paul Verhoevens skandalumwittertes Original aus dem Jahr 1992 zu sehen.
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Nichts für zarte Gemüter ist bereits die Eröffnungssequenz: Ein detailliert gefilmter Liebesakt endet in einem grausamen Blutbad, bei dem die Frau ihren "Partner" mit einem Eispickel nach Metzgerart in seine Bestandteile zerlegt. Detective Nick Curran (Michael Douglas) wird auf die dringend der Tat verdächtige Ex-Geliebte des Opfers, Catherine Tramell, angesetzt. Doch schon bei der ersten Begegnung verfällt er mit Haut und Haar Catherines aggressiver erotischer Ausstrahlung.
Die Suche nach dem Täter wird durch verwirrende Indizien und überraschende Wendungen erschwert. Zu viele Personen scheinen auf mysteriöse Weise in den Mord verwickelt. Was hat Catherines lesbische Freundin Roxy (Leilani Sarelle) mit der Sache zu tun? Welche Rolle spielt Nicks frühere Geliebte, die Polizeipsychologin Beth Garner (Jeanne Tripplehorn), die Catherine anscheinend vom College kennt?
Sharon Stone ist die unumstrittene Königin in diesem Thriller. Mit ihrer messerscharfen Intelligenz und ihrer offensiven Erotik steckt die kühle Blonde alle Gegenspieler lässig in die Tasche. Am berühmtesten wurde die Verhörszene auf dem Polizeirevier, in der die Protagonistin während des Übereinanderschlagens ihrer Beine Einblick unter den Minirock gewährt und so sämtliche Detectives zu hypnotisierten Spannern neutralisiert.
In Amerika löste der freizügige Film wütende Kontroversen aus. Frauengruppen und Homosexuelle fühlten sich diskriminiert, Regisseur Paul Verhoeven musste sein Werk 17-mal ändern, bevor es endlich Einzug in die Kinos hielt. Dem Erfolg hat der ganze Rummel nicht geschadet: Bereits am ersten Wochenende spielte der Thriller für damalige Zeiten beachtliche 15 Millionen Dollar ein.
Jasmin Herzog
Catherine Tramell (Sharon Stone) hat den ermittelnden Detective Nick Curran (Michael Douglas) fest im Griff. (ZDF / Tele München)
Nicht gerade das, was man professionelle Distanz nennt: Detective Nick Curran (Michael Douglas) ist der dringend mordverdächtigen Catherine Tramell (Sharon Stone) hemmungslos verfallen. (ZDF / Tele München)
Auch zur Polizeipsychologin Beth Garner (Jeanne Tripplehorn) steht Detective Nick Curran (Michael Douglas) in keinem rein beruflichen Verhältnis. (ZDF / Tele München)
Datum: 20.07.2009
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