"Der fremde Sohn" treibt Angelina Jolie in die Verzweiflung
Der fremde SohnEine überraschend gute Angelina Jolie spielt in Clint Eastwoods Melodram-Thriller-Mix die verzweifelte Mutter Christine Collins. (vm/tsch) Angelina Jolie präsentiert sich gern in den Medien als Löwenmutter, bei der Kinder an erster Stelle stehen. Es war wohl kaum ein Zufall, dass sie Regisseur Clint Eastwood in seinem Melodram „Der fremde Sohn“ für die Rolle einer starken Mutter auswählte, die es auf der Suche nach ihrem verschollenen Sohn mit dem Polizeiapparat aufnimmt und dem System den Kampf ansagt. Während jedoch die erste Hälfte des Films sehr spannend die seltsame Geschichte um die verzweifelte Mutter spinnt, die sich übrigens in den 20er Jahren tatsächlich ereignete, verkommt „Der fremde Sohn“ in seiner zweiten Hälfte leider zu einem geradlinigen Gerichtsdrama. Anzeige Die Realität schreibt oft die unglaublichsten Geschichten. Eine davon hat Drehbuch-Autor Michael Straczynski in der City Hall von Los Angeles kurz vor der Vernichtung der historischen Akten ausgegraben. Den Fall "Christine Collins", der in den 20er-Jahren des letzten Jahrhunderts dokumentiert wurde, verdichtete Straczynski zu einem spannenden Drehbuch. Inszeniert wurde "Der fremde Sohn" (2008), jetzt auf DVD und Blu-ray-Disc erschienen, von Clint Eastwood. Als ihr neunjähriger Sohn Walter eines Tages spurlos verschwindet, bricht für die unverheiratete Telefonistin Christine Collins (Angelina Jolie) eine Welt zusammen. Nach fünf Monaten des Wartens und Hoffens schließlich die gute Nachricht: Die Polizei hat Walter gefunden, und sie soll ihn am Bahnhof in Anwesenheit der Presse wieder in ihre Arme schließen dürfen. Die inszenierte Familienzusammenführung hat nur einen Schönheitsfehler - Christine glaubt nicht, dass vor ihr wirklich ihr vermisster Sohn steht. Als sie ihre Zweifel an der Identität des Jungen, den sie mit nach Hause nehmen muss, weiterhin äußert, trifft sie auf die ganze Macht des Polizeiapparats. Der frauenfeindliche Vorwurf, sie wolle sich aus der Verantwortung stehlen, ist nur der Anfang. Absurde Erklärungsversuche von Ärzten, warum das Kind nun acht Zentimeter kleiner ist als vor seinem Verschwinden und zudem beschnitten, lassen sie fast verzweifeln. Schließlich wird Christine aufgrund ihrer angeblichen Hysterie sogar in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Besser hätte auch Alfred Hitchcock das kafkaeske Spießrutenlaufen, bei dem sich alle gegen sie verschworen zu haben scheinen, nicht zeigen können. Schade nur, dass nach dem hochspannenden ersten Teil der Film gegen Ende zu einem Gerichtsdrama verkommt. Trotzdem lohnt sich der Film auf jeden Fall, auch da Angelina Jolie hier wieder einmal eine starke Leistung zeigt: In den deutschen Kinos blieb der Film jedoch etwas hinter den Erwartungen zurück (eine viertel Million Zuschauer). Die DVD und Blu-ray-Disc überzeugen durch die stimmungsvolle Wirkung der gedeckten Farben, wobei sich die High-Definition-Version durch größeren Detailreichtum noch einmal deutlich absetzen kann. Der Ton präsentiert sich schon auf DVD sehr ausgewogen, auf BD entsteht noch ein wenig mehr Atmosphäre. Die Extras auf der DVD sind mit zwei Featurettes zwar gut gemacht, aber sehr kurz gehalten. Auf der BD gibt es dazu nur noch zwei interaktive Features. Sabine Metzger bewertungsbox
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Credits: |
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