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Mel Gibson kündigt sein achtes Kind an

"Ich bin jetzt der Octo-Mel"

Schauspieler und Regisseur Mel Gibson

Ursprünglich wollte der am 3. Januar 1956 in Peekskill nahe New York geborene amerikanische Schauspieler und Regisseur Mel Gibson Priester werden und besuchte denn auch - nachdem die Eltern nach Australien ausgewandert waren - eine katholische Schule in Sidney. Der Lebensweg schien vorgezeichnet, doch dann brachte eine ältere Schwester (eines von insgesamt elf Kindern der Familie) Mel auf die Idee, ans National Institute of Dramatic Art zu gehen.

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Schon 1977 gab er im Roadmovie "Summer City" ein zehnminütiges Leinwanddebüt, bevor dann 1979 gleich nach Beendigung der Schauspielschule mit der Rolle des Gesetzeshüters Max Rockatansky in "Mad Max" eine der erfolgreichsten Leinwandkarrieren überhaupt begann. Den vom Vater vermittelten Hang zum konservativen Katholizismus legte Gibson nie ab: Mit der von ihm in blutigem Realismus inszenierten "Passion Christi" und (angeblich) antisemitischen Passagen spaltete er 2004 Publikum und Kritik. Nun zeigt ProSieben in Erstaufführung Gibsons Maya-Film "Apocalypto" (2006). Um 20.15 Uhr wegen der enthaltenen grausamen Szenen allerdings in gekürzter Fassung.

Gibson hielt es immer mit den Superlativen. "Mad Max" wurde gleich zum erfolgreichsten Film, der bis dahin in Australien gedreht worden war, zwei Fortsetzungen (bis 1985) waren gleichfalls Kassenschlager. Sie untermauerten dank selbst gedrehter Stunts den Weltruhm Gibsons als Actionheld und als "Sexiest Man Alive".

Zwei Jahre später und nach einer Phase, die Gibson zur Erholung vom Alkoholmissbrauch nutzte, war das wieder so. Als verrückter Polizist Martin Riggs katapultierte sich der Schauspieler in mehreren Fortsetzungen von "Lethal Weapon" (1987 bis '98) in die Herzen des Publikums, ohne sich deswegen völlig aufs Action-Genre festlegen zu lassen. Filme wie "Tim" (1979, die Beziehung eines geistig Zurückgebliebenen zu einer um 20 Jahre älteren Frau), "Gallipoli" (1981, über eine Schlacht im Ersten Weltkrieg) und "Das Jahr der Hölle" (1982, ein Auslandskorrespondent wird Zeuge eines Anschlags in Indonesien) gaben Gibson genug Gelegenheit, sich auch als angesehener Charakterdarsteller zu etablieren. 1990 zeigte er gar als Franco Zefirellis "Hamlet", dass er weit mehr als nur Mann-zu-Mann-Gefechte kann.

Dem Umstand, dass er auch als Regisseur unerhört erfolgreich ist (am erfolgreichsten mit seiner 150-Millionen-Dollar-Produktion "Braveheart", für die er den Oscar für die "beste Regie" bekam, der Film war in zehn weiteren Sparten nominiert, bekam schließlich fünf Preise), ist es zuzuschreiben, dass man ihn zuletzt als Darsteller eher selten sah: Seine letzte große Rolle spielte er in "Signs" (2002). Inzwischen führte er Regie in Großproduktionen wie "Passion Christi" und "Apocalypto" (2006, der Untergang der Maya vor 500 Jahren), wobei er keiner Grausamkeit aus dem Wege ging.

Familiär führte Gibson, ein Mann von gerade einmal 1,74 Metern, ein äußerlich konstantes Leben, jedenfalls sehr lange Zeit: 1980 heiratete er die Krankenschwester Robyn Moore und lebte mit ihr und sieben Kindern vorwiegend in Australien auf einer Rinderfarm. Weitere Wohnsitze des Amerikaners waren Montana und Connecticut. Hinzu kam 2005 noch eine Fidschi-Insel im Pazifik. Weltweit agiert seine Produktions- und Rechtefirma Icon, die auch die "Passion Christi" und "Apocalypto" produzierte.

Im April 2009 reichte Robyn nun allerdings die Scheidung ein: Offenbar waren ihr die jüngsten Launen und Alkoholexzesse ihres Mannes doch zu groß geworden. Bereits 2006 wurde Gibson (Ratschlag: "Lasst euch nicht erwischen!") wegen Alkohols am Steuer zu einer Bewährungsstrafe und zu regelmäßigen Treffs mit den Anonymen Alkoholikern verdonnert. Aber auch Gibsons neue Lebensgefährtin, der russische Popstar Oksana Grigorieva, hat ihm schärfstens zur Überwindung seiner Neigung zum Alkohol geraten.

In Jay Lenos "Tonight Show" kündigte Gibson, der demnächst in Jodie Fosters schwarzer Komödie "The Beaver" als depressiver Puppenspieler zu sehen sein wird, die Geburt eines gemeinsamen Kindes im Herbst dieses Jahres an. Die Antwort auf die Leno-Frage: "Dann sind es nun insgesamt 29 Kinder?" lautete: "Nein, tatsächlich sind es acht - ich vermute, ich bin jetzt der Octo-Mel". Sie ist inzwischen weltberühmt - und zeigt nicht zuletzt Gibsons Sinn für Komik.

Hans Czerny


Ins "Signs" ("Zeichen") spielte Mel Gibson 2002 als Farmer Graham Hess eine seiner letzten großen Rollen: Er entdeckt eines Tages einen 200 Meter großen Kornkreis in einem seiner Felder.
Ins "Signs" ("Zeichen") spielte Mel Gibson 2002 als Farmer Graham Hess eine seiner letzten großen Rollen: Er entdeckt eines Tages einen 200 Meter großen Kornkreis in einem seiner Felder. (Sat.1 / Touchstone)

Regisseur Mel Gibson bei den Dreharbeiten zu "Apocalypto", 2006.
Regisseur Mel Gibson bei den Dreharbeiten zu "Apocalypto", 2006. (Constantin Film)

2006 drehte Regisseur Mel Gibson (zweiter von links) "Apocalypto".
2006 drehte Regisseur Mel Gibson (zweiter von links) "Apocalypto". (Constantin Film)

Datum: 29.07.2009

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