Robert De Niro und Dustin Hoffman glänzen in "Wag the Dog"
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Wag the Dog
Die Parallelen zwischen Wahrheit und Film waren schon unglaublich, als "Wag the Dog" 1998 auf den Markt kam. Der Skandal um Bill Clinton und Monica Lewinsky verlieh der bissigen Satire damals eine größere Dimension. Denn: Der Präsident der Vereinigten Staaten hat auch hier Mist gebaut. Er soll eine minderjährige Besucherin des Weißen Hauses sexuell belästigt haben. Die Presse stürzt sich auf ihn. Kurz vor der Wahl sind die Imagewerte des ersten Mannes im Staat in Gefahr. Barry Levinson machte aus der Geschichte eine brillante Satire mit Starbesetzung, die 3sat jetzt erneut ins Programm nimmt.
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Die Frage, ob der Präsident nun ein Schwerenöter ist oder nicht, bleibt jedoch von untergeordneter Bedeutung. "Wag the Dog" heißt im weitesten Sinne so viel wie "Der Schwanz, der mit dem Hund wedelt". Es geht um jene im Hintergrund, die die Leitlinien der Politik festlegen. Allen voran Conrad Brean (Robert De Niro), ein mächtiger Manipulierer, der mit Aufsehen erregenden Aktionen die Aufmerksamkeit vom Skandal ablenken will. Seine Idee: Ein Krieg muss her. Keine wirkliche Auseinandersetzung, sondern eine perfekte Inszenierung über die Medien, die das Interesse der Öffentlichkeit manipulieren soll. Der Gegner heißt - Albanien.
Umgesetzt wird die Auseinandersetzung im Film vom zerstreuten Hollywood-Produzenten Stanley Motss (Dustin Hoffman), einem gewieften Marketing-Strategen. Er hetzt eine Nachwuchsschauspielerin im Blue Screen-Verfahren aus einem brennenden Dorf, sorgt für die richtigen Slogans und lässt den Nashville-Veteran Johnny Grean (Willie Nelson in einem skurrilen Gastauftritt) den passenden Titelsong zum Krieg komponieren. Ein virtuoser Plan, der nur einen Haken hat: Motss sehnt sich nach der Anerkennung der Öffentlichkeit für seine grandiose Arbeit. Doch die muss natürlich geheim bleiben.
Basierend auf Larry Beinharts Buch "American Hero" drehte Levinson in nur 29 Tagen diese völlig überspitzte Polit- und Mediensatire. Stratege Brean und Showman Motss zeigen, wie nahe Politik und Unterhaltung beieinander liegen. Fast treibt es "Wag the Dog" zu weit, werden doch logische Konsequenzen dieses inszenierten Krieges vernachlässigt. Wo zum Beispiel sind die Kriegsberichterstatter der anderen Medien? Warum meldet sich Albanien, immerhin die zweite Streitpartei, kaum zu Wort? "Wag the Dog" geht es nicht um Logik, sondern versteht sich ausschließlich als böse Entlarvung der Politik, die den Spielregeln der Show nicht weniger unterliegt als die Show selbst.
"Wag The Dog" blieb nicht der letzte Film, in dem Dustin Hoffman und Robert De Niro gemeinsam vor der Kamera standen: In der Familienkomödie "Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich" (Donnerstag, 27. August, 22.45 Uhr, ARD) spielen sie zwei gänzlich unterschiedliche Väter, die zwangsläufig miteinander auskommen müssen, weil ihre Kinder verheiratet sind. Auch im dritten Teil der "Focker"-Reihe, "Little Fockers", sind beide Schauspieler wieder mit von der Partie.
Elisabeth Singer
Der amerikanische Präsident hat Mist gebaut, und sie versuchen, die Öffentlichkeit mit einem inszenierten Krieg vom Skandal abzulenken: Hollywood-Produzent Stanley Motss (Dustin Hoffman, links), Politik-Beraterin Winifred Ames (Anne Heche) und Marketing-Experte Conrad Brean (Robert De Niro). (ZDF / Tribeca Productions)
Machen gemeinsame Sache, um die Öffentlichkeit zu täuschen: Stanley Motss (Dustin Hoffman) und Conrad Brean (Robert De Niro, rechts). (ZDF / Tribeca Productions)
Hofft, dass sein Plan aufgeht: Marketing-Experte Conrad Brean (Robert De Niro). (ZDF / Tribeca Productions)
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