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20 Jahre Orbital auf "Orbital 20"

Orbital Orbital 20

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Fünf Jahre dauerte es, bis Orbital eine Legende waren. Fünf Jahre, in denen sie diverse Singles und zwei selbstbetitelte Alben veröffentlichten, die durchaus gut ankamen, aber eben Nischenprodukte im noch recht jungen Techno-Genre waren. Nicht zuletzt dank tatkräftiger Unterstützung der Fachpresse, vor allem der Pop-Postille "NME", änderte sich das 1994 schlagartig: Orbital spielten auf dem großen Glastonbury-Festival - damals wohl die wichtigste Open-Air-Veranstaltung Europas - auf einem Headliner-Slot und bliesen alle weg - Raver, Hippies, Indiekids. Plötzlich waren Orbital Konsens und blieben es erneut fünf Jahre lang, bis sie irgendwann, Anfang des Jahrtausends, einfach nicht mehr besonders spannend agierten. Orbital waren müde. 2004 lösten sie sich auf, letztes Jahr gab's ein Mini-Comeback. Mit der Doppel-CD-Retrospektive "20" feiern die Briten jetzt ihren runden Geburtstag.

Dass eine Greatest-Hits-Compilation in erster Linie eine Zeitreise, eine Retrospektive ist, dürfte klar sein. Doch im Hause Orbital hat man dieses Problem mit Bravour gelöst - eine Reihe der Songs kommt in Live-Edits und Remixen, die so zumindest auf dem normalen Markt noch nicht erhältlich waren. Die Orbital-Brüder Phil und Paul Hartnoll ließen dafür unter anderem Tom Middleton und Hervé an ihre Spuren. Ersterer kann dem auch schon 17 Jahre alten "Halcyon" nicht so viele neue Facetten abgewinnen, Hervé indes erledigt seinen Job durchaus gut. Sein Remix des 1993 als Single veröffentlichten "Lush" kommt als unglaublich präzise inszenierte Erinnerung an die Zeit der großen Raves und damit an Orbitals Glanzperiode daher, die - klarerweise - diese Doppel-CD prägt.

Stücke wie "Chime", "Satan" oder "Omen" klingen natürlich nicht frisch, im Vergleich zu heutigen Produktionen merkt man doch eine arge Simplizität im Ausdruck. Dennoch ist gut erkennbar, worin die Ausnahmestellung der Band begründet war. Ob aus der Vergangenheitsform Präsens werden kann, wird sich mit den möglicherweise nun folgenden Veröffentlichungen zeigen müssen.

Jochen Overbeck


Datum: 20.07.2009

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