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Keira Knightley vs. Sienna Miller in "Edge Of Love"

Edge Of Love - Was von der Liebe bleibt

(mb/tsch) "Edge Of Love - Was von der Liebe bleibt" will der Welt vom Liebesleben des walisischen Dichters Dylan Thomas erzählen. Es stellt sich aber die Frage, ob das die Welt wirklich interessiert. Und doch, ein Bohemian, zwei Frauen und der Zweite Weltkrieg als Kulisse: Das könnte sogar unabhängig vom Nach-einer-wahren-Begebenheit-Prinzip funktionieren. Aber in „Edge Of Love“ will das irgendwie nicht klappen. Das Geschehen bleibt immer an der Oberfläche, die Charaktere blass, die Kamera immerzu auf schöne Bilder fixiert, auch wenn sie gerade die Härte des Krieges zeigt (und sich deshalb lieber auf die roten Lippen Keira Knightleys konzentriert). Der Versuch, mit „Edge Of Love“ ein intensives Drama um Eifersucht und Verrat zu schaffen, verfehlt der britische Regisseur John Maybury weitgehend.

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Der Regisseur war zunächst nicht begeistert vom Angebot, er wollte noch nicht mal das Drehbuch lesen. Drei Frauen, die ausführenden Produzentinnen und die Drehbuchautorin, waren notwendig, den Mann nach "vier Jahren und einer Flasche Champagner" zu überreden, das Skript überhaupt anzusehen. So erzählt es Sharman Macdonald, die sich in der Hinsicht eigentlich bedeckt halten müsste, denn sie schrieb das Drehbuch.

Doch sie wollten Maybury, weil er eine dunkle und gleichzeitig spielerische Seite habe. Eben genau das, was das Damentrio wollte, um die Geschichte vom Liebesleben des walisischen Dichters Dylan Thomas (Matthew Rhys) zu erzählen, der im Zweiten Weltkrieg seine erste Liebe wiedertrifft.

Der Bohemian trifft auf die selbstbewusste Sängerin Vera Philipps (Keira Knightley), und es ist nicht zu übersehen, dass sie etwas konsterniert ist als sie bemerkt, dass Dylan verheiratet ist. Seine ihm ebenbürtige Frau Caitlin (Sienna Miller) legt großes Selbstbewusstsein an den Tag. Es ist dem Krieg und vor allen der permanenten Geldnot geschuldet, dass die drei zusammenziehen. Parallel dazu entwickelt sich eine zunächst leidenschaftslose Liebesgeschichte zwischen Vera und dem jungen Offizier William Killick (Cillian Murphy). Vera ist es, die erwachsen wird, die abwägt zwischen der Freundschaft, die sie Caitlin gegenüber empfindet, der alten Seelenverwandtschaft mit einem arroganten und verantwortungslosen Mann und einem neuen Leben. Der Soldat wird einberufen, die drei bleiben zurück.

Der Film beginnt früh zu scheitern, die Auftritte Knightleys als Barsängerin in U-Bahnschächten wirken wie Werbung für Lippenstift und Wimperntusche. Das Augenmerk liegt zu lange auf der schönen Keira Knightley, was dem zeitweise oppulent ausgestatteten Drama einen viel zu oberflächlichen Anstrich gibt. Sie ist die Vernünftige, die Geradlinige. Doch der amerikanische Regisseur will eigentlich die Geschichte von Dylan Thomas und seiner Frau Caitlin erzählen, das Destruktive, das Schmierige und Schwierige liegt Maybury.

Sie wollen nicht zusammenpassen, die Hollywoodschönheiten Miller und Knightley und der Regisseur, der aus der Londoner Punkszene kommt. Es beginnt langatmig und durchsichtig, wobei besonders Matthew Rhys zu wenig Tiefe in seine Figur bekommt. Die Bilder sind zu schön für die Härte der Handlung. Genau dies zu kombinieren gelang Saul Dibb jüngst in der "Herzogin". Auch hier ist es Keira Knightley, die das Drehbuch ihrer Mutter Sharman Macdonald vor Schlimmerem behütet und irgendwann gegen die Oberflächlichkeit anspielt. Doch es bleiben Fragen. Erstaunen darüber, dass Maybury seine beiden bemühten Darstellerinnen im Meer toben lässt als würden sie gerade eine Fotosession machen. Dabei haben sie vor einer Minute Caitlins Abtreibung beschlossen.

Die Männer geraten oft in den Hintergrund, der eine lebt, der andere schreibt über den Krieg, beide können mit ihren Gefühlen nicht umgehen. So bleibt "Edge of Love" ein schwacher Versuch, eine intensive, immerhin auf wahren Begebenheiten beruhende Tragödie um Eifersucht und Verrat umzusetzen, falsch besetzt, entweder auf dem Regiestuhl oder vor der Kamera.

Claudia Nitsche

Credits:
V:Koch Media (Neue Visionen), GB 2008, R: John Maybury, D: Keira Knightley, Cillian Murphy, Sienna Miller u.a.

Laufzeit: 110 Min.

Kinostart:
23. Juli 2009


Liebe oder Freundschaft? Sienna Miller (links) und Keira Knightley suchen im Kriegsdrama "Edge Of Love" die Antwort.
Liebe oder Freundschaft? Sienna Miller (links) und Keira Knightley suchen im Kriegsdrama "Edge Of Love" die Antwort. (Neue Visionen)

Immer hübsch, manchmal zu hübsch: Keira Knightley.
Immer hübsch, manchmal zu hübsch: Keira Knightley. (Neue Visionen)

Wie aus dem Ei gepellt: Vera (Keira Knightley) singt schön und sieht gut aus. Das mögen die Männer.
Wie aus dem Ei gepellt: Vera (Keira Knightley) singt schön und sieht gut aus. Das mögen die Männer. (Neue Visionen)

Datum: 18.07.2009

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