Das war einfach eine schöne, ja fast rührende Idee. Ein paar Rentner fliegen gemeinsam ins All, machen sich über die Jugend lustig und sind dabei nicht frei von Selbstironie. Clint Eastwoods "Space Cowboys" (2000), nun als Wiederholung in der Primetime bei vox zu sehen, ist ein Actionfilm mit Augenzwinkern, ein Seitenhieb auf den Jugendwahn und solide Unterhaltung noch dazu. Selbst was die Stardichte angeht, ist der Film keine schlechte Alternative zur mauen Konkurrenz im Sommerprogramm.
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Was muss das für ein Gefühl gewesen sein, durch einen Schimpansen ersetzt zu werden? So erging es Frank Corvin (Eastwood), der Ende der 50er-Jahre im Team "Daedalus" einen Flug in den Weltraum vorbereitet. Im letzten Moment jedoch machte ihm die Regierung einen Strich durch die Rechnung. Die NASA trat an die Stelle der Air Force und entschied, zunächst einen Affen ins All zu schicken. Ein schwerer Schlag für Corvin. Aber wie so oft gibt es auch diesmal im Leben eine zweite Chance.
Gut 40 Jahre sind vergangen, da gerät ein alter russischer Satellit ins Trudeln, die gesamte Kommunikation der neuen östlichen Freunde steht auf dem Spiel. Politisch korrekt ist "Space Cowboys" also auch. Bob Gerson (James Cromwell) von der NASA - nicht unbedingt ein Anhänger Corvins - weiß sich nicht anders zu helfen, als den gealterten Piloten um Hilfe zu bitten. Sonst kennt sich niemand mehr mit dieser Technik so recht aus.
Eine These, die zwar nicht gerade glaubwürdig ist, aber das muss "Space Cowboys" verziehen werden. Corvin kommt und macht zur Bedingung, dass er den Auftrag nur mit seinen im wahrsten Sinne des Wortes "alten" Kollegen ausführen wird: Hawk Hawkins (Tommy Lee Jones), Jerry O'Neill (Donald Sutherland) und Tank Sullivan (James Garner) werden gerufen.
Die dramaturgische Struktur des Films erinnert in vielerlei Hinsicht an den Kinohit "Armageddon". Schließlich vergeht auch hier über eine Stunde, bis die eigentliche Aktion beginnt. Und auch am Ende gibt es Parallelen. Doch wie schon im genannten Kassenerfolg wird die Zwischenzeit äußerst unterhaltsam überbrückt. Die Senioren nehmen ihre Umwelt und sich selbst immer wieder aufs Korn, kokettieren mit ihrem Alter, suchen sich ein paar Liebschaften und witzeln über eigene körperliche Gebrechen. Dass der Betrachter die Herren jedoch jederzeit ernst nimmt, liegt vor allem am Respekt, der den vier Hollywood-Größen entgegenzubringen ist. Jeder von ihnen wäre in der Lage, einen großen Film alleine zu stemmen. Zu viert lieferten sie damals 262 Jahre gesammelte Erfahrung.
Dass "Space Cowboys" nicht zur Persiflage verkommt, liegt an der sichtbar akribischen Regiearbeit von Clint Eastwood. Er war zuletzt mit "Gran Torino" im Kino zu sehen, derzeit beendet er die Arbeit an seinem Regieprojekt "Invictus", einem Biopic über Nelson Mandela.
Frank Rauscher
40 Jahre musste er warten, bis Frank Corvins (Clint Eastwood) Traum vom Flug ins All wahr wird. Dort allerdings erwartet ihn und sein Team eine böse Überraschung. (vox / KH)
Die Astronauten Frank Corvin (Clint Eastwood, links) und Hawk Hawkins (Tommy Lee Jones) wollen mit ihren Kollegen einen alten russischen Satelliten im All reparieren. (vox / KH)
Reaktiviert, um ein Unheil durch einen Uralt-Satelliten im All abzuwenden - die gealterten Astronauten Tank Sullivan (James Garner, links), William "Hawk" Hawkins (Tommy Lee Jones, zweiter von links), Jerry O'Neill (Donald Sutherland, zweiter von rechts) und Frank Corvin (Clint Eastwood). (vox / KH)
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