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City of Men

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Grell und funky kam "City of God" (2002) daher, diese zweistündige Kaskade an Schüssen, Verfolgungsjagden und halsbrecherischen Sprüngen in der Erzählfolge. Fernando Meirelles verfilmte das Buch eines Entkommenen, Paulo Lins, der in der City of God aufwuchs - so der Name für Rios berüchtigsten Vorort. Der auf dem Reißbrett entworfene Slum wucherte seit den 60-ern wie ein Krebsgeschwür zu einem schnelllebigen und schnell tötenden Moloch aus Hass, Gewalt, Drogen und Elend. Mit "City of Men" (2003) gingen Meirelles und acht weitere Regisseure zurück in das Ghetto und erzählten in 30-minütigen TV-Folgen weitere Episoden vom Leben und Sterben in Rio de Janeiros berüchtigter Favela.

Das sozialkritische, erbarmungslose Fernsehprogramm lockte in Brasilien regelmäßig 35 Millionen Zuschauer vor die Bildschirme, wurde von deutschen Sendern aber geflissentlich ignoriert. Die erste Staffel mit vier Folgen erscheint jetzt auf DVD und zeigt, dass im Fernsehen in anderen Teilen der Welt nicht nur im Wohlstand geborene Banalitäten durch den Äther geschickt werden. Weitere Staffeln sind für Frühjahr 2006 angekündigt.

Im Mittelpunkt stehen zwei Kinder, die im Verlauf der Serie zu Teenagern werden. Der gewitzte Arcerola, dargestellt von Douglas Silva (Löckchen aus "City of God), und der besonnene Laranjinha (Darlan Cunha) sind beste Freunde. Gemeinsam ziehen sie durch das Viertel - Arcerola immer auf der Suche nach dem nächsten (illegalen) Geschäft, Laranjinha mit größerem Interesse an Mädchen. Sie hasten, auch visuell im fiebrigen, dynamischen Stil von "City of God", durch ein Leben, das eigentlich keines ist, dafür aber gezeichnet von Bandenkämpfen, Auseinandersetzungen mit der Polizei und Rassismus.

Nicht ganz so fatalistisch wie "City of God" gönnen sich die Regisseure in der TV-Adaption einige Ruhepausen und bieten den Kindern die Möglichkeit, sich mit ganz normalen Dingen wie Fußball, Diskobesuchen und der ersten Liebe zu beschäftigen. Das gibt zumindest etwas Hoffnung, obwohl die brutale Realität weiterhin hinter jeder Straßenecke lauert.

Die Bilder auf der DVD sind in ständiger Bewegung - hektische Schnitte und flirrende Bewegungen machen ihre kraftvolle Dynamik aus. Der Transfer auf die DVD ist optimal, auch wenn die eigentümliche Pixeligkeit gewöhnungsbedürftig ist. Der Sound wurde für die deutsche Sprachfassung auf 5.1 upgemixt, kommt in dieser Version aber äußerst zaghaft aus den Boxen. Die 2.0-Variante ist da deutlich kraftvoller, wenngleich sie ohne räumliche Momente auskommen muss. Auf Bonusmaterial wurde völlig verzichtet.

Andreas Fischer

bewertungsbox

bildformat 4:3 (Vollbild)
sprachen Deutsch (5.1 / 2.0), Portugiesisch (2.0)
untertitel Deutsch, Englisch
extras Keine
laufzeit 120 Min.
tonsystem Dolby Digital
regionalcode Regionalcode 2
preis ca. 13 Euro
bewertung bild gut
bewertung ton befriedigend
bewertung extras ungenügend

Credits:
(BRA 2003, R: Fernando Meirelles, Katia Lund, Paulo Lins, D: Douglas Silva, Darlan Cunha, Jonathan Haagensen u.a.)


Nach zwei Stunden "City of Men" hat man noch lange nicht genug von der brasilianischen TV-Serie, die hierzulande auf DVD erscheint.
Nach zwei Stunden "City of Men" hat man noch lange nicht genug von der brasilianischen TV-Serie, die hierzulande auf DVD erscheint. (MC One)

Manchmal können Arcerola (Douglas Silva, links) und sein Freund Laranjinha (Darlan Cunha) mit einem Kumpel aus der Favela entfliehen. Und sei es nur für zwei Surfstunden am Strand.
Manchmal können Arcerola (Douglas Silva, links) und sein Freund Laranjinha (Darlan Cunha) mit einem Kumpel aus der Favela entfliehen. Und sei es nur für zwei Surfstunden am Strand. (MC One)

Der charmante Laranjinha (Darlan Cunha) hat keine Probleme mit den Frauen des Viertels.
Der charmante Laranjinha (Darlan Cunha) hat keine Probleme mit den Frauen des Viertels. (MC One)

Datum: 21.12.2005

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Diskussion: "City of Men"

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