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Tom Cruise vs. Jamie Foxx im etwas spröden "Collateral"

Collateral

Es gab eine Zeit, in der Tom Cruise noch als Publikumsmagnet und nicht durch peinliche Sekten-Videos oder ständige Terminverschiebungen seiner Filmprojekte von sich reden machte: 2004 knackte "Collateral" (2004) in den USA die magische Einspielgrenze von 100 Millionen Dollar. Und das, obwohl der Thriller ziemlich spröde, bisweilen sogar anstrengend daherkommt. Hätte Regisseur Michael Mann die Hauptfigur anders besetzt, der atmosphärische Neo-Noir-Thriller wäre womöglich im Kino untergegangen.

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Wie schon in seinem Meisterwerk "Heat" von 1995 (Robert De Niro gegen Al Pacino) ist es auch hier das Duell zweier Männer, das den Regisseur faszinierte. Und erneut stehen die beiden auf unterschiedlichen Seiten des Gesetzes, sind sich aber - das wird im Verlauf der Story klar - näher, als sie zunächst annehmen mögen. Cruise, hier grauhaarig, ist der Bad Guy, zum ersten Mal in dieser klaren Form. Und es bereitete dem Hollywood-Star, dessen heftig umstrittener Stauffenberg-Film "Operation Walküre" aufgrund zahlreicher Nach-Drehs erst Ende Januar in die Kinos kam, ganz offensichtlich Vergnügen. Zumal das Drehbuch ihm ausreichend Raum gab, den Betrachter fürs Böse zu interessieren, ihn vielleicht gar auf dessen Seite zu ziehen.

Zunächst aber stellt der Film die zweite Hauptperson vor: Der Taxifahrer Max (Jamie Foxx) chauffiert eine hübsche Staatsanwältin (Jada Pinkett Smith) durch Los Angeles, und im persönlichen Gespräch der beiden offenbart sich sein grundgutes, optimistisches, ja auch etwas verträumtes Wesen. Danach steigt Vincent (Cruise) zu und unterbreitet Max ein Angebot: Er möge ihn für 600 Dollar an fünf verschiedene Orte in Los Angeles fahren. Vincent willigt ein, doch es vergehen nur wenige Minuten, bis sich ihm sein Fehler in Form einer Männerleiche offenbart, die aus großer Höhe auf sein Auto knallt. Vincent ist ein Auftragskiller, macht aus seinem Vorhaben auch keinen Hehl und zwingt seinen Fahrer in der Folge zur Kooperation.

Es beginnt eine Reise durch die Nacht, die viele Menschen das Leben kosten wird. Doch die Morde sind eher Nebensache. Stattdessen entwickeln sich zahlreiche interessante und fein geschliffene Dialoge zwischen den Hauptfiguren, ab und an auch mit einem der Opfer. Hin und wieder versucht Max zu fliehen, ohne Erfolg natürlich. Und so treibt alles auf das unvermeidliche Finale hin, das sich nicht so recht in den besonderen Charme des Films einfügen will.

Michael Mann erlag, aus welchen Gründen auch immer, der Verführung, "Collateral" zu einem durch und durch konventionellen Genreschluss zu treiben. Der Film, der bis dahin weniger thematisch, sondern vielmehr aufgrund seiner Ästhetik und verbalen Tiefe ein Vergnügen war, bedient fortan Klischees, die an einen mittelmäßigen TV-Thriller erinnern.

Ob sich Neo-Noir-Spezialist Mann in "Public Enemies" wieder ganz auf seine Tugenden verlässt? Das mit Johnny Depp und Christian Bale starbesetzte Gangsterepos, das in den 30er-Jahren spielt, startet am 6. August in den deutschen Kinos.

Tom Ruder


Tom Cruise spielt die Hauptrolle in Michael Manns Action-Thriller "Collateral", den in Deutschland knapp eine Million Zuschauer sahen.
Tom Cruise spielt die Hauptrolle in Michael Manns Action-Thriller "Collateral", den in Deutschland knapp eine Million Zuschauer sahen. (ProSieben / Paramount)

Max (Jamie Foxx, unten) arbeitet bereits viele Jahre als Taxifahrer in Los Angeles. Eines Tages bekommt er einen echten Auftragskiller (Tom Cruise) als Fahrgast.
Max (Jamie Foxx, unten) arbeitet bereits viele Jahre als Taxifahrer in Los Angeles. Eines Tages bekommt er einen echten Auftragskiller (Tom Cruise) als Fahrgast. (ProSieben / Paramount)

Schon bald gibt sich Max' (Jamie Foxx, rechts) nächtlicher Fahrgast als Profikiller (Tom Cruise) zu erkennen und zwingt Max, ihn zu seinen Opfern zu chauffieren.
Schon bald gibt sich Max' (Jamie Foxx, rechts) nächtlicher Fahrgast als Profikiller (Tom Cruise) zu erkennen und zwingt Max, ihn zu seinen Opfern zu chauffieren. (ProSieben / Paramount)

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