Der Nihilismus der Jugend in "Eine Welt ohne Mitleid"
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Eine Welt ohne Mitleid
Der Film "Voll das Leben" (1993) führte sie vor, die "Generation X". Junge, konsumfreudige Menschen, die in den frühen 70er-Jahren geboren wurden und nach einer soliden Ausbildung ohne große Hoffnung auf sozialen und beruflichen Aufstieg in Nihilismus verfallen. Ein Porträt seiner etwas früher geborenen Altersgenossen legte Eric Rochant 1989 mit seinem Debüt "Eine Welt ohne Mitleid" vor - damals war er 28 Jahre alt. Für die unprätentiöse Schilderung des Lebensgefühls der Zwanzigjährigen in Paris erhielt er einen "César" und wurde als Kultfilmregisseur, von dem noch viel zu erwarten ist, gefeiert. ARTE zeigt den Film nun im Rahmen der "Summer of the 80s"-Reihe.
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Ein so großer Wurf glückte Eric Rochant allerdings nicht mehr. Die Messlatte liegt aber auch extrem hoch, denn "Eine Welt ohne Mitleid" vereint alles, was einen außergewöhnlichen Film ausmacht. Mit Hippolyte Girardot ("Das Parfüm von Yvonne") fand er einen Hauptdarsteller, der mit cooler Eleganz und intellektuellem Touch dem süßen Nichtstun nachgeht. Er steht für eine Generation, die dem politischen Aktivismus der 68-er nichts abgewinnen kann, die aber auch die Profitgier der Yuppies anwidert.
Was dem studentischen Aussteiger Hippo (Girardot) bleibt, ist ein Leben des Müßiggangs, finanziert von seinem kleinen Bruder, einem Drogendealer. Zusammen mit seinem Freund Halpern (Yvan Attal) beobachtet er auf der Kühlerhaube seines Schrottautos liegend das geschäftige Leben in Paris, abgeklärt und völlig mit sich im Einklang.
Wer an nichts glaubt, kann auch nicht enttäuscht werden, denkt sich der Lebenskünstler. Eine Philosophie, die so lange funktioniert, bis er Nathalie (Mireille Perrier) kennenlernt. Die junge Frau ist das genaue Gegenteil von Hippo: ein Workaholic. Bald wird ihm klar: Wenn er sie für immer für sich gewinnen will, muss sich etwas in seinem Leben ändern.
Mit mildem Surrealismus erzählt Eric Rochant die Geschichte einer "amour fou", wie sie nur in Paris spielen kann. Die Wahrzeichen der Stadt baut er mit ein und stellt sie in magische Verbindung mit den Liebenden.
Jasmin Herzog
Hippo (Hippolyte Girardot) ist ein Müßiggänger. (ARTE)
Gemeinsam mit seinem Freund Halpern (Yvan Attal, rechts) frönt Hippo (Hippolyte Girardot) dem Nichtstun. (ARTE)
Als Nathalie (Mireille Perrier) in Hippos Leben tritt, stehen Veränderungen an. (ARTE)
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